Costa Rica

Nach den zahlreichen abenteuerreichen Stationen dieser Reise um die Welt folgt nun noch eine.
Eine sehr entspannte, jedoch zeitlich limitierte. Ich (Martin) kann behaupten, vom Reisen gesättigt gewesen zu sein – ich habe es weder überstrapaziert, noch war es zu wenig, dass ich mich gleich wieder Hals über Kopf ins nächste Abenteuer stürzen hätte müssen. Mein Kopf war – und ist ehrlich gesagt, fast ein Jahr später noch immer – voll mit den verschiedensten Eindrücken und Erfahrungen.
Mit dieser Ausgangslage konnte ich guten Gewissens meinen Heimflug buchen.

Fast 1 Jahr sollte es bereits her sein, dass ich das letzte Mal meine besten Freunde Vicky & Bene in Person gesehen habe. Natürlich haben wir ein paar Mal geskyped und uns textlich ausgetauscht – aber uns eben nicht in Person getroffen (diese Randnotiz kann ich mir leider nicht sparen- nach dem Jahr 2020 kann das ein jeder wahrscheinlich besser nachfühlen als mir lieb ist). Daher machten wir uns einen Ort aus an dem wir uns treffen würden, nur lag dieser diesmal halt nicht im oberösterreichischen, sondern in Monteverde/ in Costa Rica.

Costa Rica verspricht, was man sich vor seinem geistigen Auge vorstellt: viele Wälder, viele Tiere und weite Küsten solang, soweit das Auge reicht – an der Pazifik sowie der Karibikseite. Andauernd hatte ich ja das Gefühl, wir würden uns eher auf einer Insel befinden als am Festland. Woher das kam? Ich denke die Leichtigkeit die die Costa RicanerInnen an den Tag legen, die Autofahrten mit einer maximal Geschwindigkeit von 30 Kilometern in der Stunde, Früchte, Meeresfrüchte und klar – die angenehmen Temperaturen auf der Insel.

Monteverde

Gleich zu Beginn, ging es für uns schon rauf in die Nebelwälder nach Monteverde. Bekannt für seine Regenwälder und die artenreiche Tierwelt, die es dort in den Nationalparks zu bestaunen gibt. Kolibris, Affal, dicke sowie dünne Vögel, Nagetiere, Nasenbären – allerhand Geschöpfe gab es bei angenehmen Temperaturen zu bestaunen.

Doch wollten wir mehr vom Meer sehen und so zog es uns nach wenigen Tagen wieder an die Küste (diesmal des Pazifiks) nach Tamarindo. Auf dem Bild rechterhand versteht ihr vielleicht ganz gut warum wir für die 150km über 3h im Auto gesessen sind. Diese Stunden boten uns viel Zeit um in die Landschaft hineinzuschauen.

Tamarindo

Sehr international gestaltete sich dieses scheinbar abgelegene Surferdörfchen und „ein Geheimtipp“, in dem der Tourismus offensichtlich bereits Einzug gefunden hatte. Wir verbrachten die Tage damit den Strand zu erkunden und den beheimateten Krokodilen auszuweichen. An den Abenden haben wir viel selbst gekocht und ließen die Erlebnisse und Geschichten der letzten Monate aufleben.

Den Schnorcheltrip zu den nahe gelegenen Catalina Inseln ließen wir uns natürlich nicht entgehen. Für Georg und mich als alte Tauchprofis war das Schnorcheln ja quasi schon ein Kinderspiel.

Die Gegend rund um Tamarindo gefiel uns dann letztendlich so gut, dass wir in einem nahegelegenen Dörfchen nochmals verlängerten; Meer, Strand & die Leichtigkeit des Lebens genossen. Was ich eigentlich damit meine: Ukulele spielen, Sandburgen bauen, Drohne fliegen, Früchte essen und lange Sonnenuntergangs Spaziergänge am Beach – wenn ich zurückdenke – schon lebenswert.

Nach einer lustigen Autofahrt, mit Zwischenstop im Animal Sanctuary, in dem wir endlich die vom Costa Rica Tourismus hochangepriesenen Tucans, Faultiere und alle Wildkatzenarten zu Gesicht bekamen, befanden wir uns auch schon wieder auf unseren Weg in die Hauptstadt San Jose.

Gemeinsam mit Vickys Tandem Bekanntschaften – hat leider nichts mit Fahrradfahren zu tun, sondern „nur“ eine eine App zum Sprachen lernen – verbrachten wir noch einen fröhlichen Abend in der City.

Und dann…

… war´s das nun auch für mich.

Mit einem weinenden und eineM lachenden auge…

Es war ein wahrlich herzergreifender Abschied von Georg am Flughafen von San Jose. Denn nun stieg ich tatsächlich gemeinsam mit Vicky und Bene in den Flieger und ehe wir uns versahen, waren wir schon in München gelandet und wurden von Benes Dad mit Bayrischen Brezen empfangen.

Wieder zuhause sein – des öfteren hatte ich mir während der Reise die Frage gestellt, wie das wohl sein wird. Dabei ging mir nicht nur einmal der Song vom letzten Großlager in St Georgen durch den Kopf:

Zuhause ist dort wo deine Freunde sind – und diese boten mir das beste Überraschungskomitee das man sich als Heimkommender vorstellen kann. Das war ein sehr bewegender Moment für mich und die Anwesenden merkten es vielleicht – ich war zugegebener Maßen etwas perplex und mit der Situation überfordert – im positiven Sinne.

Nachdem ich nun tatsächlich behaupten kann, die Welt 1x umrundet zuhaben gebe ich nun Ruh.
Doch egal ob es um den Konflikt um Hongkong, den Einfluss des Kremls, Chinas Investments in anderen Ländern, die Aufstände und Kriminalität in Südamerika geht – ich sehe die Welt nun mit anderen Augen.


Ich danke euch … Danke 2020, dass du mir Zeit gegeben hast das Erlebte zu verarbeiten.

Danke das wars.

PS: außer Georg überrascht mich und er will noch ein paar Zeilen über seine Zeit in Mexiko schreiben 😉

Kolumbien

Lieber Blogleser, liebe Blogleserin, solltest du glauben, diesen Artikel gach – in der Arbeit, im Bus oder beim Frühstückskaffeetrinken – lesen zu können, muss ich dich leider enttäuschen: Über dieses südamerikanische Land an der Karibik- SOWIE Pazifikküste, haben wir so einiges zu berichten:

Noch ein Vorwort zu dem Offensichtlichen: ja, es hat uns fast ein Jahr gedauert diesen Blogartikel fertigzustellen. – Warum? Weil wir mittlerweile wieder im „normalen“ Leben angelangt sind, mit allen Höhen und Tiefen die dieses aussergewöhnliche Jahr 2020 mitgebracht hat. Weil unsere Weltreise und vor allem die Wochen durch dieses wunderbare Land beim Tippen dieser Zeilen allerhand Emotionen bei uns ausgelöst haben, welche ich nicht so einfach nebenbei niederschreiben konnte noch wollte.

In der Welthauptstadt des Salsas – auch Cali genannt – gelandet, zog es uns relativ schnell weiter. Von den verschiedensten Seiten bekamen wir die Empfehlung nicht zu lange in Cali zu verweilen. Um es mit den Worten meines früheren Chefs auszudrücken: „Kolumbien hört sich ja verwegen an“ – treffender könnte man es glaube ich auch nicht beschreiben. Kolumbien genießt ohne Frage einen schlechten Ruf, bei der Generation unserer Eltern und deren Eltern und Netflixseidank auch bei den jüngeren. Die Eindrücke, die Geschichten und Erlebnisse die wir auf unserer Reise bekamen, waren durchwegs viel freundlicher und durch die Bank positiv – die Wahrheit liegt wahrscheinlich irgendwo in der Mitte, zu naiv darf man dem Land bestimmt nicht begegnen. Zwischenzeitlich bereute ich es, keinen längeren Aufenthalt in der Gegend rund um Cali geplant zu haben, nach ein paar Geschichten auf die ich am Ende noch eingehe bin ich wiederum froh. Ich glaube, dieses Land kann man aus zwei völlig verschiedenen Blickwinkeln betrachten und es klaffen die Schönheit der Natur, Tierwelt, Freundlichkeit der Menschen auf dessen Gegenteil, vielleicht noch krasser als anderswo.

Nach unserer Landung in Cali schnappten wir uns also, etwas eingeschüchtert, gleich mal einen Bus und fuhren weiter in die Berge. Genauer gesagt in eine Region die bekannt ist für seinen köstlichen Kaffee und grüne Hügeln – auf denen sich die Palmen befinden, die gefühlt dem Himmel noch näher sind, als die Spitze des Stefansdoms: Filandia & Salento.

Busfahrt

Ich muss gestehen, dass wir stets sehr ausführlich über unsere Transportwege berichtet haben, vielleicht für manch einen Geschmack zu ausführlich. Jedoch nimmt – neben dem erleben der vielen Eindrücke – das eigentliche Vorankommen einen sehr großen Teil des Reisens ein und ist oftmals auch so sehr anders als daheim. Dass das Reisen mit dem Bus in Lateinamerika einfach ist, hatten wir ja schon in den letzten Blogs angemerkt – doch Kolumbien toppt es bei weitem. Kaum am Busbahnhof/Flughafen angekommen, treten einem (meist) Scharen von Männern entgegen, die dir noch die letzten Restplätze der schon bald abfahrenden Busse vermitteln wollen. Sprich, du wirst bereits beim Eingang abgefangen, zum richtigen Ticketoffice und Abfahrtsort des Busses gelotst – und oftmals sind diese Last Minute Restplätze sogar billiger, als wenn du sie im Internet zuvor buchen würdest. Anfangs überwog noch die Skepsis, doch da es jedes Mal astrein funktionierte, können wir dieses System nur weiterempfehlen.

Nicht unüblich ist es zudem, dass bei einer Station oder manchmal auch einfach bei einer roten Ampel, Musiker in den Bus hüpfen, zwei-drei Lieder performen, dann nochmal mit dem Hut durchgehen und wieder raushüpfen – verkürzt auf jeden Fall die Busfahrt und hinterlässt neben einem leichterm Geldbörserl auch einen Ohrwurm (natürlich en espanol).

Filandia

Nach einem intensiven Reisetag, (Flug von Santiago de Chile nach Cali, Bus von Cali in die Innenstadt, Bus von Cali nach Armenia, Bus von Armenia nach Filandia) waren wir nun endlich in Filandia angekommen – doch noch keineswegs bei unserer Unterkunft. Diese befand sich nämlich nochmal 30 Autominuten entfernt in dem kleinen Dorf La India, wo wir gleich mal keine andere Wahl hatten, als ein für die Gegend typisches Willy-Jeep-Taxi auszuprobieren. Man springt hinten auf den Jeep – oftmals auch zu zehnt und los geht die wilde Fahrt durch die Hügellandschaft.

Wir waren angelangt mitten im Nirgendwo und vielleicht war es genau deshalb dort so schön. Da störte es uns nichtmal, dass wir in dem (wie es in unseren Köpfen eingebrannt war – gefährlichsten Land unserer Reise) keinen Schlüssel für die Unterkunft bekamen. Der Hund des Hauses wachte vor unserer Tür. Die kommenden Tage genossen wir das etwas kühlere Klima in den Bergen, machten einen Walk durch den Dschungel, suchten (vergeblich) nach Affen, buchten eine Kaffeetour inkl. professioneller Verkostung und planten einen Tagesausflug zu den Waxpalmen nach Salento – ins nahgelegene Valle de Cocora.

Dieses Dörflein lädt dazu ein die Seele baumeln zu lassen, bei chhugos /jugos/ Säften aus frischen Früchten, Kaffee und reichhaltigem Essen. Nur Maria war zwischendurch etwas enttäuscht – da der Kaffee der vor Ort serviert wurde, gar nicht so in das Bild passte, wie sie sich den Kaffee in einem der wohl bekanntesten Kaffeeanbauländer vorgestellt hätte – aber seht selbst:

Salento und die Waxpalmen

tatsächlich Waxpalmen und nicht Wachspalmen, wie manch einer von uns gedacht hat – weil sie ja so hoch in den Himmel wachsen. Eine schöne Wanderung über viele Hängebrücken bei der wir Kolibris, eine Forellenzucht und natürlich die imposanten Waxpalmen bestaunen konnten.

techo

Volkssport in Kolumbien ist das sogenannte Techo. Es erinnert vielleicht etwas an Eisstockschießen, wohl auch, weil man das Techofeld gratis benützen darf solange man Bier bestellt. Was zu einer ähnlich ausgelassenen Stimmung beiträgt, wie ihr euch vielleicht vorstellen könnt. Was versteckt sich nun hinter diesem Begriff? Auf einem Lehmfeld wird ein Brieflein mit Schießpulver in die Mitte gesetzt und jeder Spieler bekommt eine Wurfscheibe aus Metall (ähnlich geformt wie der Puck beim Eishockey). Wer kann’s erahnen wie man gewinnt? Richtig, derjenige der mit seinem Wurf das Brieflein zum explodieren bringt, hat die Runde gewonnen. Als wir den Hinterhof der Spielunke betraten, spielten schon einige Männer – in einer Hand die Metallscheibe, in der anderen fest das Bier umschlossen. Bei ihnen hörte man es jede Runde mal knallen. Bei uns knallte und stieg – in den drei Stunden Spielzeit – insgesamt sechs Mal rauch auf. Lustig ist es dafür allemal.

Zu jenem Zeitpunkt hörten wir auch erstmalig von einem Virus der das Jahr 2020 definieren sollte. In der internationalen/österreichischen Presse war es damals noch ein Problem der Chinesen. Bei der Ankunft in Medellin/ Ende Jänner poppte auf den Infoscreens des Busbahnhofes bereits eine Warnung dazu auf, es wurde geraten Abstand zu halten und sich die Hände häufiger als sonst zu waschen.

Medellin

Die Heimatstadt von Lord Voldemord, wie unser Guide Puablo Escobar während unserer Tour nannte. Nicht zuletzt durch die Netflix Serie Narcos durfte Medellin einen regelrechten Besucherhype erfahren.

Maria wollte ihre weiße Gringohaut noch etwas in der Sonne baden bevor es für sie in einer Woche heimgehen würde, deshalb flog sie von Medellin gleich weiter in die Karibik nach Santa Marta.

Und so wurde aus MAGEMA erstmals ein männliches GEMA-Duo, in der vielversprechenden Stadt Medellin.

Unser Hostel befand sich – genau wie die meisten anderen Hostels – im Stadtteil Poblado, oder einfach nur „Gringoland“ genannt. Noch vor 10 Jahren war Medellin bzw die Communa 14 zur zweit gefährlichsten Stadt der Welt ernannt worden – heute pilgern Touristen geradezu dort hin. Wir machten ein free-walking-tour in die Communa 14 und erfuhren allerhand über die Veränderung, und sahen die farbenfrohen Schauplätze mit eigenen Augen, wo 10 Jahre zuvor noch die Militärhubschrauber täglich kreisten.

In Medellin einer Stadt 2,5 Mio Einwohner gibt es übrigens über 500 Fußballplätze.

Medellin hat sich weltweite Bekanntheit bei den digital Nomads gemacht – also all jenen, die ortsunabhängig mit ihren Macbooks arbeiten können und das auch tun. Die Bar-, Club- und Restaurantvielfalt in Medellin hat das natürlich beeinfluss – sie floriert. Ich würde sogar behaupten, dass das kulinarische Angebot leicht mit den Nightlife Bezirken in Europa, Rom, Wien, Barcelona, Amsterdam, etc. gut mithalten kann.

Und wir waren mitten drinnen! 😉

Von Medellin aus bietet es sich an, einen Tagesausflug in das hinter den Bergen gelegene bunte Dörfchen Guatape zu machen – mit seinem imposanten Hausberg in mitten der Seenlandschaft.

„MA“ alleine in Santa Marta

Während sich die Jungs in Medellin intensiver mit Pablo Escobar und der dunklen Geschichte Kolumbiens beschäftigten, flog ich – erstmals ganz alleine im Zuge dieser Weltreise – weiter in den Norden Kolumbiens: an die Karibik-Küste, in die kleine Stadt Santa Marta. Die ist zwar nicht wirklich hübsch, mein Plan war aber eh nicht, als blonde, weiße, junge Frau alleine dort herum zu spazieren. Ich quartierte mich in einem Hostel ein, wo ich in den kommenden Tagen zu Tagestouren direkt vom Eingang abgeholt wurde und am Abend wieder „abgegeben“ wurde. Einfach und unkompliziert. (Und für einen kleinen Feigling wie mich perfekt. ;-))

Gleich an meinem ersten Tag alleine ging es mit einem Sammeltaxi und zwei Mädels aus den Niederlanden in das Dschungeldörfchen Minca. Am Programm stand: Dschungel, Kaffee, Kakao, giftige Tiere, Bambus, Wasserfall, Essen. – Alles was man in Kolumbien einfach erlebt haben muss. Der Dschungel-Walk war ein Spaziergang, der uns relativ rasch zu einer Kaffeefarm führte, wo mir bereits zum dritten Mal auf unserer Reise die Kaffeebohne, der Prozess des Trocknens und Röstens erklärt wurde und ich die Verkostung vollziehen durfte.

„Mmh. Guada Kaffee.“

Maria – immer wenn sie einen extrem guten Kaffee trinkt.

Das eigentliche Highlight für mich auf dieser Kaffeefarm war aber eindeutig ein Vogel, den ich insgeheim seit Weihnachten sehen wollte. Genauer gesagt seit dem Tag, an dem ich erfuhr, dass die argentinischen Jungas (wo wir Weihnachten verbracht haben) der natürliche Lebensraum von Tukans ist. Tja und dann saß er auf einmal da: bunt, mit keckem Blick und wunderbar exotisch! Und er scheute nicht vor einem Selfie mit mir zurück – mein Lieblingspromi. ❤

Weiter ging es Richtung Fluss, und schon folgte mein zweites Highlight der Tour: eine Ananaspflanze, Ich muss zugeben, ich war stark begeistert – ich mag zwar die süße, gelbe Frucht, aber ich habe mir noch nie ernsthaft Gedanken gemacht, wie sie wächst. Wirklich, es hat mich einfach nie beschäftigt. Und dann sah ich sie auf einmal vor mir und war komplett baff. Meine Tour-Gruppe lachte mich beinahe aus: Jetzt reise ich seit 10 Monaten um die Welt und habe noch keine Ananaspflanze gesehen….

Nach diesen zwei Highlights gab’s eine Erfrischung im Fluss, mit einem natürlichen Spa im Wasserfall inkl. Peeling und einer Stein-Wasserrutsche. Nachdem wir in unserer Reisegruppe irgendwie nur zu viert waren, die dieses Spa richtig ausprobierten, hatten wir auch unglaublich viel Zeit unser Peeling zu genießen und uns vom Wasserfall massieren zu lassen.

Wir genossen noch gemeinsam die aufgetischten Köstlichkeiten und probierten Schokolade in seiner reinsten Form, der aber mit Zucker gemischt werden musste, damit er auch wirklich genießbar war.

Abgeschlossen wurde die Tour durch einen kurzen Info-Vortrag über Bambus als Baumaterial und über alle giftigen Tiere, die in den kolumbianischen Dschungel lebten. Etwas beunruhigend war die zweite Thematik – die von Schlangen über Spinnen bis hin zu Skorpionen reichte – schon, vor allem als es darum ging, wie schnell man an deren Gift sterben könnte. Ich muss schon sagen: zu diesem Zeitpunkt flammte wieder eine starke Vorfreude auf ungefährlicheren Wälder Österreichs auf.
Die Tour ging zu Ende und wir wurden wieder von unserem Taxifahrer die kurvigen Straßen nach Santa Marta gebracht. Nachdem wir zu viert (die 2 Niederländerinnen Anouska und Thuy, ein Mexikaner namens Fernando und ich) ein sehr lustiges kleines Grüppchen waren, und unser Tourguide uns vom Salsatanzen am Hauptplatz von Santa Marta vorgeschwärmt hatte, trafen wir uns auch am Abend wieder.
Den Weg vom Hostel zum Hauptplatz legte ich alleine zurück – zwar war es noch nicht komplett dunkel, aber es dämmerte schon und sobald ich die Straße des Hostels verließ, beschlich mich ein etwas nervöses Gefühl: ich, als blonde, weiße Frau alleine in der Dämmerung in Kolumbien – dem wahrscheinlich gefährlichsten Land, welches wir auf unserer Reise besuchten. Zum Glück musste ich nur 2 Straßen queren, bis ich vom Hostelviertel ins Touristen- und Barviertel kam und schon war ich umringt von Restaurants, Bars und vielen Menschen, sodass mein ungutes Gefühl rasch wieder verschwand.

Nach ein paar Cocktails (schließlich war Happy Hour und 1+1 Gratis…) und einer Portion Nachos con Queso überkam uns die südamerikanische Tanzlust und schon ging es auf den nächsten Rooftop um zu den Klängen von Shakira, Los del Rio und Don Omar zu tanzen, bis die Füße schmerzten. Neben dem Tanzen kam ich gleichzeitig auch nicht mehr aus dem Staunen heraus: die Südamerikaner*innen rings um uns bewegten sich mit einer Leichtigkeit, als würden sie nie etwas anderes tun: die Art, mit der sie ihre ausladenden großen Tanzbewegungen, die Hüftschwünge und rasant trippelnden Beine bewegten wirkte locker aber bewusst durchgeführt. Da fühlte ich mich wie ein Elefant im Porzellanladen – nur beim Makarena-Tanz brillierte ich mit gekonnten Schritten (Fasching sei Dank!!!). Da kam sogar eine Südafrikanerin auf mich zu um ihre Begeisterung auszusprechen. 😉
Meine Einzige Bedingung für ein längeres Fortgehen war: eine Begleitung zurück zum Hostel, weil mir ein Alleingang mitten in der Nacht durch eine kolumbianische Stadt doch zu unsicher war. Einen Mexikaner an meiner Seite zu haben war da durchaus von Vorteil.

Nach einer langen Nacht, aber wenig Schlaf war ich um sieben Uhr morgens wieder gestellt: auf zum nächsten Programmpunkt! Und zwar hieß es heute: wandern im paradiesischen Tayrona-Nationalpark, entlang der karibischen Küste, zwischen Palmen, Strand und Steinen und ein paar Afferln. Immer wieder überholten uns schwer bepackte Pferde, die Touristen an die Strände trugen, die nicht gerne 4 Stunden in der Hitze auf und ab wandern wollten. Ich muss schon sagen – kurz überlegten meine 3 Mit-Wanderer und ich auch, ob wir uns jeder so ein Pferd leisten sollten… Wir hielten aber Tapfer durch und ich konnte mich ausgiebig mit einem Amerikaner über Trump, American Politics und die Präsidentschaftswahlen im November unterhalten – da vergehen 4 Stunden wandern auch relativ rasch. Außerdem wurden wir immer wieder mit einer wunderbaren Aussicht belohnt, die man auch gehend gut genießen konnte:

Nach diesen zwei durchgeplanten Tagen genoss ich meinen letzten ganzen Tag in Santa Marta bei frischen Früchten und der wunderbaren Karibik-Sonne, bei einem Stadtbummel und am Pool. Am Tag darauf ging es nämlich mit dem Bus weiter nach Cartagena, einem touristischen Magneten weiter westlich von Santa Marta und dort sollten auch in zwei Tagen Martin und Georg wieder zu mir stoßen. Mit Shakira im Ohr und Vorfreude auf das Wiedersehen, aber auch schon auf die baldige Heimreise nach Österreich sog ich noch so viel Sonne & südamerikanischen Flair auf, wie es nur möglich war.

Cartagena

Mein Bus brachte mich wieder einmal fast direkt vor das Hostel. Nur die gut besuchte Touristenstraße mit Frucht-, Gewand- und Souvenier-Ständen musste ich alleine durchwandern. Aber kein Problem – ich war ja gerade voll aufs „Solo-Traveln“ eingestellt und fühlte mich selbstbewusst und sicher. 😉 Das Hostel lag zentral, zwischen den vielen bunten Hausfassaden, für welche Cartagena so bekannt ist – und es war riesig: der Schlafsaal bestand aus Einzel- und Doppelbettkojen und es waren immer 3 Kojen übereinander gestapelt – durch die Vorhänge hatte man trotzdem seinen eigenen Rückzugsort. Wie viele Personen in diesem Schlafraum platz hatten weiß ich nicht, aber es waren bestimmt über 30 Kojen….

Cartagena war perfekt zum Bummeln, Souveniers-Shoppen und um Kaffee und frische Fruchtsäfte zu genießen und das tat ich dann auch um mir die Zeit zu vertreiben, bis die zwei Jungs am nächsten Abend ankamen. Ich zählte gleichzeitig auch schon die Tage, an dem mein Flug nach Hause ging; und innerlich platzte ich fast vor Vorfreude, weil ich es (so gut es ging) für mich und eine engere Auswahl an Personen behalten wollte. – Irgendwie war es einfach mein Wunsch, die Faschingsgilde einen Abend vor unserem Faschingsumzug zu überraschen. Und da musste ich mich auf ein paar kleine Notlügen stützen, damit ich mir die Überraschung nicht selber zerstörte.

Als Ablenkung schloss ich mich am nächsten Morgen gleich mal einer Free-Walking Tour an und erfuhr in der Hitze der Stadt einige interessante Details über die Vergangenheit Cartagenas. Dass die Hafenstadt zuerst von den Spaniern kolonialisiert wurde und danach immer wieder gegen Engländer, Franzosen und Piraten verteidigt werden musste, auch für Sklavenschiffe war der Hafen ein wichtiger Anlaufpunkt. Die errichteten Stadtmauern zum Beispiel wurde alleine durch Sklavenarbeit erbaut – das gibt einem schon ein eher ungutes Gefühl, wenn man darauf herumspaziert. Neben den bunten Hausfassaden fallen einem beim Vorbeigehen auch immer wieder große, dekorative Türknäufe in verschiedensten Formen auf: Meerjungfrauen, Salamander und Löwenköpfe zeigen, dass diese Häuser früher von sehr einflussreichen, mächtigen Menschen bewohnt wurden (mehr dazu weiter unten von Martin). Außerdem sind die Kolumbianer sehr stolz auf ihre „Miss Colombia“, die jährlich neu in Cartagena gekrönt wird – eine bildliche Auflistung aller Senioritas Colombia seit 1947 prägt den Plaza de la Proclamation.

….und dann wurde wieder einmal getanzt – die Kolumbianer schaffen es einfach nicht, die Beine still zu halten. 😉

Dafür war es dann endlich Zeit für unsere Reunion – Martin und Georg checkten im Hostel ein. 😀 Und gleich wurde weiter spaziert, Cartagena erkundet und die karibische Kulinarik genossen:

Cartagena kurz zusammengefasst: eine Altstadt am Hafen und der Touristenmagnet Kolumbiens. Nach wie vor haben wir die Verkaufsanpreisungen der Standler im Ohr: „cerveca, gaziosas, weed, cocaina – best in town, trust me…“ / Bier, Kracherl, Marihuana, Kokain, das beste der Stadt, glaub mir. Für Martin und Georg war Cartagena die erste Stadt an der Karibik-Küste, da sie die Tage davor noch in Medellin verbrachten und sie waren sichtlich erfreut über das Meer, die köstlichen Früchte und das Karibik-Feeling.

Am letzten gemeinsamen Tag mit Maria erkundeten wir nochmals die Stadtmauern, bummelten durch die bunten Gassen und kauften Souvenirs. Am Abend machten wir noch einen Tanzkurs über den Dächern der Altstadt. Zu lateinamerikanischen Klängen lernten wir anfangs einfachere und danach schon anspruchsvollere Schritte und tanzten uns in den Sonnenuntergang. Wir lernten Salsa, Champeta, Cumbia und Merengue und probierten unsere Beine annähernd so locker zu bewegen, wie unser Tanzlehrer… 😉

Wir ließen den Abend bei ein paar Cocktails ausklingen – aber irgendwie wollte bei mir (Maria) nicht wirklich eine Partystimmung aufkommen. War es, weil ich am nächsten Tag meinen Flug nach Bogota antrat und somit dem Ende meiner Reise wieder ein Stück näher war? Oder waren es vielleicht doch die neuen, hohen Sandalen, die meinen Füße Qualen bereiteten? Ich weiß es nicht – jedenfalls machte uns zumindest noch unser Hostel-Eigener Whirlpool eine Freude, den kosteten wir dann noch bis zur Sperrstunde aus.

Ein wunderbares Frühstück mit herrlichem kolumbianischen Kaffee, intensives Rucksack einpacken sowie umpacken, damit auch einiges von Martins und Georgs Sachen auch schon den Weg nach Österreich fanden, so gestalteten sich die letzten Stunden in Cartagena. Nachdem sich für mich dann relativ spontan eine Taxi-Fahrgemeinschaft zum Flughafen aufgetan hat, war ich kurzzeitig überfordert mit der Verabschiedung von Martin und Georg, dem Stress in den engen Gassen die Autos und auch die netten Menschen, die mich noch zu sich ins enge Taxi ließen, nicht warten zu lassen. In diesem Moment war mir auch überhaupt nicht bewusst, dass ich Martin erst wieder in einem Monat sehen werde und auch Georg, der ja überhaupt noch nicht wusste, wann er wieder heimkehren wollte. Außerdem war es für mich noch kein „Ende“ der Weltreise, da noch zwei Tage Bogota bevor standen – nur die Jungs haben wirklich schon gecheckt: das ist vorerst das Ende von MAGEMA World – für sie bleib nurmehr MAGE World.

…und schwupp, dann war sie weg.

„MA“ in Bogota

Also aus meiner Sicht war ich „weg“ vorerst nur aus Cartagena und von meinen beiden männlichen Begleitern, in Kolumbien war ich ja noch für zwei weitere Nächte. Und so flog ich von Cartagena, was ca zwei Meter über dem Meeresspiegel liegt, nach Bogota, auf 2640 Meter über dem Meeresspiegel.

Ich Glückskind: 2 Tage in Bogota und dann auch noch Autofreier-Tag, also kein Smog und wunderbares Wetter!

Dass die Luft in Bogota dünner war, als in Cartagena, merkte ich bereits beim Stufensteigen im Hostel, ich war gleich einmal schneller außer Atem, als ich mein letztes Bett auf dieser Reise bezog.

Die Hauptstadt Kolumbiens ist mit seinen 7,4 Millionen Einwohnern (plus einer erheblichen Dunkelziffer an Einwohnern) doch um einiges größer, als die letzten Städtchen, die ich besichtigte. Somit stieg ich vom Bummeln aufs Busfahren um, wobei man sich schon alleine beim Einsteigen in den Bus und auf den Busstationen wie in einer U-Bahn vorkam:

Na zum Glück hab ich keine Klaustrophobie.. 😛

Um mich in der großen Stadt zurecht zu finden, schloss ich mich gleich einem Australier an, der sich im Großstadtdschungel und dem Busstations-Labyrinthen schon ein bisschen besser auskannte. Ziel war wieder einmal eine Free Walking Tour, die einerseits Lust darauf machte, noch ein bisserl länger in diesem spannenden Land zu bleiben, gleichzeitig aber die Vorteile von Europa und unserem Sicheren Österreich ins Gedächtnis rief. Eines der Highlights der Tour war die Verkostung von Chicha, einem Bier aus dem Andenraum, welches schon von den Inkas getrunken wurde. Übersetzt bedeutet Chicha so viel wie „Spuckebier“, weil es ursprünglich aus der Fermentation verschiedener Pflanzen durch Speichel entstand.

Am Nachmittag ging es für mich noch in das berühmte Goldmuseum, El Museo del Oro, mit der größten Sammlung an prähispanischer/präkolumbischer Goldschmiedekunst der Welt. Einerseits wurde das Museum an allen Ecken und Enden der Stadt in den höchsten Tönen gelobt, andererseits empfahl uns auch unser Free Walking-Tour-Guide, dass Museum zu besuchen und so schloss ich mich der Gratis-Führung an. Aus Geschichtlicher Sicht, war das Museum dann wirklich spannend. Die Artefakte alleine zu besichtigen hätte mir wahrscheinlich nicht so viel Spaß gemacht, aber mit ein paar Legenden über El Dorado aufgepeppt, machte die Führung auf jeden Fall etwas her. El Dorado ist ein sagenhaftes Land aus Gold, welches irgendwo in Südamerika liegen sollte, aber niemals gefunden wurde. Viele Europäer kamen aufgrund der Geschichten deshalb im 16. Jahrhundert nach Südamerika – um El Dorado zu finden. Dass immer wieder uralte Artefakte aus Gold gefunden wurden, ließen die Geschichten nicht weniger werden…. Und natürlich spielten auch Kokablätter in dem Museum eine Rolle, die im Andenraum ja quasi immer schon gekaut wurden und um den etwas berauschenden Effekt der Pflanze zu verstärken wurde zu den Blättern auch noch zerstampfte Korallen gekaut. Mahlzeit!

Um halb 12 in der Nacht erinnerte mich die Fluggesellschaft, dass ich mich für meinen Heimflug in 24 Stunden bereits einchecken konnte. Und dann wurde ich nervös. Der perfekte Sitzplatz musste her: bisher vermied ich es immer am Fenster zu sitzen, da es Martin oder Georg eh mehr Spaß machte, hinaus zu schauen, aber eigentlich wollte ich die heimische Landschaft schon von oben betrachten, nach so langer Zeit. Nah am Klo sollte der Platz auch sein und zurücklehnen wollte ich mich können, ohne, dass sich hinter mir jemand beschwert. Irgendwann konnte ich mich für einen Platz entscheiden und dann schlief ich garnicht mal so schlecht ein. 😉

Ich hatte an meinem letzten Tag noch bis zum Abend Zeit, weil der Flieger ja erst um kurz vor Mitternacht ging und somit schnappte ich mir wieder meinen Australian Boy (ich weiß leider wirklich seinen Namen nicht mehr…. shame on me..) und es ging zum Wahrzeichen Bogotas: Monserrate. Nachdem wir uns generell schon auf 2.600 Meter über dem Meerespiegel befanden und noch weitere 600 Höhenmeter hinauf mussten, stiegen wir bequemer Weise in die Standseilbahn – die aber sowas von steil war, dass mir das Gehen kurzzeitig fast lieber gewesen wäre. Der Spaziergang auf 3.200 Metern Höhe zeigte meinen Lungen aber, dass die Standseilbahn eindeutig die Richtige Entscheidung war. Dank des autofreien Tages, der zufällig an diesem Tag war, hatten wir eine wunderbare Aussicht über ganz Bogota! Man muss sich das mal vorstellen: auf einer Fläche von 1775 m2 wohnt fast die gesamte Einwohnerzahl von ganz Österreich! Ein Wahnsinn.

Am Nachmittag schloss ich mich noch einmal einer Tour an und kam aus dem Staunen über die beeindruckenden Graffitis der Stadt nicht mehr raus. Unter anderem hat sich der österreichische Graffitikünstler Nychos hier in Bogota verewigt, der mit seiner anatomischen Bildsprache seine traumatisierte Kindheit verarbeitete.

Ein sehr nahegehendes Graffiti war jenes, welches die Körperumrisse von Dilan Cruz auf einer Straßenecke Calle 19, sowie seinen Namen rings um an jeder Hauswand zeigten. Der 18-jährige Gymnasiast wurde 2019 bei einer Protestbewegung für bessere Bildung in Kolumbien von der staatlichen Polizei von hinten erschossen. Je genauer man hinsieht, desto mehr erzählen die verschiedenen Graffitis. In den meisten Fällen steckt ein gesellschaftspolitisches Statement dahinter, welches man als Reisender nur durch Gespräche mit Einheimischen oder Tourguides herausfindet.

Die Zeit verging an diesem Tag irgendwie anders als normal – ganz komisch. Nach der Grafitti-Tour machte ich mich wieder auf den Weg Richtung Hostel und suchte mir noch ein Restaurant zum Abendessen – Hunger hatte ich zwar keinen aber wie sonst, sollte die Zeit bis zur Fahrt zum Flughafen vergehen?

Der Australier musste zum Glück auch gegen acht Uhr abends zum Busbahnhof und da der Flughafen in der gleichen Richtung lag, gründeten wir eine Fahrgemeinschaft. Wisst ihr eigentlich, wie schwer es mir fiel, KEINE Fotos zu posten oder jemandem zu schreiben, dass ich gerade am Flughafen war? Dass ich in wenigen Stunden meinen letzten Flug antrat? Ich platzte innerlich fast vor lauter Vorfreude. Dazu kam auch noch, dass mir viele Freunde auch schon schrieben: wie schaut’s aus, schaffst du es noch zum Faschingsumzug?

Tja, zum Glück gab’s im Flugzeug kein WLAN und die Flugzeugfilme Coco, The Joker und A Star ist Born fragten nicht, sondern unterhielten mich einfach.

Zurück zu MAGE World – zurück nach Cartagena, nachdem Maria die beiden Männer alleine zurück gelassen hat:

Da Maria ihren Heimweg angetreten hatte, wandten wir uns gleich mal dem leiblichen Wohl zu. Wir buchten einen Kochkurs, bei dem frischer Fisch aus der Karibik und erstmalig frittierte Empanadas aufgetischt wurden. Es war ein Kochkurs in Cartagena also durften weder Musik noch Tanzeinlagen fehlen. .

Cooking class auf kolumbianisch

Mein persönliches Highlight in Cartagena war denke ich der Malkurs, den wir über die gleiche Agentur gebucht hatten wie bereits den Koch- und Tanzkurs. Cartagena ist berühmt für seine bunten Häuser der Altstadt und deren verschiedensten Türklopfern. Eine Meerjungfrau als Türklopfer bedeutet zum Beispiel, dass in diesem Haus ein Händler oder Seemann wohnt, der Salamander steht für eine direkte Verwandtschaft mit der Königsfamilie und der Löwe zeugt von Mut und Macht. Ich spielte bereits zuvor mit dem Gedanken eines dieser Gemälde zu kaufen, die an jeder Ecke verkauft werden. Dass Georg und ich, gemeinsam mit 3 Mädls aus Estland, selbst so ein Kunstwerk hinzauberten, gefiel mir daher um so mehr (man beachte das schöne aerodynamische Rad vor dem Tor).

Als krönenden Abschied, buchten wir noch eine Piratenrundfahrt in den Sonnenuntergang. Piraten – nicht aus dem Grund weil es ein Piratenschiff gewesen wäre, wie ich mir das vorgestellt hätte, eher noch weil wir so viel Rum wie die gesamte Mannschaft von Jack Sparrow an Board bekamen.

Was mich an diesem Land so faszinierte? Viel öfter als in jedem anderen Land der Welt wurden wir auf der Straße aus heiterem Himmel angequatscht. Klar, einige Male davon wollte man uns Drogen verkaufen, doch mindestens genauso oft ergaben sich interessante und erheiternde Gespräche. Die Kolumbianer scheint es heiß zu interessieren, warum Touristen heutzutage so gerne ihr Land bereisen.
Als Beispiel bei der Bushaltestelle in La India bei Filandia (in diesem winzigen Dorf!) sprach uns ein schon etwas älterer Herr an, der gerade einen Sack frische Kaffeebohnen vom Feld heim schleppte. Ob wir denn frische/rohe Kaffeebohnen kennen würden – er ließ uns welche kosten und hätte uns bestimmt noch Stunden die Welt des Kaffees erklärt, wäre doch nur unser Spanisch schon etwas besser gewesen.
Oder als nach einer Laufrunde an der Stadtmauer Cartagenas mich ein – wie ich erst zum Ende des Gesprächs erfuhr – Tourguide ansprach, mit dem ich bestimmt 30 Minuten über die Lokalpolitik sowie das Weltgeschehen plauderte. Ich völlig verschwitzt, er in Vorbereitung auf seine nächste Stadtführung – in der er sicherlich auch genügend zu erzählen gehabt hätte.
Berührungsängste Fremde anzuquatschen gibt es in Kolumbien anscheinend nicht. Irgendwie eine sehr herzliche und weltoffene Eigenschaft – die ich mir gerne mit nach Österreich nehmen würde.

Tyrona

Nach dem Touri-Programm wollten bzw mussten wir dann aber auch wieder raus aus der Stadt – weshalb wir mit dem Bus in das Dörfchen Tyrona fuhren, das direkt neben dem gleichnamigen Nationalpark liegt. Wir hatten zwar gehört, dass der Nationalpark im Februar geschlossen sein sollte um sich von den Menschenmassen erholen zu können. Doch waren wir der festen Überzeugung, es würde Wege geben den Nationalpark zu erkunden – schließlich waren wir ja in Kolumbien. So einfach war es dann doch wieder nicht. Wiedergefunden haben wir uns dann am Costeño Beach. Hier begriffen wir dann glaube ich auch erstmalig, was es heißt in der Karibik angelangt zu sein:


ewig weite Strände, Palmen, Kokosnüsse, soetwas wie Stress gibt es nicht.

Das gab uns die Möglichkeit einen Gang runter zu fahren – klingt vielleicht jetzt etwas befremdlich wenn 2 Weltreisende einen Gang runter fahren müssen – doch Cartagena und die Tage davor waren hektisch. Hier hatten wir die Chance, Schach zu spielen, Drohne zu fliegen ein Buch zu lesen. Wieder mal was ganz anderes zu unserem Citytrip Alltag.

Palomino

…ein charmantes französisches Hippie Dörfchen in der Karibik. Auch hier galt es, das Leben zu genießen und die Seele baumeln zu lassen. Für mich war es ungewohnt einmal nicht bei den unzähligen Souvenir und Bade Accessoir Standln stehen zu bleiben. Es gab so kleine Momente, bei denen man merkte, dass sich die Dynamik unserer Reisegemeinschaft durch die Heimreise von Maria geändert hatte, aus Nostalgie, Wehmut oder einfach nur weil ich es mittlerweile angenommen hatte, durchforstete ich diese kleinen Boutiqen und Geschäfte.

Abends gingen wir Jungs noch was trinken und trafen auf 2 Weinviertler die in gerade eine in Berlin lebende Amerikanerin beeindrucken wollten – da kamen wir zwei gerade recht. Es war ein lustiger Abend, zu weiten Teilen jedenfalls, denn ein Detail das die beiden ansprachen, lieferte wenig zu lachen: ob wir bereits gehört hätten, dass die Guerillakämpfer der ELN dieses Wochenende einen 72 stündigen bewaffneten Streik angekündigt haben und es eine Reisewarnung vom österreichischen Außenministerium gibt. Nein, wie wir oben zitiert haben, die Karibik ist der Ort für ewige Strände, Palmen und Kokosnüsse – wir hatten bislang noch nichts gehört. Noch weniger, dass Ziel dieses Streiks die Transportwege Kolumbiens waren und die Guerilla Gruppe der Bevölkerung die Empfehlung ausgesprochen hat, dieses Wochenende nicht zu verreisen.

In Kolumbien, ist es ja wie erwähnt normalerweise ein Leichtes mit den öffentlichen Bussen zu reisen und selbst, wenn du wie wir die RezeptionistInnen im Hostel bittest dir einen Bus zu buchen, bekommst du oft einfach die Antwort: Ach das ist nicht nötig, geh einfach vor zur Straße und dich wird ein Bus mitnehmen. Doch fuhren aufgrund des erwähnten Streiks dieses Wochenende keine oder nur wenig Busse und es kam einfach kein Bus daher.

Im Nachhinein gesehen war unser Vorgehen vielleicht etwas naiv, doch hatten wir unsere Weiterreise bereits eingeplant und so stiegen wir in das nächstbeste Auto, welches für uns anhielt. Ich will nichts dramatisieren, wir kamen ohne Vorkommnisse – bis auf eine kleine Straßensperre, bei der Bewohner ein Seil über die Straße spannten, das der Fahrer aber gekonnt durchbrach – gut in Riohacha an.

Riohacha

Ist nicht unbedingt eine sehenswerte oder touristische Stadt – doch gibt es hier gute Winde und so entschloss ich mich gegen den sagenumwobenen Wandertrail zur Ciudad Perdida und für einen 3-tägigen Kite-Surf Kurs.

Am ersten Tag lernte ich, wie ich den Drachen richtig steigen lassen würde – hört sich jetzt blöd an, aber das ist später das A und O das nun mal sitzen muss, weil dann Wellen, Boardbewegungen, Körperhaltung und Winde auf den Kite gleichzeitig wirken und man mit diesem im Prinzip alles steuert, ahja und das Salzwasser, das kommt auch noch dazu. Was soll ich sagen, es macht echt Spaß! Und auch wenn die Kite Lehrer meinten ich hätte Talent, werde ich mit meinen (damals) fast 30 glaube ich trotzdem kein Profi Kitesurfer mehr.
Wem sich die Möglichkeit bietet, dem würde ich es wärmstens empfehlen mal selbst auszuprobieren. Wir waren großteils im Wasser – darum nur so wenige Fotos.

Wie ihr ja bereits wisst, ist die Welt ein Dorf. Die Chefin der Tauchschule ist eine gebürtige Traunsteinerin und die Anita, eine ehemalige Bad Leonfeldner Schulkollegin, war in den letzten Jahren auch genau in dieser Kite Schule als Guide tätig. Ich bin nichtsahnend und ohne jegliche Vorahnung oder Empfehlung dort gelandet. War eine gute Zeit.

Auch wenn die Stadt Riohacha nicht sonderlich viel zu bieten hat, unser Hostel kann ich empfehlen. Zwei Katzen im Eingangsbereich, im Innenhof ein Pool und die Stiegen rauf am Dach eine Bar und der Gemeinschaftsbereich, der zum Kennenlernen einlud. Ehe wir uns versahen, hatten uns 2 Kanadierinnen und 1 Niederländer für eine gemeinsame Tour durch die Wüste überredet.

Punta Gallinas

Mit einem Geländejeep und leichtem Gepäck sollten wir die kommenden Tage bis zu den Punta Gallinas rauffahren, wem das wie mir nichts gesagt hätte, hier die Erklärung: zum nördlichsten Punkt Südamerikas. Wir entschieden uns einen Aufpreis für einen zusätzlichen Übersetzer zu berappen, doch bereits beim einsteigen wurde uns klar, dieser konnte zwar ein paar Wörter Englisch reden, doch verstehen … naja. Er machte die Tour zum ersten Mal und ignorierte gekonnt den Großteil unserer Fragen. Im Nachhinein betrachtet war es doch vollkommen egal, wir machten uns einen Spaß daraus, genossen die Zeit und reimten uns unsere eigene Wahrheit zusammen. Die Chemie in unserer Reisegruppe stimmt richtig gut. Es waren bildhübsche, verlassene Strände die wir erkundeten und eine auf ihre Weise ebenso hübsche karge Wüstenlandschaft.


Einziger Wermutstropfen war der Kontakt zu den Einheimischen. Wir wurden bereits bei der Buchung vorgewarnt Süßigkeiten und Wasser zu kaufen, um den Kindern etwas davon abgeben zu können. Soweit nichts ungewöhnliches. Doch als dann am zweiten Tag, Kinder und Frauen stets die Straße mit Seilen und teils Ketten absperrten um die Autos zu stoppen und dann dann die Hand aufzuhalten, minderte das den Genuss dieses Trips. Alle Stunden mal so eine Absperrung hätte ich glaub ich noch verkraftet, doch waren es auf manch einem Streckenabschnitt von 200 Metern 6 Absperrungen hintereinander. Mit unserem Besuch der Punta Gallinas, bekräftigen wir durch diese Spende von Süßigkeiten, Wasser oder Kaffee das Betteln der Wüstenbevölkerung. Männer sahen wir keine – die würden hier gar nichts arbeiten meinte der Fahrer.

Doch erlebten wir genauso allerhand Schönes in dieser Wüstenlandschaft nahe der venezolanischen Grenze.

Wieder angekommen in Riohacha verbrachten wir noch eine Nacht beim Karneval der Stadt – wir mischten uns mitten ins Getümmel. Als die vielleicht einzigen Gringos erlebten wir auf eine sehr authentische Weise dieses südamerikanischen Fest. Wer mehr zu den Feierlichkeiten erfahren will, warum dieser Karneval noch beeindruckender war als der in Barranquilla, sollte sich direkt an Georg wenden, ich fiel an diesem Abend einige Stunden früher ins Bett als er.

Karneval in Barranquilla

Barranquilla ist die drittgrößte Stadt Kolumbiens und doch gibt es eigentlich keinen Grund als Tourist diese Stadt zu besuchen – außer es ist Karneval, denn dann ist die gesamte Stadt, jedes Haus und jedes Geschäft geschmückt und es herrscht Ausnahmezustand beim zweitgrößten Karneval der Welt.

Am Faschingsonntag trafen wir uns mit den Weinviertlern, am Rosenmontag mit unseren neugewonnenen Freunden von der Wüstentour. An beiden Tagen machten wir die Nacht zum Tag und tanzen & bewegten unsere Hüften wie vielleicht noch kein Österreicher seine Hüften zuvor bewegt hatte. Champeta, Cumbia und Salsa hießen die Klänge, zu denen wir nicht mehr aufhören konnten uns zu bewegen. Egal ob live oder aus der Dose – es forderten uns stets freundliche Kolumbianer und Innen zum Tanz auf. Denn auch viele der männlichen Kolumbianer fanden Gefallen daran uns neue Tanzschritte beizubringen. Das Maizenawerfen war hier unerwartet viel weniger verbreitet als noch in Riohacha und ließ uns das ganze Spektakel etwas sauberer erleben.

Und dann kam der Faschingsdienstag, von den letzten durchgefeierten Nächten gezeichnet, bereiteten wir uns auf das Grande Finale des Faschings vor.

Und dann? Bei der Parade am Nachmittag waren die Akteure schwarz gekleidet und jammerten herum. Perrito Moreno war gestorben – wenn wir die Sketches der Fußgruppen richtig deuteten und das war schon sehr eindeutig zu verstehen, hatte dieser Herr die letzten Tage einfach zu viel getrunken. Eben dies sollte auch das Ende des Faschings symbolisieren. Wir dachten Abends würde es doch trotzdem noch Parties geben oder zumindest würden noch die Bars aufgesperrt sein. Nein, wenns aus ist ists aus. Wir wurden mit dem Gegenteil überrascht und fielen erschöpft, glücklich und viel früher als die Tage davor an diesem letzten Karnevalstag ins Bett.

umso passender finde ich am Ende des Karnevals die Werbung dieser Wiskey-Marke

Also schnappten wir uns den Flieger um weiter nach Costa Rica zu reisen.

MAGEMA Reisetipps Kolumbien

  • Fahr hin, es gibt so viel zu entdecken.
  • Genieße es, probier neue Sachen aus, gehe fort – mit gesunden Hausverstand
  • Tanze auf Rooftop-Bars lasse dich von den südamerikanischen Hüftschwüngen und großen Tanzbewegungen inspirieren (nix da Step-Touch und auf den Boden schauen! 😉 )
  • Iss so viele Früchte wie möglich
  • Medellin ist eine richtig hippe Stadt um schick Essen- oder fortzugehen
  • Für uns galt: es sind wirklich alle Kolumbianerinnen und Kolumbianer freundlich und freuen sich mit dir zu unterhalten, außer die Drogendealer, die wollen nur Drogen verkaufen
  • auch wenn man diesen Tipp in jedem Land und in jeder Stadt geben kann: mache Free Walking Touren, gerade in den größeren Städten gibt es meistens verschiedene gratis Rundgänge mit Studenten oder Tourguides, die einem nicht nur das erzählen, was in Reisebüchern steht, sondern die auch tiefer in die Thematik, die Politik und die Geschichte des Landes eintauchen
  • gilt auch für fast überall, doch besonders für Kolumbien, plane genügend Zeit ein. Vor allem die Nicht-Programm Tage haben einiges zu bieten.

Zu guter letzt weil so oft gefragt, hier noch ein Absatz zum Thema

sicherheit in kolumbien

Ich will keineswegs Dinge beschönigen, übertrieben oder dramatisieren, zumindest in den folgenden Zeilen nicht nicht. Hier ein paar Vorfälle die wir mitbekommen haben, aber selbst nicht darin verwickelt waren.

Wir selbst, kamen glücklicherweise nie in eine brenzliche Situation – auch wenn wir es ein paar mal herausgefordert hätten: In Barranquilla ging ich am Faschingsdienstag ein paar Stunden vor Mitternacht alleine 20 min heim zum Hotel. Wir fuhren am Wochenende des bewaffneten Streiks nach Riohacha. Wir genossen das Nachtleben ausgiebig.
Auch wenn die aktuelle Situation in Kolumbien wahrscheinlich besser ist als ihr Ruf, sollte man etwas Vorsicht mitbringen. In Cali, erzählte uns eine Holländerin aus erster Hand, wurden jeden Abend direkt vor ihrem Hostel Backpacker mit vorgehaltener Pistole ausgeraubt; am Weg von Minca nach Santa Marta lag ein erschossener Einheimischer auf der Straße; beim Karneval in Barranquilla 2020 kamen insgesamt 9 Personen ums Leben, stand am Aschermittwoch auf der Titelseite der Morgenzeitung. Bei unserer Wüstentour wunderten wir uns, warum abends auf einmal ein Großaufgebot des Militärs bei unserer Unterkunft eincheckte, worauf unser Tourguide uns gelassen erklärte, dies wäre wahrscheinlich nicht die Staatsarmee, sondern der Sicherheitsdienst eines Drogenbosses der eben eingecheckt hat.

Wie beschrieben ist Kolumbien ein wunderschönes Land, voller süßer Früchte, toller Natur, grundsätzlich freundlichen und interessiertem Leute und wir hatten stets ein gutes Gefühl und fühlten uns sicher. Selbst während des Karnevals mit über 1 Mio Besuchern, doch sollte man den gesunden Menschenverstand bei einer Reise nach Kolumbien unbedingt mitbringen.

Patagonien & Feuerland

Auf nach Südamerika! – den dritten Kontinent unserer Weltreise, das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Maria traute sich – sie traute sich 11 Stunden lang mit dem Flieger den Pazifik zu überqueren und chillte im Flugzeug, wie die Vielfliegerin schlechthin. Zugegeben, es war schon ein richtig langer Reisetag für uns: Zuerst von Christchurch mit dem Flieger nach Auckland und dann über den Pazifischen Ozean bis nach Santiago de Chile. Nach über 2 Monaten in den westlich-britisch-amerikanisch angehauchten Ländern, Cook Islands und Neuseeland, befanden wir uns nun endlich in Südamerika. Bereits von Beginn an wird einem schnell klar, hier herrschen andere Regeln und zB mit Englisch kommt man nur ein pequeñito Stück weiter.

Am anderen Ende der Welt hatten wir es ja gar nicht so mitbekommen – waren die europäischen Medien mehr daran interessiert? Jedenfalls alsbald wir das WIFI in Chile aktivierten, wurde uns über die verschiedensten Kanäle angezeigt, dass die Lage hier gerade etwas angespannt war. Eine Debatte über die Erhöhung der Preise für den öffentlichen Verkehr entzündete den ersten Funken und schnell entstand ein aufbrausender Konflikt der sogar Menschenleben kostete. Der tief eingesessene Verdruss der Bevölkerung über die immer größer werdende Schere zwischen Arm und Reich mobilisierte Maßen die auf die Straße gingen. Brennpunkt der Ausschreitungen war klarer Weise die Hauptstadt Chiles, Santiago de Chile. Glücklicherweise hatten wir bereits den Weiterflug Richtung Süden in unserer Tasche, denn unsere Zieldestination war der südlichste Flughafen des Landes:

Punta Arenas

Auf den Cook Islands, hatten wir ja schon kleine Flughäfen kennen gelernt und dieser war nur ein bisserl größer. Mit einem freundlichen Taxifahrer fuhren wir durch eine karge, raue Landschaft an der Küste, vorbei an unzähligen Schiffscontainern und ein paar antiken Segelbooten bis zu unserem Hostel in der Innenstadt Punta Arenas‘. Fast an unserem Ziel angekommen musste der Fahrer abrupt stoppen, denn was wir nur wenige Stunden zuvor am Smartphone sahen, bekamen wir in den kommenden Minuten selbst hautnah mit: Die Chilenen gingen auf die Straße; und so bog just auch eine Gruppe Demonstranten um die Ecke. Es war eine laute Demonstration, mit Getrommle und mit Pfiffen, frustriert über die Politik des Landes. Als Touristen hätten wir jedoch bei Tage nichts zu befürchten, versicherte uns unsere Hostelmama, die uns wenige Sekunden später herzlich empfing. Etwas verunsichert waren wir vielleicht dann doch, als wir vom Fenster des Restaurants (wo wir vorzügliches Ceviche zu Abend aßen) erspähten, dass ein paar vermummte Gestalten zwei Straßen weiter um die Ecke liefen und ihnen kurz darauf ein Wasserwerfer-Panzer hinterher fuhr.

Den folgenden Tag erkundeten wir Punta Arenas ein wenig und bestaunten die beschmierten Amtsgebäude. Im Grunde genommen war das jedoch nur etwas Ablenkung für uns, ähnlich wie das Aufputzen des Weihnachtsbaumes (bevor man endlich die Geschenke aufmachen darf), denn eigentlich bereiteten wir uns mental auf die abendliche Ankunft unserer Freunde, Christina und Dominic vor. Es war schon wieder mehr als 4 Monate her, dass wir Besuch von Zuhause hatten und mich überkam auch immer wieder der Gedanke, ob wir denn in den Augen unserer engsten Freunde überhaupt noch gesellschaftsfähig wären. Ich kann verraten: wir waren es! Als die zwei dann endlich auch eingecheckt hatten, zogen wir durch die Straßen, als wären wir nie getrennt gewesen. ❤ Wir genossen Speis & Trank und tauschten uns bis spät in die Nacht über die vergangenen Monate aus. Dem Jetlag verdankten wir es, dass vor allem wir drei, von Neuseeland kommend, geschlossen um 2 Uhr früh ohne die geringste Spur von Müdigkeit zu zeigen, in unseren Betten lagen und vergeblich auf den erholsamen Schlaf warteten….

Punta Arenas ist meines Wissens nach die größte Stadt im chilenischen Teil Patagoniens, dass die Stadt selbst viel zu bieten hätte, würde ich jetzt aber nicht unterschreiben. Sie bietet sich aber auf jeden Fall als wunderbarer Ausgangspunkt für weitere Exkursionen an und so nahmen wir am nächsten Tag die Bootstour zu einem bekannten Nationalpark für Pinguine, zur Isla Magdalena. In guter Gesellschaft wird sogar so eine Schiffsfahrt lustig und im Handumdrehen waren wir auf der Insel mit den unzähligen Pinguinen, genauer gesagt waren es viele kleine Magellanpinguine. Schon sehr lustige Tiere, wie sie zuerst herum watscheln und sich dann wieder in ihre Höhlen verziehen. Wir mussten übrigens ebenso auf einem ausgesteckten Weg in einer definierten Geschwindigkeit um die Insel watscheln, damit wir es nach exakt 40 Minuten auch wieder aufs Boot schafften. Dieses brachte uns dann weiter zur nächsten Insel mit einer Horde Seelöwen, Seerobben und Seeelefanten, die ein Schreikonzert von sich gaben, dass es eine Freude war.

Wieder am Festland angekommen, nutzen wir die verbleibende Zeit uns den Kopf zu zerbrechen, was wir am bevorstehenden O-Circuit essen wollten und welches Equipment wir noch benötigen würden.

So schaut’s aus: 5 Personen, 8 Tage wandern, 3 Mahlzeiten pro Tag.

Puerto Natales / Torres del Paine Nationalpark

Bevor wir die 8-tägige Wanderung starten würden, blieb uns also nur noch ein verbleibender Tag

  • um mit dem Bus nach Puerto Natales zu reisen (funktionierte reibungslos, Busfahren in Südamerika – des laft einfach),
  • ins Hostel einzuchecken, wo wir auch einen Teil unseres Reisegepäcks das wir während der Wanderung nicht benötigen würden verstauen konnten,
  • uns die tägliche Infoveranstaltung eines Tourenanbieters zum Track reinzuziehen,
  • die letzten Lebensmittel (viele, viele Nüsse und Früchte) zu kaufen und
  • natürlich unseren Rucksack final zu packen.

Im Nachhinein kann ich es ja laut aussprechen: den letzten Punkt, das Packen, habe ich am allermeisten genossen. Diese, sich minütlich steigernde, Nervosität gepaart mit der Verunsichertheit, sich ins Ungewisse zu stürzen und die – als Draufgabe – Badeurlaub von Oben versprechenden Wettervorhersage, hat die Stimmung schon a bissal zum Brodeln gebracht. Eigentlich wär es ja nicht so, als ob wir das erste Mal draußen geschlafen hätten, aber für einige von uns, war es das erste Mal für so lange am Stück, inkl dem Tragen der Verpflegung.

Und so wurden am Tag, bevor es losging noch Rucksäcke getauscht, über 2 kg Nüsschen und Riegel, die bereits eingepackt waren, wieder ausgepackt und sowieso das Gewicht optimiert wo es nur ging. Wir beanspruchten jeden freien Quadratmeter des Hostels für dieses Projekt, bis kurz nach 9 (abends natürlich) als die Nerven endgültig blank lagen und wir uns entschieden, doch noch einmal g’scheid Abendessen zu gehen.

Trotz des Stromausfalls in der Nacht, funktionierten unsere Wecker und wir starteten pünktlichst früh morgens Richtung Busterminal zum Nationalpark. Wir Burschen starteten mit ca. 20 kg im Rucksack und dann kam noch das 3 kg Zelt in den Händen dazu. So kam mir in diesen 10 Minuten Fußmarsch zum Busterminal auch erstmal in den Sinn: das könnte zach werden. Schnell folgte dann doch auch der Gedanke, dass Gas und Essen pro Tag weniger werden würden. Außerdem wurden wir bei einem Blick aus dem Busfenster auch gleich mit einer atemberaubenden Landschaft, sowie Guancaherden (Lamas) belohnt und das Gefühl von falscher Verzagtheit verflog sogleich wieder.

Angekommen beim Besucherzentrum des Nationalparks, wurde uns dann richtig bewusst, um was für eine Touristenattraktion es sich hierbei eigentlich handelt: Vom Busterminal, voll mit mindestens einem Duzend riesiger Reisebusse, machen sich Naturbegeisterte aus aller Welt los um dann vom Central Las Torres in den Nationalpark zu stürmen.

Kurz zur Erklärung, damit ihr uns später besser folgen könnt:

Im Nationalpark „Torres del Paine“ gibt es eine Vielzahl von Attraktionen: den Grey Gletscher, der keineswegs Grau ist, das Französische Tal sowie natürlich die namensgebenden Türme „Los Torres“, die euch vielleicht etwas an die 3 Zinnen in den Dolomiten erinnern werden. Diese genannten 3 Naturschauspiele werden durch Gebirgsketten/Berge getrennt, wenn man dessen Täler abwandert, ergibt dies ein W – daher wird die bekannteste Wanderung auch W-Track genannt. Dieser kann grundsätzlich in beide Richtungen gegangen werden und ist in 3-5 Tagen zu schaffen. Wem das jedoch noch nicht reicht – und was ich jedem ambitionierten Wanderer ans Herz legen würde – für den ist der O-Track eine willkommene Alternative. Dieser beinhaltet alle Stationen des W-Tracks und man kommt zusätzlich davor noch in den Genuss der nördlichen, weniger bewanderten Wege, die die sozusagen „äußeren Flügel“ des Ws verbinden. Hier hat man als Highlight auch noch den John Gardner Pass dabei, der meistens verschneit ist und als anstrengendster Teil des O’s gilt. Außerdem darf man bei dieser 7-9 Tageswanderung nur in eine Richtung wandern. Das heißt es kommt einem in den ersten 4 Tagen absolut keiner entgegen – man fühlt sich noch mal mehr wie in der absoluten Oaschicht. Und alle, mit denen du gestartet bist, die triffst du höchstwahrscheinlich auch am Abend im nächsten Camp wieder, was zusätzlich ein schönes Gemeinschaftsgefühl entstehen lässt.

offizielle Wanderkarte des Nationalparks Torres del Paine
die Route im Detail – von patagoniahero.com

TAG 1: CENTRAL-SERON

Die ersten 3 Stunden der Wanderung trafen wir also auf keine Menschenseele und überquerten zahlreiche Flüsse, genossen die Landschaft, vorbei an einer Herde Wildpferde und wunderten uns, ob der Herr der Ringe nicht vielleicht doch hier gedreht wurde. Dann kippte jedoch das Wetter und so auch die Stimmung. Aus den zuvor spaßigen Bachüberquerungen wurde eine Schlammschlacht und kaum einer der 5 Gefährten hatte noch trockene Schuhe als wir nach 13 km beim Ziel des ersten Tages, dem Camp Seron ankamen. Im Gemeinschaftsraum konnten wir anfangs noch unser nasses Gewand aufwärmen und uns etwas aufwärmen (beim Infovortrag am Tag zuvor hatten wir gelernt, dass das Gewand am besten trocknet, wenn man es anlässt und mit der Körperwärme trocknet – davon wollten wir aber noch nix wissen… bald mussten wir jedoch für jene Gäste Platz machen, die ein warmes Abendessen gebucht hatten. Das war allerdings weniger tragisch als es jetzt vielleicht klingen mag, denn so begannen wir endlich auch selbst mit dem Kochen und was Warmes im Baucherl hebt die Motivation schon immens. Auch gleich am ersten Abend bewiesen uns (leider) unsere Tischnachbarn, dass wir mit dem Gaskocher vorsichtig sein mussten, da sich eine von ihnen die Hand verbrühte. – Ihr Glück, dass wir eine Frau Doktor mit hatten!

Einer der angenehmsten Nebeneffekte so einer Wanderung ist jener, dass man aufgrund der körperlichen Betätigung untertags, abends wunderbar und schnell einschläft und so sollten auch diesmal die gezählten Schäflein im einstelligen Bereich bleiben (Unsere durchschnittliche zu-Bett-geh-Zeit lag bei 19 Uhr).

TAG 2: SERON-DICKSON

Was Patagonien auszeichnet, ist seine einzigartige Flora und Fauna. An unserem ersten Wandertag hatten wir Wildpferde aus nächster Nähe bestaunen können, am darauf folgenden begleitete uns, nach einem steilen Aufstieg, ein ganzes Stück lang ein Kondor. Gewaltige Tiere, deren Flügelspannweite, je nach Quelle der man glaubt, 3-5 Meter lang werden kann. Legenden berichten über diesen Vogel, dass er in seinem gesamten Leben nur eine Beziehung eingeht und wenn der Partner stirbt, der Kondor so hoch wie nur irgend möglich aufsteigt um dann im Sturzflug auf die Erde zu prallen.

Es war wiederum der Nachmittag, der mehr Regen brachte und das Wandern wurde bald eher zu einem Waten durch die überschwemmten Wiesen sowie zu einem Suchen, wo das Wiesenstück mit dem niedrigsten Wasserstand war. Der Blick auf das nächste Camp (Dickson) machte jedoch wieder viel wett: gleich neben dem Campingplatz liegt ein schwarzer Strand und daneben schwimmen Eisschollen und Eisberge im abwechselnden Rhythmus vorbei.

TAG 3: DICKSON-LOS PERROS

Am dritten Wandertag galt es gleich mal ein paar Höhenmeter zu bewältigen und so wurde auch die Landschaft um uns immer alpiner, jedoch nicht unbedingt trockener.

Das Los Perros Camp war bis dato sicherlich das abgeschiedenste, am Ende des Tals gelegen und die letzte Station bevor wir den schneebedeckten John Gardner Pass überqueren würden, auf den wir schon hinaufblicken konnten. Trotzdem oder vielleicht gerade deswegen, fühlten wir uns hier besonders wohl und so genossen wir die letzten Sonnenstrahlen mit überwältigendem Panorama und konnten unser nasses Zeugs am Hubschrauber-Notlandeplatz zum Trocknen auflegen. Aufgrund der gestiegenen Höhenmeter war sicher diese Nacht die kälteste – hier (und nur hier) war mein +3 Grad Schlafsack vielleicht etwas zu wenig wärmend.

TAG 4: LOS PERROS-EL PASO

Die Passüberquerung meisterten wir mit Links (und ohne große Pausen – wir sind halt doch Alpenländer) und oben am Grad angelangt, überraschte uns der Blick auf den imposanten, wunderschönen Grey Gletscher. Ich dachte nur, vielleicht hat die Pasterze am Großglockner auch eines Tages Mal so ausgesehen – doch wenn, dann war das bestimmt vor vielen, vielen hunderten Jahren.

Wanderinfo

Alle Campingplätze müssen im voraus gebucht werden, für die Hochsaison sogar weit im voraus. Grundsätzlich gibt es 3 verschiedene Betreiber, was auch bedeutet, dass man diese über 3 verschiedene Homepages buchen muss, was das Prozedere anfangs vielleicht etwas schwierig erscheinen lässt. Die Organisation Vertice hält die Campingplätze im Westen, die da wären: DICKSON, LOS PERROS, GREY und PAINE GRANDE. Dann gibt es Fantastico Sur, die die teureren und vielleicht etwas luxuriöseren Camps betreiben: FRANCES, CUERNOS, CHILENO, CENTRAL und SERON. Und dann gibt es noch die kostenfreien CONAF Campingplätze: Italiano und El Paso – CONAF nennt sich ebenso die Organisation um die Parkranger des Nationalpark.

Also wie ihr seht man kommt nicht drum herum, bei allen zu buchen wenn man den O-Circuit gehen will.

Am frühen Nachmittag checkten wir also beim sehr simplen CONAF CAMP El Paso ein, der im Gegensatz zu den vorher besuchten Camps „nur“ einen auf drei Seiten geschützten Kochplatz bot und weder Duschen noch Shops hatte – aber wer braucht das schon? Die Klospülung wurde durch einen Besen ersetzt – was sich zu unser Verwunderung aber hygienischer erwies, als so manch anderes Plumpsklo. Als wir unser Zelt aufgestellt hatten und feststellten wie gut ein Isostar-Pisco-Punsch nach ein paar Tagen wandern schmecken kann, trafen noch zwei weitere Wanderpärchen im Camp ein. Zu unserer absoluten Verwunderung und offen gesagt auch Bewunderung, waren diese erst vor 2 Tagen mit der Runde gestartet, denn sie ließen jedes 2te Camp aus: also 31 km am ersten Tag und 20 km am 2ten Tag (inkl der 700 hm!), wir staunten nicht schlecht. Unser Abendessen genossen wir am unweit gelegenen Mirador (Aussichtspunkt) auf den Grey Gletscher.

Darauf folgte einer meiner „Big Moments“ auf dieser Reise, als ich alleine nochmals zum Mirador raufging um einen Zeitraffer des Sonnenuntergangs einzufangen. Auf einen Schlag wurde mir bewusst, wie schön es hier eigentlich ist, dass wir mit direktem Ausblick auf einen Gletscher Abendgegessen hatten und dass wir in unmittelbarer Nähe zum Gletscher zelten werden – UND das Ende November, quasi am anderen Ende der Welt und auf ca 1000 Metern über dem Meeresspiegel. Ich war in diesem Moment einfach sprachlos und spürte eine unbeschreibliche Zufrieden- und Dankbarkeit das erleben zu dürfen.

TAG 5: EL PASO-GREY-PAINE GRANDE

Der nächste Tag sollte auch für uns eine 18 km lange Wanderung bringen. Zuerst erwarteten uns aber noch (unzählige) Hängebrücken bis zur Grey Lodge und von dort mussten wir nochmals weiter bis zum Paine Grande Camp. Wir trauten unseren Augen nicht, was in der Grey Lodge auf einmal abging: Musik aus der Dose, eine Lodgebar mit Kamin, Cocktails und richtiger italienischer Kaffeemaschine, Yoga Sessons…; nach den letzten Tagen in der Wildnis fühlten wir uns wie Tarzan der von einem Moment auf den anderen auf den Times Square gebeamt wurde. Waren wir die letzten Tage quasi noch alleine am Trail, trat nun das vorausgesagte ein: Wir kamen vor lauter Begrüßungen und „Hola“s (oder die Mehrzahl Hola-Hola) fast nicht mehr zum Quatschen. Das ist jetzt vielleicht auch etwas übertrieben, aber es war auf jeden Fall anders, aber auch schön anders. Bereits seit Neuseeland machten wir uns einen Spaß daraus, deutschsprachige Touristen – gut erkennbar an ihrer Erscheinung bzw. Ortovox Ausrüstung – mit einem freundlichen „Servus“ am Berg zu begrüßen, zu überraschen und einen Grinser auf die Lippen zu zaubern.

Nach dem doch langen Wandertag, ließen auch wir es uns abends in der Paine Grande Bar gut gehen. Von hier konnten wir auch erstmal einen Blick auf die Torres erhaschen, da sich diese an unserem Anreisetag vom Startpunkt der Wanderung noch in einem Gemisch aus Nebel und Wolken bedeckt hielten.

TAG 6: PAINE GRANDE-ITALIANO

Die folgenden Wandermeter zeigten uns eine karge Landschaft die durch die Folgen eines Waldbrandes vor ein paar Jahren geprägt war. Vielleicht romantisiere ich etwas, aber ich finde sogar diese Szenerie und Seite des Nationalparks schön.

In der Mitte des W-s angekommen, erschwindelten wir uns eine Nächtigung für einen Tag früher als geplant, platzierten kurz unser Hauptgepäck im Camp Italiano und wanderten hinein ins „französische Tal“. Die letzten intensiven Wandertage hatten doch an unseren Kräften genagt und so war es umso entspannender, als wir nach 30 min Fußmarsch mit nur leichtem Gepäck unser Mittagessen plus einem ausgedehnten Mittagsschlaf in der Sonne auf einem Steinfeld mit einem Ausblick, von dem man sonst nur träumen kann, abhalten konnten.

Nur die tapfersten der Gefährten, bestiegen noch den Weg ganz hinein bis in die Mitte des Tals und wurden mit einem weiteren traumhaften Ausblick belohnt.

TAG 7: ITALIANO-CENTRAL

El Ultimo: 24 km um den Kreis zu schließen und um die O-Wanderung zu meistern. Vorbei an den Camps Cuerno und Frances, an kristallklaren Seen und Gauchos mit ihren anmutigen Rössern.

WIR HABEN ES GESCHAFFT – zurück am Central Camping Platz, denn das war das erklärte Ziel. Natürlich, es hätte auch die Möglichkeit gegeben, etwas früher abzuzweigen, am Camp Chileno zu schlafen und die Torres zu besteigen. Dieses Camp war jedoch seit Monaten ausgebucht. Vom Camp Central aus müsste man minimum 4,5 Stunden pro Strecke rechnen und bereits um 1 in der Früh im Dunklen losgehen, um den allerorts angepriesenen Sonnenaufgang bei den Torres zu sehen. Ein blödes Gerede mit unseren Wanderkollegen der letzten Tage, hatte zur Folge, dass aus eben diesem blöden Gerede eine konkrete Idee entsprungen ist und Martin dieser Versuchung nicht widerstehen konnte. Um 1 Uhr in der Früh, nach vielleicht zwei geschlafenen Stunden (gefühlt noch weniger), bewappnet mit der neu gekauften LED Stirnlampe stapfte ich also hinauf und bemerkte bald, dass ich nicht der einzige mit dieser irrsinnigen Idee sein sollte und schloss mich einer Wandergruppe an. Ich muss gestehen, Ausblick hat man halt keinen, bzw die Landschaft recht genießen kann man nicht wirklich wenn man im Dunklen wandern geht, aber zumindest wird die Fantasie stark angeregt, wer bzw was sich nicht alles hinter den Bäumen und Büschen befinden und im nächsten Moment herausspringen könnte. Ob ich es wieder machen würde, nach ohnehin 7 Tagen Wandern mitten in der Nacht loszugehen? Ja würde ich, hier warum:

Ich wusste, dass die anderen um 9, oder vielleicht auch erst um 10 zu dieser Wanderung aufbrechen würden und da es in der Höhe doch etwas zu kalt und ungemütlich wurde, wanderte ich wieder hinunter bis zum Chileno Camp und sah zum ersten Mal die Landschaft um mich, viel schöner als im Dunklen. Ohne Handyempfang war es für mich schwierig den anderen mitzuteilen wo ich auf sie warten würde und so fanden sie mich schlafend in der Wiese, direkt neben dem Wanderweg, wieder. Da ich am Gruppenfoto vor den Torres auf keinen Fall fehlen wollte, ging ich auch mit ihnen nochmals die 3 Stunden hinauf.

Am Rückweg spürten wir erstmal die Folgen des Massen- und Tagstourtourismuses in diesem Nationalpark und wir mussten uns ungelogen, die erste Stunde bergab immer wieder anstellen, da die Wanderwege halt eben nur Wanderwege und keine mehrspurigen Fahrbahnen sind. Dafür gaben wir lautstark typisch österreichische Wanderlieder und Austropop Klassiker von uns, die Reaktionen darauf reichten von Kopfschütteln bis hin zu Leuten, die in unsere Lieder mit einstimmten.

Glücklich, erleichtert und etwas euphorisch, blickten wir noch ein letztes Mal zurück auf das imposante Gebirgsmassiv, dann stiegen wir in den Bus, der uns abermals, vorbei an unzähligen Guanacoherden, sicher zurück nach Puerto Natales brachte.

Nach 2 weiteren Tagen hieß es dann auch schon wieder Abschied nehmen von Christina und Dominic und unser weiterer Weg führte uns rüber nach Argentinien.

Der bei weitem unkomplizierteste Grenzübertritt unserer Reise erfolgte hier, in der sprichwörtlichen Pampas. Patagonien ist ein sehr, sehr dünn besiedeltes Gebiet und so dauerte es noch ein paar Stunden bis unser Bus uns in der nächst größeren Stadt, El Calafate, ablieferte.

El Calafate

Die Stadt selbst hat eine doch charmante Straße mit Shops, Cafés und Restaurants, aber das war es dann schon wieder (und natürlich einen der größeren Flughafen des argentinischen Teils Patagoniens). In der in unmittelbarer Fußnähe gelegenen Laguna Nimez kann man eine Vielzahl an Wildvögel sowie rosa Flamingos bestaunen. Immer wieder stößt man über die Namen Charles Darwin und Perito Moreno (übrigens Mitbegründer der Pfadfinderbewegung in Argentinien).

Und dann ist El Calafate der Ausgangspunkt, um Exkursionen zu dem berühmten Perito-Moreno-Gletscher zu unternehmen. Anfangs war ich zugegeben etwas skeptisch ob wir nochmals unbedingt eine weiter Tour zu einem Gletscher buchen müssten, vorweg, ja muss man, denn es hat sich echt ausgezahlt. Das Besondere an diesem Gletscher ist – neben seiner sich mächtig aufbauendem Gletscherkante: Der Gletscher befindet sich in einem Equilibrium, was soviel bedeutet wie, es wird täglich circa gleichviel Schnee am Gletscheranfang nachgespeist, wie er an der vorderen Gletscherkante über den Tag verliert. Also entgegen vielen anderen Gletschern der Welt schrumpft dieser Gletscher NICHT 😉

An dieser Stelle will ich außerdem eine Liebeserklärung an Empanadas einschieben: es gibt sie in den verschiedensten Formen, Größen, vegetarisch oder mit Fleisch, mit viel Käse, noch mehr Käse, mit Guanaco Fleisch und man kann sie eigentlich mit jeder nur erdenklichen Geschmacksrichtung füllen. UND natürlich mit den verschiedensten Saucen kombinieren. Sollten wir, wenn wir wieder Zuhause sind, eine Empanaderei aufmachen, würdet ihr zu uns kommen? Ich denke da so an, Empanadas mit Brie, Birne, Zwetschkenmarmelade, oder Empanadas aus Laugenteig mit einer Weißwurst- Händlmaiersenf-Füllung, oder Empanadas mit Schafskäse, Käferbohnen und Kürbiskernöl…..

El Chalten

4 Stunden Fahrt entfernt in den Norden von El Calafate, vorbei am größten See Argentiniens, dem Largo Argentino, befindet sich das Bergsteigerdörfchen El Chalten – für mich einer der Trigger/Auslöser für diese Weltreise.

Dazu muss ich etwas ausholen: Vor mittlerweile 5 Jahren waren Maria und ich beim European Outdoorfilmfestival am Königssee in Bayern, wo wir in herrlichem Ambiente und unter freiem Himmel, einen Kurzfilm über die erstmalige durchgehende Bekletterung des Fitz Roy sahen. El Chalten ist das Bergdorf, von wo diese Expeditionen losgehen und bereits wenn man mit dem Bus einfährt, baut sich eine Kulisse auf, dass ich fast zum „rean“ angefangen hätte können.

El Chalten, kann man sich wie folgt vorstellen: ringsum eine atemberaubende Bergkulisse, durch dessen Tal eine Straße verläuft, in der ein Burgerladen auf eine Pizzeria folgt (beide verkaufen auch Craftbier und natürlich Empanadas), worauf wiederum ein Hostel und ein Outdoorsportartikelhändler folgt und sich das ganze einfach ein paar mal wiederholt – das ist El Chalten.

Die wohl populärste Wanderung, mit bestem unmittelbaren Blick auf die Zinnen des Fitz Roys ist jene zur Laguna de los Tres. Prädikat höchsterwandernswert! Beginnend mit einem steil-gemäßigtem Anstieg, wandert man danach lange eben dahin, im wunderschönen Wald des Nationalparks, wo Spechte mit ihren knallroten Köpfen, ganz nach ihrer Freude dahin hämmern und grüne Papageien keine Scham vor den Wanderern zeigen. Man wandert so dahin und kann die Seele baumeln lassen, bis einen der letzte, schon sehr steile Anstieg über die Stein- und Geröllfelder. Wem dieser Anstieg den Atem noch nicht geraubt hat, erledigt das der folgende Ausblick:

Eine weitere Wanderung die ich dann alleine gemacht habe, war die zum Loma del Pliegue Tumbado. Diese ist vielleicht etwas länger, weniger populär, aber nicht minder schön und die Spitze bietet einen genialen 360° Ausblick, nicht nur auf den Fitz Roy sondern auch auf viele weitere Gletscher, Seen und überhaupt.

Nach einer wunderbaren Zeit im unserer Meinung nach „little Innsbruck Patagoniens“ flogen wir schließlich von El Calafate weiter nach Ushuaia in die südlichste Stadt der Welt.

Ushuaia

El fin del mundo – Das Ende der Welt

Um den Titel „die südlichste Stadt der Welt“ streiten sich mehrere Ortschaften, wobei es dann auch oft nur an der Definition liegt, was man als Stadt zählt. Ushuaia ist jedenfalls jene Stadt, in welche die meisten Leute kommen, um Expeditionen in die Antarktis zu starten. Und das, finde ich, unterstreicht die Anwärterschaft auf die südlichste Stadt der Welt schon deutlich, oder?

Ushuaia befindet sich auf Tierra del Fuego oder zu deutsch Feuerland. Diese Benennung rührt keinesfalls daher weil es hier so heiß ist, sondern weil überall Rauch von den Feuern der Einheimischen aufstieg, als der Entdecker Ferdinand Magellan das Land zum ersten Mal erblickte.

Bereits am Flughafen lachte mir ein Plakat mit „Extrem Marathon Ushuaia“ datiert mit kommenden Sonntag entgegen und kurzerhand meldete ich mich noch am Vortag dafür an, man kann ja schließlich nicht jeden Tag am südlichsten Lauf der Welt teilnehmen.

Zudem nutzten wir die Zeit in Ushuaia um uns nochmals richtig gut auszukurieren, also machten wir nur kleine Wanderungen, zu den kleineren Gletschern und in den Nationalpark.

Tierra del Fuego Nationalpark.

An unserem letzten Tag in Ushuaia mieteten wir uns noch einen Jeep, um uns den Teil des Feuerlandes genauer anzusehen, der von den Europäern als erster entdeckt wurde. So führte uns unser Weg über das Museo Acatushún, wo Freiwillige die Knochen verschiedenster angespülter Meeressäuger präparieren, weiter erforschen und so diesen südlichsten Teil der Erde und seine Bewohner etwas mehr verstehen zu lernen. Unser Ziel war dann die Estancia Haberton, eine Farm die sich immer noch im Besitz der Nachkommen des ersten Missionars, Thomas Bridges, der sich 1886 mit seiner Familie in Feuerland niederließ. Freundlicher Weise gab’s eine günstige Tour über die Farm, spannende Geschichten zu Thomas Bridges Familie und wie die Estancia heute betrieben wird. Gut gesättigt vom ansässigen Restaurant ging’s dann auch wieder zurück durch die Natur, nach Ushuaia. Mit im Gepäck hatte ich ein weiteres Buch auf meiner Bücherliste: The Uttermost Part of the World – von Thomas Bridges.

Was blieb dann sonst noch zu erledigen?

MAGEMA Reisetipps Patagonien:

  • Macht den O Circuit, vielleicht habt ihr rauslesen können, wie sehr mir dieser gefallen hat – diese etwas längere Variante lässt euch die ersten Tage durch die raue & wilde Natur Patagoniens wandern
  • Bucht die Unterkünfte so bald wie möglich – wir hatten echt Glück, im Oktober noch überall einen Platz für 5 Personen zu bekommen
  • Gute Ausrüstung kann auch vor Ort, preiswert ausgeborgt werden falls ihr auf einer längeren Reise seid
  • Geld abheben in Chile (und auch in Argentinien) ist teuer bis SEHR teuer also entweder Euros oder Dollar mitnehmen, oder angeblich gibt es auch den Trick ins Casino zu gehen, um dort ohne Zusatzgebühren abheben zu können (aber dann auch schnell wieder raus), Banken mit weniger gebühren waren bei uns: BBVA und die chinesische ICBC
  • kein Tipp, aber interessanter Fact: ihr werdet in Patagonien so viele Österreicher treffen wie sonst nirgends anders (außer vielleicht in Caorle) ausserhalb Österreichs

Neuseeland, die Südinsel

Mit der Fähre ging es für uns (inkl unserem Campervan) nach 19 Tagen auf der Nordinsel Neuseelands weiter nach Picton, einer doch sehr kleinen Hafenstadt der Südinsel, wo ohne die Fährenverbindung sich wahrscheinlich Wolf und Hase gute Wacht sagen würden. Wenn wir im Vorhinein mit Leuten über Neuseeland und unsere Pläne und Vorstellungen gesprochen haben war die Botschaft immer die eine: plant mehr Zeit für die Südinsel ein, die ist nochmals ein ganzes Stück schöner und man kann viel mehr machen. Nachdem wir wetterbedingt den einen oder anderen Tag für unser „Wunschprogramm“ abwarten mussten, sind wir doch länger im Norden geblieben als geplant und hatten nun noch knappe vier Wochen für den vielangepriesenen Süden. Ich will nicht sagen, dass vier Wochen zu kurz sind, weil sich die wichtigsten Spots und ein paar Wanderungen auf jeden Fall ausgehen. Deshalb möchte ich es so formulieren: Ist man in einem Campervan unterwegs und irrsinnig neugierig, kann man bestimmt mehrere Monate damit verbringen, Neuseeland zu erkunden (Egal ob die Nord- oder Südinsel). 😉

Nelson

Von der Fähre fuhren wir an einer malerischen Küstenstraße entlang Richtung Nelson, wo wir die erste Nacht verbringen wollten. Bereits auf dieser kurvigen Straße merkte man, dass die Südinsel landschaftstechnisch auf jeden Fall einiges zu bieten hat – vielleicht sogar wirklich mehr als der Norden.

Nach knapp 2 Stunden kurvigem bergauf Fahrens mit unserem Campervan passierte etwas, das ich gerne als den „Binder’schen-Auto-Fluch“ bezeichne. Lasst mich das vielleicht kurz erklären: es gab eine Zeit, in der meine Familie immer das Pech hatte im Urlaub eine Auto-Panne zu erleiden. So sahen wir von Kroatien über Italien bis nach Korsika schon ein paar Autowerkstätten von innen. Als ich dann mit Martin das erste Mal Sommerurlaub in Frankreich verbrachte und wir mit dem Auto unterwegs waren ging uns die Klima-Anlage ein und von unseren Problemen in Island möchte ich garnicht erst anfangen (Anm. Martin: Egal ob Wegspülung des Nummerntaferls, Reifenplatzer oder Rückwärts-Ausparkerei, ein jedes dieser Wehwehchen war dabei). Darum glaub ich ja, dass dieser „Fluch“ auf mir lastet. Als wir also an der neuseeländischen Küsten entlang fuhren leuchtete auf einmal das Batterie-Lämpchen auf. Würde ich wiedermal eine Werkstätte in einem fremden Land aufsuchen müssen? Nachdem die Jungs einen fachmännischen Blick unter die Motorhaube geworfen hatten, diese weder einen Blick zurückwarf noch sich die Leistung des Autos änderte, beschlossen wir zu unserem Zielort weiterzufahren und dort eine Werkstätte aufzusuchen. Nun kam dazu, dass es Samstag Mittag war – und hier sind sich die Österreicher und die Neuseeländer einig: „ob Samståg Mittog is zua – do muast bis Montåg woatn“. Auch unser Campervan-Verleiher konnte nicht mehr tun und so schonten wir unser Gefährt so gut wie es ging, redeten ihm gut zu und siehe da: das Lichterl verschwand wieder und wir hatten das restliche Monat kein Problem mehr mit dem Wagen. 

Abel Tasman Nationalpark

Der Abel Tasman Track gehört zu den „Great-Walks“ Neuseelands, denen eine besonders schöne Umgebung zugeschrieben wird, vom urigen Dschungel über Schluchten mit Gletscher-farbenem Wasser bis hin zu Aussichten auf schneebedeckte Berge und auf die Weiten des Meeres. Ob eine 1-Tageswanderung oder eine 3- bis 5-Tageswanderung, Neuseeland bietet mit seinen Great Walks Wanderern in allen Fitnesslevels die Möglichkeit neue Wege zu erkunden.

Für den kompletten Abel Tasman Track soll man laut Tourismusbüro drei bis fünf Tage einplanen. Da der Wanderweg an der Küste entlang führt, gibt es immer wieder Buchten in denen Wassertaxis anhalten, man kann sich also auch nur einen bestimmten Teil des Tracks aussuchen und diesen zurücklegen, oder man geht nur zwei Tage – so wie wir – und fährt dann in der Mitte des Weges wieder retour. Das Wassertaxi muss man vorab reservieren und den Campingplatz im Nationalpark auch. Gecampt werden darf nämlich nur an bestimmten stellen und auch nur dann, wenn man eine Reservierung hat.

Damit wir vor unserer bevorstehenden 8-Tageswanderung in Patagonien/Südamerika, einmal mit Sack und Pack (also mit dem großen Rucksack, Schlafsack, Isomatte, Zelt und Verpflegung) zumindest zwei Tage hintereinander wandern waren, fassten wir die ersten 32 km des Tracks ins Auge. Mit ausgeborgtem Zelt, Schlafsäcken und Isomatten legten wir am ersten Tag die geplanten 23 Kilometer zurück. Der Weg führte zunächst durch den Wald mit leichter Steigung und schon bald ging es gemütlich und mit großartigem Ausblick der Küste entlang. Unsere Mittagspause genossen wir bei „Kleopatras Pool“, einem Fluss, mit riesigen Steinen zum verweilen und abkühlen. Der einzige der sich dann wirklich etwas abkühlte war Martin, und nachdem sich während unserer Pause schon dicke Wolken über unseren Köpfen auftaten, schauten wir, dass wir rasch weiterkamen. Keine 100 m gegangen mussten wir unsere Ausrüstung schon auf Wetterfestigkeit testen: es regnete wie aus kübeln. Mit Regenhose und -jacke ausgestattet wanderten wir weiter, der Regenguss sollte aber nicht all zu lange andauern.

Auf diesem Weg machten wir auch das erste Mal Bekanntschaft mit einem „Waka“. Das unscheue Vogeltier ist in Neuseeland gut verbreitet und nicht unbedingt beliebt: vom Aussehen her ähnelt es am ehesten einer Mischung aus einem Huhn (die zuckenden, wachsamen Augen), einer Gans (der lange Hals) und einem Dinosaurier (die geschuppten Füße). Zuerst fanden wir das Tier ja noch recht spannend, aber schon bald kamen wir uns verfolgt vor; immer wider tauchte der Waka (wir sind überzeugt, dass es immer derselbe war…) auf und stand plötzlich hinter uns, neben uns oder gaaanz nahe an unserem Rucksack. Die Lebensaufgabe der Wakas ist es nämlich so viel Futter wie möglich von uns zu klauen, man muss also ordentlich auf seine Jause und seine Snacks aufpassen, sonst sind sie auf einmal weg.

Das Wetter wurde zum Abend hin noch einmal schöner und so hatten wir eine traumhafte Abendstimmung auf unserem Campingplatz und wir wuschen uns den Schweiß des Tages im erfrischend kalten Meer ab. Bei Lagerfeuer und einer kalten Jause – um uns für diese Wanderung das mitschleppen eines Campingofens zu ersparen – saßen wir noch gemütlich beisammen und ließen Mond und Sterne über unseren Köpfen und dem Horizont des Meeres aufgehen.


Der zweite Wandertag leitete uns wieder an der Küsten entlang durch den Dschungel und schon bald über lange, hohe Hängebrücken. Nachdem wir immer mit 13 km für Tag 2 gerechnet hatten, überraschte es uns sehr, als wir nach 8 km und deutlich früher als erwartet schon an den Strand zu unserer Wassertaxi-Haltestelle gelotst wurden. Aber, es gibt Schlimmeres und die gewonnene Zeit nutzten wir, um im Strandrestaurant gleich mal eine Runde großen Cider zu bestellen, die wir schon sehr feierten, weil er geschmacklich mehr an den Most von z’Hause erinnerte. Gut genährt ging es dann am späten Nachmittag per Wassertaxi zurück ins Dorf.

Frühstücksplatzerl mit Blick auf die südlichen Alpen

Im Stockdunkeln erreichten wir unseren auserkorenen gratis Stellplatz, wo wir mit ach und krach noch einen Platz für unseren Van erhaschten und erst am morgen darauf sahen wir, wie schön es rundum den Parkplatz eigentlich war. Martin nutzte den Morgen für einen Drohnenrundflug und wir frühstückten mit Blick auf die südlichen Alpen.

Das schöne an Neuseeland ist ja, – vor allem wenn man schon eine längere Weile unterwegs ist – dass manche Plätze aussehen wie daheim in Österreich. So war es auch am Lake Rotoroa, wo wir am folgenden Tag einen Abstecher hin machten. Mit dem Blick auf die schneebedeckten Berge und dem klaren, bestimmt klirr-kalten Wasser, fühlte man sich fast wie am Altausseer See, mit Blick auf den Dachstein.

Westport

Weiter ging’s nach Westport, wo sich Martin ein Rad ausborgen sollte um am Folgetag für zwei Tage die Mountainbikestrecke der „Old Ghost Road“ zu bezwingen.

Westport liegt an Neuseelands Westküste und ist vor allem bekannt für seine wunderschönen Klippen, einen gemütlichen Weg entlang der Küste und einer Seehundkolonie die dort lebt. Wir waren natürlich wieder sehr erkundungsfreudig und so spazierten wir einen steilen Weg zum Meer hinunter, direkt am Strand – entlang bis Georg abrupt stehen blieb. Sein Gesichtsausdruck war sehr überrascht und als Martin und ich näher kamen wussten wir auch warum: keine fünf Meter vor uns lag ein ausgewachsener Seehund. Er schaute auf, öffnete seinen Mund und ließ eine Art fauchen von sich. Was wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht wussten: einem Seehund soll man sich max. auf 20 Meter nähern. Aufgrund dieses Nichtwissens waren wir (und vor allem ich) sehr gut gelaunt, das Tier in freier Wildbahn zu sehen, wir fotografiert und filmten und spazierten irgendwann gemütlich vorbei. Wir sahen noch zwei weitere Seehunde, die gemütlich und windgeschützt auf den riesigen Steinen neben dem rauen Meer in der Sonne chillten. Nach diesem Natur-Erlebnis war die Seehundkolonie die wir danach bei der offiziellen Seehund-Beobachter-Stelle sahen (auf einer erhöhten Plattform per Zaun abgegrenzt) nicht mehr sehr aufregend.

Am nächsten Tag fuhren wir mit unserem Van wieder eine Stunde Richtung Norden, um Martin beim Start der Old Ghostroad aussteigen zu lassen, wo er sich an den kommenden zwei Tagen mit dem Mountainbike einen Traum erfüllte.

Bussi und Baba!

Die Old Ghost Road

Ihr kennt das sicher, man bekommt von einem Kollegen eine Email geschickt, mit einem coolen Bike Video mit traumhaftem Ausblick und flowingen Abfahrten, aber halt ewig weit weg. Genau so war es bei mir auch, als unser neuseeländischer Importeur mir ein Video zeigte von der Old Ghost Road, zu dessen Gipfel sich Leute sogar mit dem Helikopter inkl Bike fliegen lassen um nur einmal in den Genuss dieser Abgeschiedenheit und Schönheit in den Bergen Neuseelands zu kommen.

Das geniale an der Old Ghost Road ist, dass sie abgeschieden von jeglicher Zivilisation durch die Berge führt und nur ein paar Selbstversorgerhütten auf der Strecke liegen. Der alte 85 km lange Goldgräberweg kann so also entweder in 5 Tagen erwandert oder in 2-3 Tagen mit dem Rad bezwungen werden – Abzweigungen, Abkürzungen gibt es quasi keine. Für den Radsportler ist dieser Trail nochmal spannender, da es sich um 100 % Single Trail handelt, also keine Forststraße, kein Asphalt, MTB Erlebnis pur. Ich wollte es unbedingt durchziehen und so musste ich auch das etwas schlechtere Wetter am ersten Tag in Kauf nehmen und die Vorhersage dass es dort oben noch schneien könnte.

Schon bald lernte ich eine Gruppe Kiwis (= Neuseeländer) kennen, mit denen ich dann bis zur Hütte fuhr und abends noch lange saß. Die Hütte war trotz der widrigen Bedingungen mit 28 Personen fast ausgebucht und einige der Männer (sorry Mountainbiker sind auch in NZ zum Großteil Männer) machten es sich zur Challenge, so groß und schmackhaft wie möglich auf der Hütte aufzukochen. Also wenn bei den Roadies oder Ultralight Hikern oft jedes Gramm gezählt wird, hier wurde Schweinskarree, Erdäpfel, Gemüse und zahlreiche weitere Gänge aufgetischt, natürlich alles mit der passenden Weinbegleitung und als Dessert Whiskey und Schokolade. Früh am nächsten Morgen begleitete mich der Nebel noch ein Stück (und angeblich soll der Sternenhimmel in der Nacht „tremendous“ gewesen sein) doch hatte ich auch etwas Zeitdruck, da ich zu meinen Mitreisenden meine Ankunftszeit am noch immer 55 km entfernten Trailende vielleicht etwas zu optimistisch eingeplant hatte. (Anm. Maria: Martin wäre nicht Martin, würde er Ankunftszeiten nicht fast immer zu optimistisch einschätzen..)

Ich könnte noch ewig über den Trail schreiben, aber das würde den Rahmen sprengen, hier lieber ein paar Bilder:

Nachdem wir unseren Super-Sportler also wieder erfolgreich bei uns hatten wurde g’scheid eingekauft: und zwar für nichts geringeres als Wienerschnitzel mit Petersilerdäpfel und Preiselbeermarmelade und als Nachspeise Kaiserschmarr’n mit Apfelmus. Schließlich war der 26.10. – Nationalfeiertag in Österreich!

Von Westport aus arbeiteten wir uns dann Highlight für Highlight an der Westküste entlang bis hinunter nach Haas, wo wir ins Landesinnere nach Wanaka einbogen.

Die Westküste

Pancake Rocks

Steinformationen, die Aussehen wie neben- und übereinander gestapelte Pfannkuchen.

Die Formationen entstanden vor etwa 30 Millionen Jahren durch übereinander geschichtete Ablagerungen. Warum diese Ablagerungen nur hier so eine spezielle Form aufweisen, kann sich die Wissenschaft bis dato nicht genau erklären. Für den Tourismus ist dieses Naturschauspiel aber ein gefundenes Fressen. Ein riesiger Campervanparkplatz, einige Busparkplätze, ein paar Infoschilder und ein fescher Rundspaziergang sind an diesem Ort entstanden. Nicht zu vergessen: das Cafè, in dem man alle möglichen Pfannkuchen genießen kann. Wir haben es ganz traditionell (amerikanisch) probiert: mit Ahornsirup und Speck. Was sich zunächst anhört wie der Gusto einer Schwangeren ist gar nicht mal so schlecht. 😉

Hokitika Gorge

Knapp 30 km von der Küste ins Landesinnere findet man eine wunderschöne Schlucht mit strahlend eiszuckerl-blauem Wasser (vor allem bei schönem Wetter). Bei uns war das Wetter zwar nicht wunderschön, aber der kurze Weg zur Schlucht, der bereits über das eisblaue Wasser führte, war sehr schön und die Szenerie überzeugte uns wieder einmal wie außerirdisch schön unser Planet sein kann.

Franz Josef

Die Stadt, die so heißt wie ein ehemaliger österreichischer Monarch beheimatet auch den gleichnamigen Gletscher. Direkt auf den Franz Josef gelangten wir aber nicht: Es gibt zwar einige geführte Touren, die einen direkt zu den Eismassen bringen, um darauf herum zu spazieren. Diese und jene, bei denen man mit einem Helikopter hinauf fliegt erschienen uns aber nicht nur zu teuer sondern vor allem etwas paradox, blickt man auf den Klimawandel und die voranschreitende Gletscherschmelze.

Wir entschieden uns dafür, einen Wanderweg zu gehen, dessen Gipfel einen schönen Ausblick auf den Gletscher liefern sollte. Gegangen sind wir aber dann den Alex-Knob-Wanderweg der uns mit seinen 17,2 km einen 8 Stunden langen Wandertag bescherte. Über 1000 hm stapften wir hinauf – großteils Schweigend und eigentlich überhaupt nicht gemeinsam. Warum? Aufgrund einer Auseinandersetzung, die ca fünf Minuten vor Start der Wanderung komplett aus dem Ruder geriet, gingen Martin und Georg erstmals in eine komplett andere Richtung und irgendwann fanden wir uns aber alle auf demselben Weg wieder – und zwar am Alex-Knob-Weg, wie uns irgendwann dämmerte.

Das Wetter glich unserer Stimmung: es war nebelig und etwas regnerisch und zum Gipfel hin wurde der Nebel immer dichter. Am höchsten Punkt angekommen sahen wir nur wenige Meter weit, wo der Franz Josef lag, konnten wir uns also nur denken. Martin, der es sich nicht nehmen ließ, sich kurz vor dem Gipfel überraschenderweise noch gach einen „Franz Josef Bart“ zu schneiden, blieb noch etwas im Nebel und hoffte doch noch ein Foto mit dem Gletscher zu bekommen: ein Franz Josef vor Franz Josef, sozusagen.

Den (für Gemüt und Körper) anstrengenden Tag ließen wir dann gemeinsam in der ortsansässigen Therme ausklingen, wo wir zwischen 36°, 38° und 40° warmen Outdoor Wasserbecken verwöhnt wurden und erschöpft vor uns hin schrumpelten.

Lake Matheson

Seht ihr wie schön sich der Himmel, die Berge und die Bäume im Lake Matheson spiegeln? Genau dafür ist dieser See touristisch sehr beliebt. Warum hier so eine perfekte Spiegelung möglich ist liegt einerseits am Dunklen Grund des Sees und andererseits an der Windstillen Lage, die den See häufig spiegelglatt werden lassen.

Es gibt einen Rundweg, den man in einer Stunde schaffen kann, wenn man nicht alle paar Minuten stehen bleibt, weil der Himmel ein bisserl mehr aufklarte und die Spiegelung immer schöner wurde – wie es bei uns der Fall war. An besonders klaren Tagen spiegelt sich sogar der berühmten Mount Cook im Lake Matheson.

Wanaka

Vom Lake Matheson düsten wir mit unserem treuen Mobil 270 km süd-östlich, um dann am späten Nachmittag in Wanaka anzukommen. Das Städtchen Wanaka ist idyllisch gelegen an einem See und hat für uns Reisende einiges zu bieten: rings herum zieren schneebedeckte Berge die Landschaft und von der Westküste kommend fährt man eine Zeit lang auf einer Straße, die zwischen den zwei Seen der Gegend gelegen ist. – So schen!

Nach vier Stunden Autofahrt, wenig Essen am Vorabend und nur einem kleinen Frühstück kippte ich zunächst einmal vor lauter Unterzucker mitten im riesigen Supermarkt fast um. Nach reichlich Snacks und Zuckersafterl ließen die weichen Knie und das Zittern wieder nach und wir machten uns auf den Weg, einen geeigneten Stellplatz für die Nacht zu finden. Und wir fanden einen: direkt am See gelegen.

Unser eigentlicher Plan war es ja, in Wanaka den berühmten Roys Peak zu erklimmen (bitte nicht zu verwechseln mit dem Fitz Roy in Patagonien, so wie ich das immer tue..). Leider wurde uns die Erklimmung auf Grund der „Lambing-Season“, die auf diesem Berg von Anfang Oktober bis 10. November herrscht, verwehrt. Wer sich jetzt (zurecht!) fragt, was denn bitte die Lambing-Season ist, der stelle sich einfach einen Almauftrieb in den österreichischen Alpen vor, nur dass in Neuseeland eben weniger Kühe auf den Almen zu Hause sind, sondern Schafe über Schafe. Und weil es im Frühling so viele Lämmer gibt, die zum ersten Mal auf die Almen kommen, werden manche Wege und Berge für Wanderer gesperrt, damit sich die Tiere einmal „einleben“ können – so, oder so ähnlich haben wir es zumindest verstanden.

Als alternative Wanderung wurde uns – und ALLEN anderen, die den Roys Peak zu dieser Zeit ins Auge gefasst hätten – der Isthmus Peak ans Herzen gelegt. Steil bergauf, Serpentine um Serpentine mit einigen anderen Wanderern stiegen wir über 1000 hm hoch hinauf um dann einen Ausblick zu genießen, der sich wirklich lohnt. Warum lohnt er sich? Man wandert auf relativ freiem Glände rauf, was bei den vorherigen Wanderungen eigentlich nie der Fall war und hat somit perfekte Aussicht auf die scheebedeckten Berge, die blauen Seen und überhaupt fühlt man sich wie ein Kaiser im Mittelpunkt dieser malerisch schönen Szenerie. Selbst bei unserem Abstieg, gegen 4 Uhr Nachmittags strömten immer noch einige Wanderer Richtung Gipfel – ob sie es bei Tageslicht wieder hinunter geschafft haben, erfuhren wir nicht.

BH-Zaun

Auf dem Weg von Wanaka nach Queenstown gibt es den berühmten „Bra-Fence“, an welchem unmengen an BHs aller Größen, Formen und Farben hängen. Da mussten wir natürlich auch wir einen kurzen Stopp einlegen.

Queenstown

Queenstown – die Stadt für Adreanlin-Junkies und Party-People, für Backpacker, Studenten und Menschen die das Leben lieben. In der Hauptsaison ist es hier glaub ich unmöglich, den Kleinstadt-Charme zu genießen, da schieben sich die Touristen durch die Gassen, ähnlich wie in der Getreidegasse in Salzburg…. Wir sind am 31. Oktober in die Stadt eingefahren, also noch in der Vorsaison, und trotzdem war schon einiges los und die Campingplätze waren teurer als überall anders. Aus diesem Anlass buchten wir uns seit langem wieder einmal eine Unterkunft mit vier festen Wänden und erkundeten dann die Halloween-Nacht in Neuseeland.

Martin hat einmal irgendwo aufgeschnappt: „Wenn du in Neuseeland nicht irgendwo hinuntergesprungen bist, dann warst du nicht wirklich da. Und dann lassen sie dich auch nicht ausreisen!“ Mit diesem Gedanken im Kopf starteten wir am nächsten Tag in eines der vielen Reisebüros und Martin ließ sich alle Optionen fürs „wo runter springen“ aufzählen, sah sich einige Sprung-Videos an und war dann schnell überzeugt einen Fallschirmsprung aus 12000 m Höhe für den kommenden Tag zu buchen. Weil wir uns so gut mit unserer Reisebüro-Lady verstanden, hatten wir sogleich genügend Programm für unsere Zeit in Queenstown gebucht:

Ritt durch Isengard

  1. Programmpunkt, Maria:Seitdem uns in der Mongolei das Pferdereiten verwehrt wurde, ließ mich der Gedanken nicht los, dass mir das auf dieser Reise irgendwie noch fehlte. So buchte ich kurzerhand einen 1,5 Stunden Ausritt, der mich (etwas außerhalb von Queenstown) durch die Landschaftskulisse und an ein paar spezifische Drehorte der Herr der Ringe Triologie führen sollte.

Gemeinsam mit einem Pärchen aus Japan, die zum allerersten Mal in ihrem Leben auf einem Pferd saßen, und unserer Tourguide ritt ich auf einem treuen, ruhigen Pferd namens Marley durch atemberaubende Landschaften und hörte einige interessante bis kuriose Geschichten über den Herr der Ringe Dreh in diesem Gebiet. Zum Beispiel wurde der Wald, in dem der Tod Boromirs im ersten Teil gedreht wurde, Peter Jackson komplett kostenlos zur Verfügung gestellt, weil er dafür sorgte, dass nach den Dreharbeiten wieder alles so aussah wie zuvor. Außerdem wurde in der gleichen Gegend auch Wolverine gedreht, u.a. eine Szene wo Hugh Jackman nackt durch die Gegend läuft. Um diesen Dreh von neugierigen Augen abzuschirmen wurden alle Straßen zum Drehort gesperrt – nur nicht die Reiterwege und so sahen (angeblich) einige verwunderte Leute bei ihrem Ausritt einen nackten Hugh Jackman. Ob’s wahr ist oder nicht – die Geschichte alleine ist schon mal gut finde ich. Hier noch die Szene aus dem Film, für alle die sie nicht kennen.

Die Nacht vor dem Reiten, verbrachten wir übrigens auf einem der kostenfreien Stellplätze für Self-Contained Vehicles – ja so schön können die aussehen! 😉

Den Abend verbrachten wir dann gemeinsam und herrlich gechillt am Ufer des Sees in Queenstownmit, einem Karton Cider. Warum das so erwähnenswert ist: unsere Mitarbeiterin des Vertrauens vom Reisebüro hat uns, auf unsere Frage hin was man an einem angebrochenen Tag in Queenstown machen sollte, folgendes empfohlen: „Kauft euch einen Karton Cider, bestellt euch Online eine Pizza um 5 NZ-Dollar und setzt euch an den See, dort ist es am schönsten.“ Und so war es auch – den Cider haben wir genossen und die Pizza gegen einen der berühmten und zurecht in höchsten Tönen gelobten Burger der Ferg-Burgerei and -Bäckerei eingetauscht. Das Feeling war dann so ähnlich wie im Sommer in Linz an der Donaulände: irgendjemand macht immer Yoga, ein anderer Akro-Yoga und wieder andere spannen eine Slackline oder Jonglieren. Müll liegen blieb auf der Wiese übrigens keiner – ALLE stellten ihre leeren Flaschen zumindest zu den Tonnen, falls kein Platz mehr drinnen war.

Milford Sounds

An den süd-westlichen Fjorden der Südinsel Neuseelands gelegen befindet sich das wunderschöne Milford Sounds. Heimat für Pinguine und Seehunde sowie für Berge, Gletscher und Wasserfälle. Meistens ist die Region wolkenverhangen, aber wir hatten Glück!

Um uns die insgesamt 600 km nach Milford Sounds und wieder zurück nach Queenstown zu ersparen stiegen wir wieder einmal in einen Tourbus ein, dessen Dach sogar verglast war, um so viel Perspektive wie möglich zu bekommen. Das hatte vor allem den folgenden Grund: bereits die Hinfahrt zu den Fjorden war wunderschön! Mit vielen Ah’s und Oh’s ging es 4 Stunden lang zu unserem Zielort und wenn man sich die Strecke auf Google Maps ansieht dann versteht man erst einmal nicht, warum es keinen direkteren Weg von Queenstown zu den Fjorden gibt. Aber die Natur ist einfach doch stärker als der Mensch und so legt man bei dieser Fahrt einen gewaltigen Umweg zurück, der sich aber sehen lassen kann. Bei dieser Unternehmung sagen wirklich Bilder viel mehr als Worte, vor allem weil wir wirklich richtig viel Glück hatten (was in dieser Gegend selten der Fall ist) und mit blauem Himmel und herrlichstem Wetter empfangen wurden – also seht am besten selbst!