Neuseeland, die Südinsel

Mit der Fähre ging es für uns (inkl unserem Campervan) nach 19 Tagen auf der Nordinsel Neuseelands weiter nach Picton, einer doch sehr kleinen Hafenstadt der Südinsel, wo ohne die Fährenverbindung sich wahrscheinlich Wolf und Hase gute Wacht sagen würden. Wenn wir im Vorhinein mit Leuten über Neuseeland und unsere Pläne und Vorstellungen gesprochen haben war die Botschaft immer die eine: plant mehr Zeit für die Südinsel ein, die ist nochmals ein ganzes Stück schöner und man kann viel mehr machen. Nachdem wir wetterbedingt den einen oder anderen Tag für unser „Wunschprogramm“ abwarten mussten, sind wir doch länger im Norden geblieben als geplant und hatten nun noch knappe vier Wochen für den vielangepriesenen Süden. Ich will nicht sagen, dass vier Wochen zu kurz sind, weil sich die wichtigsten Spots und ein paar Wanderungen auf jeden Fall ausgehen. Deshalb möchte ich es so formulieren: Ist man in einem Campervan unterwegs und irrsinnig neugierig, kann man bestimmt mehrere Monate damit verbringen, Neuseeland zu erkunden (Egal ob die Nord- oder Südinsel). 😉

Nelson

Von der Fähre fuhren wir an einer malerischen Küstenstraße entlang Richtung Nelson, wo wir die erste Nacht verbringen wollten. Bereits auf dieser kurvigen Straße merkte man, dass die Südinsel landschaftstechnisch auf jeden Fall einiges zu bieten hat – vielleicht sogar wirklich mehr als der Norden.

Nach knapp 2 Stunden kurvigem bergauf Fahrens mit unserem Campervan passierte etwas, das ich gerne als den „Binder’schen-Auto-Fluch“ bezeichne. Lasst mich das vielleicht kurz erklären: es gab eine Zeit, in der meine Familie immer das Pech hatte im Urlaub eine Auto-Panne zu erleiden. So sahen wir von Kroatien über Italien bis nach Korsika schon ein paar Autowerkstätten von innen. Als ich dann mit Martin das erste Mal Sommerurlaub in Frankreich verbrachte und wir mit dem Auto unterwegs waren ging uns die Klima-Anlage ein und von unseren Problemen in Island möchte ich garnicht erst anfangen (Anm. Martin: Egal ob Wegspülung des Nummerntaferls, Reifenplatzer oder Rückwärts-Ausparkerei, ein jedes dieser Wehwehchen war dabei). Darum glaub ich ja, dass dieser „Fluch“ auf mir lastet. Als wir also an der neuseeländischen Küsten entlang fuhren leuchtete auf einmal das Batterie-Lämpchen auf. Würde ich wiedermal eine Werkstätte in einem fremden Land aufsuchen müssen? Nachdem die Jungs einen fachmännischen Blick unter die Motorhaube geworfen hatten, diese weder einen Blick zurückwarf noch sich die Leistung des Autos änderte, beschlossen wir zu unserem Zielort weiterzufahren und dort eine Werkstätte aufzusuchen. Nun kam dazu, dass es Samstag Mittag war – und hier sind sich die Österreicher und die Neuseeländer einig: „ob Samståg Mittog is zua – do muast bis Montåg woatn“. Auch unser Campervan-Verleiher konnte nicht mehr tun und so schonten wir unser Gefährt so gut wie es ging, redeten ihm gut zu und siehe da: das Lichterl verschwand wieder und wir hatten das restliche Monat kein Problem mehr mit dem Wagen. 

Abel Tasman Nationalpark

Der Abel Tasman Track gehört zu den „Great-Walks“ Neuseelands, denen eine besonders schöne Umgebung zugeschrieben wird, vom urigen Dschungel über Schluchten mit Gletscher-farbenem Wasser bis hin zu Aussichten auf schneebedeckte Berge und auf die Weiten des Meeres. Ob eine 1-Tageswanderung oder eine 3- bis 5-Tageswanderung, Neuseeland bietet mit seinen Great Walks Wanderern in allen Fitnesslevels die Möglichkeit neue Wege zu erkunden.

Für den kompletten Abel Tasman Track soll man laut Tourismusbüro drei bis fünf Tage einplanen. Da der Wanderweg an der Küste entlang führt, gibt es immer wieder Buchten in denen Wassertaxis anhalten, man kann sich also auch nur einen bestimmten Teil des Tracks aussuchen und diesen zurücklegen, oder man geht nur zwei Tage – so wie wir – und fährt dann in der Mitte des Weges wieder retour. Das Wassertaxi muss man vorab reservieren und den Campingplatz im Nationalpark auch. Gecampt werden darf nämlich nur an bestimmten stellen und auch nur dann, wenn man eine Reservierung hat.

Damit wir vor unserer bevorstehenden 8-Tageswanderung in Patagonien/Südamerika, einmal mit Sack und Pack (also mit dem großen Rucksack, Schlafsack, Isomatte, Zelt und Verpflegung) zumindest zwei Tage hintereinander wandern waren, fassten wir die ersten 32 km des Tracks ins Auge. Mit ausgeborgtem Zelt, Schlafsäcken und Isomatten legten wir am ersten Tag die geplanten 23 Kilometer zurück. Der Weg führte zunächst durch den Wald mit leichter Steigung und schon bald ging es gemütlich und mit großartigem Ausblick der Küste entlang. Unsere Mittagspause genossen wir bei „Kleopatras Pool“, einem Fluss, mit riesigen Steinen zum verweilen und abkühlen. Der einzige der sich dann wirklich etwas abkühlte war Martin, und nachdem sich während unserer Pause schon dicke Wolken über unseren Köpfen auftaten, schauten wir, dass wir rasch weiterkamen. Keine 100 m gegangen mussten wir unsere Ausrüstung schon auf Wetterfestigkeit testen: es regnete wie aus kübeln. Mit Regenhose und -jacke ausgestattet wanderten wir weiter, der Regenguss sollte aber nicht all zu lange andauern.

Auf diesem Weg machten wir auch das erste Mal Bekanntschaft mit einem „Waka“. Das unscheue Vogeltier ist in Neuseeland gut verbreitet und nicht unbedingt beliebt: vom Aussehen her ähnelt es am ehesten einer Mischung aus einem Huhn (die zuckenden, wachsamen Augen), einer Gans (der lange Hals) und einem Dinosaurier (die geschuppten Füße). Zuerst fanden wir das Tier ja noch recht spannend, aber schon bald kamen wir uns verfolgt vor; immer wider tauchte der Waka (wir sind überzeugt, dass es immer derselbe war…) auf und stand plötzlich hinter uns, neben uns oder gaaanz nahe an unserem Rucksack. Die Lebensaufgabe der Wakas ist es nämlich so viel Futter wie möglich von uns zu klauen, man muss also ordentlich auf seine Jause und seine Snacks aufpassen, sonst sind sie auf einmal weg.

Das Wetter wurde zum Abend hin noch einmal schöner und so hatten wir eine traumhafte Abendstimmung auf unserem Campingplatz und wir wuschen uns den Schweiß des Tages im erfrischend kalten Meer ab. Bei Lagerfeuer und einer kalten Jause – um uns für diese Wanderung das mitschleppen eines Campingofens zu ersparen – saßen wir noch gemütlich beisammen und ließen Mond und Sterne über unseren Köpfen und dem Horizont des Meeres aufgehen.


Der zweite Wandertag leitete uns wieder an der Küsten entlang durch den Dschungel und schon bald über lange, hohe Hängebrücken. Nachdem wir immer mit 13 km für Tag 2 gerechnet hatten, überraschte es uns sehr, als wir nach 8 km und deutlich früher als erwartet schon an den Strand zu unserer Wassertaxi-Haltestelle gelotst wurden. Aber, es gibt Schlimmeres und die gewonnene Zeit nutzten wir, um im Strandrestaurant gleich mal eine Runde großen Cider zu bestellen, die wir schon sehr feierten, weil er geschmacklich mehr an den Most von z’Hause erinnerte. Gut genährt ging es dann am späten Nachmittag per Wassertaxi zurück ins Dorf.

Frühstücksplatzerl mit Blick auf die südlichen Alpen

Im Stockdunkeln erreichten wir unseren auserkorenen gratis Stellplatz, wo wir mit ach und krach noch einen Platz für unseren Van erhaschten und erst am morgen darauf sahen wir, wie schön es rundum den Parkplatz eigentlich war. Martin nutzte den Morgen für einen Drohnenrundflug und wir frühstückten mit Blick auf die südlichen Alpen.

Das schöne an Neuseeland ist ja, – vor allem wenn man schon eine längere Weile unterwegs ist – dass manche Plätze aussehen wie daheim in Österreich. So war es auch am Lake Rotoroa, wo wir am folgenden Tag einen Abstecher hin machten. Mit dem Blick auf die schneebedeckten Berge und dem klaren, bestimmt klirr-kalten Wasser, fühlte man sich fast wie am Altausseer See, mit Blick auf den Dachstein.

Westport

Weiter ging’s nach Westport, wo sich Martin ein Rad ausborgen sollte um am Folgetag für zwei Tage die Mountainbikestrecke der „Old Ghost Road“ zu bezwingen.

Westport liegt an Neuseelands Westküste und ist vor allem bekannt für seine wunderschönen Klippen, einen gemütlichen Weg entlang der Küste und einer Seehundkolonie die dort lebt. Wir waren natürlich wieder sehr erkundungsfreudig und so spazierten wir einen steilen Weg zum Meer hinunter, direkt am Strand – entlang bis Georg abrupt stehen blieb. Sein Gesichtsausdruck war sehr überrascht und als Martin und ich näher kamen wussten wir auch warum: keine fünf Meter vor uns lag ein ausgewachsener Seehund. Er schaute auf, öffnete seinen Mund und ließ eine Art fauchen von sich. Was wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht wussten: einem Seehund soll man sich max. auf 20 Meter nähern. Aufgrund dieses Nichtwissens waren wir (und vor allem ich) sehr gut gelaunt, das Tier in freier Wildbahn zu sehen, wir fotografiert und filmten und spazierten irgendwann gemütlich vorbei. Wir sahen noch zwei weitere Seehunde, die gemütlich und windgeschützt auf den riesigen Steinen neben dem rauen Meer in der Sonne chillten. Nach diesem Natur-Erlebnis war die Seehundkolonie die wir danach bei der offiziellen Seehund-Beobachter-Stelle sahen (auf einer erhöhten Plattform per Zaun abgegrenzt) nicht mehr sehr aufregend.

Am nächsten Tag fuhren wir mit unserem Van wieder eine Stunde Richtung Norden, um Martin beim Start der Old Ghostroad aussteigen zu lassen, wo er sich an den kommenden zwei Tagen mit dem Mountainbike einen Traum erfüllte.

Bussi und Baba!

Die Old Ghost Road

Ihr kennt das sicher, man bekommt von einem Kollegen eine Email geschickt, mit einem coolen Bike Video mit traumhaftem Ausblick und flowingen Abfahrten, aber halt ewig weit weg. Genau so war es bei mir auch, als unser neuseeländischer Importeur mir ein Video zeigte von der Old Ghost Road, zu dessen Gipfel sich Leute sogar mit dem Helikopter inkl Bike fliegen lassen um nur einmal in den Genuss dieser Abgeschiedenheit und Schönheit in den Bergen Neuseelands zu kommen.

Das geniale an der Old Ghost Road ist, dass sie abgeschieden von jeglicher Zivilisation durch die Berge führt und nur ein paar Selbstversorgerhütten auf der Strecke liegen. Der alte 85 km lange Goldgräberweg kann so also entweder in 5 Tagen erwandert oder in 2-3 Tagen mit dem Rad bezwungen werden – Abzweigungen, Abkürzungen gibt es quasi keine. Für den Radsportler ist dieser Trail nochmal spannender, da es sich um 100 % Single Trail handelt, also keine Forststraße, kein Asphalt, MTB Erlebnis pur. Ich wollte es unbedingt durchziehen und so musste ich auch das etwas schlechtere Wetter am ersten Tag in Kauf nehmen und die Vorhersage dass es dort oben noch schneien könnte.

Schon bald lernte ich eine Gruppe Kiwis (= Neuseeländer) kennen, mit denen ich dann bis zur Hütte fuhr und abends noch lange saß. Die Hütte war trotz der widrigen Bedingungen mit 28 Personen fast ausgebucht und einige der Männer (sorry Mountainbiker sind auch in NZ zum Großteil Männer) machten es sich zur Challenge, so groß und schmackhaft wie möglich auf der Hütte aufzukochen. Also wenn bei den Roadies oder Ultralight Hikern oft jedes Gramm gezählt wird, hier wurde Schweinskarree, Erdäpfel, Gemüse und zahlreiche weitere Gänge aufgetischt, natürlich alles mit der passenden Weinbegleitung und als Dessert Whiskey und Schokolade. Früh am nächsten Morgen begleitete mich der Nebel noch ein Stück (und angeblich soll der Sternenhimmel in der Nacht „tremendous“ gewesen sein) doch hatte ich auch etwas Zeitdruck, da ich zu meinen Mitreisenden meine Ankunftszeit am noch immer 55 km entfernten Trailende vielleicht etwas zu optimistisch eingeplant hatte. (Anm. Maria: Martin wäre nicht Martin, würde er Ankunftszeiten nicht fast immer zu optimistisch einschätzen..)

Ich könnte noch ewig über den Trail schreiben, aber das würde den Rahmen sprengen, hier lieber ein paar Bilder:

Nachdem wir unseren Super-Sportler also wieder erfolgreich bei uns hatten wurde g’scheid eingekauft: und zwar für nichts geringeres als Wienerschnitzel mit Petersilerdäpfel und Preiselbeermarmelade und als Nachspeise Kaiserschmarr’n mit Apfelmus. Schließlich war der 26.10. – Nationalfeiertag in Österreich!

Von Westport aus arbeiteten wir uns dann Highlight für Highlight an der Westküste entlang bis hinunter nach Haas, wo wir ins Landesinnere nach Wanaka einbogen.

Die Westküste

Pancake Rocks

Steinformationen, die Aussehen wie neben- und übereinander gestapelte Pfannkuchen.

Die Formationen entstanden vor etwa 30 Millionen Jahren durch übereinander geschichtete Ablagerungen. Warum diese Ablagerungen nur hier so eine spezielle Form aufweisen, kann sich die Wissenschaft bis dato nicht genau erklären. Für den Tourismus ist dieses Naturschauspiel aber ein gefundenes Fressen. Ein riesiger Campervanparkplatz, einige Busparkplätze, ein paar Infoschilder und ein fescher Rundspaziergang sind an diesem Ort entstanden. Nicht zu vergessen: das Cafè, in dem man alle möglichen Pfannkuchen genießen kann. Wir haben es ganz traditionell (amerikanisch) probiert: mit Ahornsirup und Speck. Was sich zunächst anhört wie der Gusto einer Schwangeren ist gar nicht mal so schlecht. 😉

Hokitika Gorge

Knapp 30 km von der Küste ins Landesinnere findet man eine wunderschöne Schlucht mit strahlend eiszuckerl-blauem Wasser (vor allem bei schönem Wetter). Bei uns war das Wetter zwar nicht wunderschön, aber der kurze Weg zur Schlucht, der bereits über das eisblaue Wasser führte, war sehr schön und die Szenerie überzeugte uns wieder einmal wie außerirdisch schön unser Planet sein kann.

Franz Josef

Die Stadt, die so heißt wie ein ehemaliger österreichischer Monarch beheimatet auch den gleichnamigen Gletscher. Direkt auf den Franz Josef gelangten wir aber nicht: Es gibt zwar einige geführte Touren, die einen direkt zu den Eismassen bringen, um darauf herum zu spazieren. Diese und jene, bei denen man mit einem Helikopter hinauf fliegt erschienen uns aber nicht nur zu teuer sondern vor allem etwas paradox, blickt man auf den Klimawandel und die voranschreitende Gletscherschmelze.

Wir entschieden uns dafür, einen Wanderweg zu gehen, dessen Gipfel einen schönen Ausblick auf den Gletscher liefern sollte. Gegangen sind wir aber dann den Alex-Knob-Wanderweg der uns mit seinen 17,2 km einen 8 Stunden langen Wandertag bescherte. Über 1000 hm stapften wir hinauf – großteils Schweigend und eigentlich überhaupt nicht gemeinsam. Warum? Aufgrund einer Auseinandersetzung, die ca fünf Minuten vor Start der Wanderung komplett aus dem Ruder geriet, gingen Martin und Georg erstmals in eine komplett andere Richtung und irgendwann fanden wir uns aber alle auf demselben Weg wieder – und zwar am Alex-Knob-Weg, wie uns irgendwann dämmerte.

Das Wetter glich unserer Stimmung: es war nebelig und etwas regnerisch und zum Gipfel hin wurde der Nebel immer dichter. Am höchsten Punkt angekommen sahen wir nur wenige Meter weit, wo der Franz Josef lag, konnten wir uns also nur denken. Martin, der es sich nicht nehmen ließ, sich kurz vor dem Gipfel überraschenderweise noch gach einen „Franz Josef Bart“ zu schneiden, blieb noch etwas im Nebel und hoffte doch noch ein Foto mit dem Gletscher zu bekommen: ein Franz Josef vor Franz Josef, sozusagen.

Den (für Gemüt und Körper) anstrengenden Tag ließen wir dann gemeinsam in der ortsansässigen Therme ausklingen, wo wir zwischen 36°, 38° und 40° warmen Outdoor Wasserbecken verwöhnt wurden und erschöpft vor uns hin schrumpelten.

Lake Matheson

Seht ihr wie schön sich der Himmel, die Berge und die Bäume im Lake Matheson spiegeln? Genau dafür ist dieser See touristisch sehr beliebt. Warum hier so eine perfekte Spiegelung möglich ist liegt einerseits am Dunklen Grund des Sees und andererseits an der Windstillen Lage, die den See häufig spiegelglatt werden lassen.

Es gibt einen Rundweg, den man in einer Stunde schaffen kann, wenn man nicht alle paar Minuten stehen bleibt, weil der Himmel ein bisserl mehr aufklarte und die Spiegelung immer schöner wurde – wie es bei uns der Fall war. An besonders klaren Tagen spiegelt sich sogar der berühmten Mount Cook im Lake Matheson.

Wanaka

Vom Lake Matheson düsten wir mit unserem treuen Mobil 270 km süd-östlich, um dann am späten Nachmittag in Wanaka anzukommen. Das Städtchen Wanaka ist idyllisch gelegen an einem See und hat für uns Reisende einiges zu bieten: rings herum zieren schneebedeckte Berge die Landschaft und von der Westküste kommend fährt man eine Zeit lang auf einer Straße, die zwischen den zwei Seen der Gegend gelegen ist. – So schen!

Nach vier Stunden Autofahrt, wenig Essen am Vorabend und nur einem kleinen Frühstück kippte ich zunächst einmal vor lauter Unterzucker mitten im riesigen Supermarkt fast um. Nach reichlich Snacks und Zuckersafterl ließen die weichen Knie und das Zittern wieder nach und wir machten uns auf den Weg, einen geeigneten Stellplatz für die Nacht zu finden. Und wir fanden einen: direkt am See gelegen.

Unser eigentlicher Plan war es ja, in Wanaka den berühmten Roys Peak zu erklimmen (bitte nicht zu verwechseln mit dem Fitz Roy in Patagonien, so wie ich das immer tue..). Leider wurde uns die Erklimmung auf Grund der „Lambing-Season“, die auf diesem Berg von Anfang Oktober bis 10. November herrscht, verwehrt. Wer sich jetzt (zurecht!) fragt, was denn bitte die Lambing-Season ist, der stelle sich einfach einen Almauftrieb in den österreichischen Alpen vor, nur dass in Neuseeland eben weniger Kühe auf den Almen zu Hause sind, sondern Schafe über Schafe. Und weil es im Frühling so viele Lämmer gibt, die zum ersten Mal auf die Almen kommen, werden manche Wege und Berge für Wanderer gesperrt, damit sich die Tiere einmal „einleben“ können – so, oder so ähnlich haben wir es zumindest verstanden.

Als alternative Wanderung wurde uns – und ALLEN anderen, die den Roys Peak zu dieser Zeit ins Auge gefasst hätten – der Isthmus Peak ans Herzen gelegt. Steil bergauf, Serpentine um Serpentine mit einigen anderen Wanderern stiegen wir über 1000 hm hoch hinauf um dann einen Ausblick zu genießen, der sich wirklich lohnt. Warum lohnt er sich? Man wandert auf relativ freiem Glände rauf, was bei den vorherigen Wanderungen eigentlich nie der Fall war und hat somit perfekte Aussicht auf die scheebedeckten Berge, die blauen Seen und überhaupt fühlt man sich wie ein Kaiser im Mittelpunkt dieser malerisch schönen Szenerie. Selbst bei unserem Abstieg, gegen 4 Uhr Nachmittags strömten immer noch einige Wanderer Richtung Gipfel – ob sie es bei Tageslicht wieder hinunter geschafft haben, erfuhren wir nicht.

BH-Zaun

Auf dem Weg von Wanaka nach Queenstown gibt es den berühmten „Bra-Fence“, an welchem unmengen an BHs aller Größen, Formen und Farben hängen. Da mussten wir natürlich auch wir einen kurzen Stopp einlegen.

Queenstown

Queenstown – die Stadt für Adreanlin-Junkies und Party-People, für Backpacker, Studenten und Menschen die das Leben lieben. In der Hauptsaison ist es hier glaub ich unmöglich, den Kleinstadt-Charme zu genießen, da schieben sich die Touristen durch die Gassen, ähnlich wie in der Getreidegasse in Salzburg…. Wir sind am 31. Oktober in die Stadt eingefahren, also noch in der Vorsaison, und trotzdem war schon einiges los und die Campingplätze waren teurer als überall anders. Aus diesem Anlass buchten wir uns seit langem wieder einmal eine Unterkunft mit vier festen Wänden und erkundeten dann die Halloween-Nacht in Neuseeland.

Martin hat einmal irgendwo aufgeschnappt: „Wenn du in Neuseeland nicht irgendwo hinuntergesprungen bist, dann warst du nicht wirklich da. Und dann lassen sie dich auch nicht ausreisen!“ Mit diesem Gedanken im Kopf starteten wir am nächsten Tag in eines der vielen Reisebüros und Martin ließ sich alle Optionen fürs „wo runter springen“ aufzählen, sah sich einige Sprung-Videos an und war dann schnell überzeugt einen Fallschirmsprung aus 12000 m Höhe für den kommenden Tag zu buchen. Weil wir uns so gut mit unserer Reisebüro-Lady verstanden, hatten wir sogleich genügend Programm für unsere Zeit in Queenstown gebucht:

Ritt durch Isengard

  1. Programmpunkt, Maria:Seitdem uns in der Mongolei das Pferdereiten verwehrt wurde, ließ mich der Gedanken nicht los, dass mir das auf dieser Reise irgendwie noch fehlte. So buchte ich kurzerhand einen 1,5 Stunden Ausritt, der mich (etwas außerhalb von Queenstown) durch die Landschaftskulisse und an ein paar spezifische Drehorte der Herr der Ringe Triologie führen sollte.

Gemeinsam mit einem Pärchen aus Japan, die zum allerersten Mal in ihrem Leben auf einem Pferd saßen, und unserer Tourguide ritt ich auf einem treuen, ruhigen Pferd namens Marley durch atemberaubende Landschaften und hörte einige interessante bis kuriose Geschichten über den Herr der Ringe Dreh in diesem Gebiet. Zum Beispiel wurde der Wald, in dem der Tod Boromirs im ersten Teil gedreht wurde, Peter Jackson komplett kostenlos zur Verfügung gestellt, weil er dafür sorgte, dass nach den Dreharbeiten wieder alles so aussah wie zuvor. Außerdem wurde in der gleichen Gegend auch Wolverine gedreht, u.a. eine Szene wo Hugh Jackman nackt durch die Gegend läuft. Um diesen Dreh von neugierigen Augen abzuschirmen wurden alle Straßen zum Drehort gesperrt – nur nicht die Reiterwege und so sahen (angeblich) einige verwunderte Leute bei ihrem Ausritt einen nackten Hugh Jackman. Ob’s wahr ist oder nicht – die Geschichte alleine ist schon mal gut finde ich. Hier noch die Szene aus dem Film, für alle die sie nicht kennen.

Die Nacht vor dem Reiten, verbrachten wir übrigens auf einem der kostenfreien Stellplätze für Self-Contained Vehicles – ja so schön können die aussehen! 😉

Den Abend verbrachten wir dann gemeinsam und herrlich gechillt am Ufer des Sees in Queenstownmit, einem Karton Cider. Warum das so erwähnenswert ist: unsere Mitarbeiterin des Vertrauens vom Reisebüro hat uns, auf unsere Frage hin was man an einem angebrochenen Tag in Queenstown machen sollte, folgendes empfohlen: „Kauft euch einen Karton Cider, bestellt euch Online eine Pizza um 5 NZ-Dollar und setzt euch an den See, dort ist es am schönsten.“ Und so war es auch – den Cider haben wir genossen und die Pizza gegen einen der berühmten und zurecht in höchsten Tönen gelobten Burger der Ferg-Burgerei and -Bäckerei eingetauscht. Das Feeling war dann so ähnlich wie im Sommer in Linz an der Donaulände: irgendjemand macht immer Yoga, ein anderer Akro-Yoga und wieder andere spannen eine Slackline oder Jonglieren. Müll liegen blieb auf der Wiese übrigens keiner – ALLE stellten ihre leeren Flaschen zumindest zu den Tonnen, falls kein Platz mehr drinnen war.

Milford Sounds

An den süd-westlichen Fjorden der Südinsel Neuseelands gelegen befindet sich das wunderschöne Milford Sounds. Heimat für Pinguine und Seehunde sowie für Berge, Gletscher und Wasserfälle. Meistens ist die Region wolkenverhangen, aber wir hatten Glück!

Um uns die insgesamt 600 km nach Milford Sounds und wieder zurück nach Queenstown zu ersparen stiegen wir wieder einmal in einen Tourbus ein, dessen Dach sogar verglast war, um so viel Perspektive wie möglich zu bekommen. Das hatte vor allem den folgenden Grund: bereits die Hinfahrt zu den Fjorden war wunderschön! Mit vielen Ah’s und Oh’s ging es 4 Stunden lang zu unserem Zielort und wenn man sich die Strecke auf Google Maps ansieht dann versteht man erst einmal nicht, warum es keinen direkteren Weg von Queenstown zu den Fjorden gibt. Aber die Natur ist einfach doch stärker als der Mensch und so legt man bei dieser Fahrt einen gewaltigen Umweg zurück, der sich aber sehen lassen kann. Bei dieser Unternehmung sagen wirklich Bilder viel mehr als Worte, vor allem weil wir wirklich richtig viel Glück hatten (was in dieser Gegend selten der Fall ist) und mit blauem Himmel und herrlichstem Wetter empfangen wurden – also seht am besten selbst!

und da war noch was….

Martins erster Sprungversuch im Dörfchen Glenorchy am Samstag wurde wegen des starken Windes noch abgeblasen, der Ersatztermin am Montag, hielt jedoch was er versprach. Das vom-Himmel-runter-Springen wurde hier zur Perfektion betrieben, startete ein Flugzeug mit springwilligen Kunden, landete kurz darauf schon wieder das nächste um weitere Adrenalin Junkies in die Höhe zu bringen. Warum ich mich also für das Skydiven entschieden habe? Weil man alles in einem Paket hat: einen Panoramaflug über die neuseeländischen Alpen, einen Sprung aus dem Flugzeug und dann noch Paragliden – besser geht’s doch gar nicht, oder? Es ging so rasch, ich schlupfte in den Anzug, bekam meinen Dive Buddy vorgestellt, der alles 5x Überprüfte und schon stiegen wir in die kleine Propellermaschine mit transparenter Schiebetür. Vielleicht war ich von der kleinen Maschine mit der wir auf Aitutaki flogen etwas abgehärtet, vielleicht hatte ich auch vom vielen Drohne fliegen eine Vorstellung wie die Welt, die Berge und Seen von oben aussehen, jedenfalls befand sich mein Nervositätslevel gut am Boden. Die Aussicht war beeindruckend, fast etwas beruhigend, bis dann plötzlich die Seitentüre des Flugzeugs aufging und sich das erste Sprungpärchen verabschiedete. Dann setzte auch meine Nervosität ein, doch konnte ich gar nicht so schnell schauen, befanden wir uns bereits auf der Kante, ich konnte/musste ja auch eigentlich gar nichts tun (somit auch nichts falsch machen), da sich mein Dive Buddy während des aufsteigenden Fluges seinen mit meinem Anzug verbunden hatte. auf 3-2-1 da waren wir schon draußen, wobei draußen in diesem Fall an der wirklich frischen Luft bedeutet in der Luft. Mein Mund wackelte, ansonsten dachte ich nur an Banane, Banane, Banane – die Krümmung die wir eine Stunde zuvor gelernt hatten, die wir im freien Fall einnehmen sollten. Ansonsten geht einem eigentlich in diesen 45 sec bei max. 200km/h freiem Fall nicht durch den Kopf – die Aussicht genießen kann man dafür während der Paraglide-Phase und im Nu hat man auch wieder festen Boden unter den Füßen. Mein Fazit, kann man machen muss man aber nicht, hier noch ein paar Bilder und Videomaterial zum Sprung:

Von Queenstown bis Christchurch verging die Zeit dann relativ rasch. Einerseits hatten wir nurmehr wenige Tage über, dafür aber noch einiges an Kilometern zu fahren – jetzt hieß es einfach Abstriche machen.

Clay Cliffs & Twizel

Auf dem Weg nach Tekapu folgten wir einem der vielen „Natur-Highlight“-Schildern die man in Neuseeland findet und holperten auf einmal quer über eine Schotterstraße zu ziemlich cool aussehenden Steinformationen, wo wir auch endlich wieder einmal die Drohne fliegen lassen durften.

Unsere Kaffee-Pause verbrachten wir in Twizel (schon alleine der Name des Ortes ist sehr genial, wie ich finde), wo wir über einen sehr kuriosen Shop stolperten, der von Haushaltsgeräten, Spielen, Handwerkerutensilien bis hin zu Strick- und Outdoor-Zeugs alles hatte. U.a. auch einen überdimensionalen Campingsessel, den wir beinahe mitnehmen wollten…

Lake Pukaki and Lake Tekapu

Direkt am Lake Pukaki übernachteten wir auf einem gratis Stellplatz, der uns einen kitschigen Ausblick auf den eisblauen See gab. Bei schönem Wetter kann man in der Ferne, am anderen Ende des Sees den stolzen Mount Cook bewundern – uns blieb leider nur übrig, die Wolken zu betrachten. Am Lake Tekapu, wo wir am Tag danach übernachteten, hatten wir bereits etwas mehr Glück mit dem Wetter und der Aussicht. So spazierten wir zu einer nahegelegenen Steinkirche, die von typisch neuseeländischen Blumen umgeben ist.
Vielleicht noch erwähnenswert, Tekapu zählt zu einer der besten Gegenden um Sterne zu beobachten, da sie besonders darauf achten, die Lichtverschmutzung so gering wie möglich zu halten – in einer bewölkten Nacht, hat das jedoch nur wenig Einfluss und so zogen wir weiter.

Akaroa

Bevor wir unseren Roadtrip beendeten verbrachten wir noch 2 Nächte auf der Halbinsel Akaroa, die für Christchurch’s Bewohner oft als beliebte Wochenenddestination gesehen wird. Auf der Halbinsel gibt es eine nennenswerte französische Gemeinschaft, was an so mancher Ecke eine Boulangerie mit frischen Baguettes sprießen lässt. Wir ließen den Abend bei Cocktails und passenden French Fries mit Blick auf das Meer ausklingen.

Martin und ich nahmen an diesem letzten Tag mit Campervan noch einmal eine allerletzte Wanderung in Neuseeland in Angriff, während Georg den Campervan mehr nutzte und den Tag gemütlich darin und rundherum verbrachte. 😉

Der Stony Bay Peak war unser Ziel und anscheinend wollte an diesem Tag kein anderer Mensch diesen Berg erklimmen – wir trafen bei unserem Aufstieg genau drei Personen, darunter einen der sich um die Pflanzen kümmerte und den anderen beiden seine Tätigkeit erklärte. Ansonsten trafen wir auf keine andere Menschenseele – obwohl das Wetter für eine Wanderung einfach zu herrlich war und der Ausblick über die charmante Halbinsel noch einmal richtig atemberaubend! Die gelben Blüten, die man auf jedem Foto sieht, duften übrigens so gut nach Pfirsichen, dass wir uns schon auf ein paar Pfirsich Bäume gefreut hätten, die dann aber nie auftauchten…

Christchurch

In Christchurch hieß es erstmal Abschied nehmen von unserem treuen Gefährt der vergangenen fünf Wochen. Vollgetankt und geputzt brachten wir den Van mit stolzen 4500 km mehr am Buckel und ohne Schäden zurück zum Vermieter. Und dann wurden wir mit unserem gesamten Zeug (was deutlich mehr geworden ist über die letzten Wochen) von Peter abgeholt. Peters Eltern sind Freunde der Familie Tutschek und er selbst hat sich nach einer Weltreise vor acht Jahren für seinen neuen Wohnsitz in Neuseeland entschieden. – Glück für uns, wir kamen nämlich wieder einmal in den Genuss herzlichster österreichischer Gastfreundschaft. Peter teilt sich ein Haus, 20 Minuten Gehzeit von Christchurchs Zentrum entfernt, mit einem Italiener, einem Deutschen, drei Franzosen, einem Iren und einer Neuseeländerin. Was sich erstmal anhörte wie ein sehr langer Witz stellte sich als richtig lustige, bunte Wohngemeinschaft heraus, bei der wir die erste Nacht unseres letzten Ortes in Neuseeland verbringen durften. Bei frühsommerlichen Temperaturen wurde bis spät in die Nacht gegrillt, getrunken und getratscht. 

Christchurch ist wieder ganz anders als die anderen beiden „großen Städte“ Neuseelands. Die Stadt erstreckt sich in vielen kleinen Einfamilienhäusern sehr weitläufig um den Stadtkern, es gibt einen riesengroßen Park und eine nette Innenstadt. Nach dem verheerenden Erdbeben im Februar 2011 befinden sich teile der Innenstadt immer noch (!) in den Aufbauarbeiten. Immer wieder sieht man alte Gebäude, die von Baugerüsten umrahmt sind und die uralte Kirche im Zentrum der Stadt ist komplett geschlossen und wartet auf Spenden um den Aufbau anzukurbeln.

Wir verbrachten die letzten Tage in Neuseeland noch damit, uns mit div. Ausrüstungsgegenständen einzudecken, die wir voraussichtlich in Patagonien brauchen würden und kauften für unsere Wanderung ein paar Outdoor-Mahlzeiten ein. Am 13. November ging es dann zum Flughafen in Christchurch wo wir zuerst Inlands bis Auckland flogen und dann ein 10-stündiger Flug nach Santiago de Chile anstand.

Was war noch los?
Martin war traurig weil es überall Drohnenflugverbote gibt…..

…..wir ließen uns ein traditionelles Maori-Tatoo machen und aßen auf Akaroa frische Bratwürste vom Fleischermeister vor Ort, die waren fast so gut wie z’Haus.

MaGeMa Tipps Neuseeland Südinsel:

  • Springt wo runter! Ich wurde von der Check-in Lady am Flughafen über dieses ungeschriebene Gesetz eingeweiht – man kann/darf Neuseeland nicht verlassen ohne irgendwo hinuntergesprungen zu sein – ich kann das aus dem Flugzeugspringen in Queenstown nur wärmstens empfehlen.
  • gehe einen der „Great-Walks“, sie sind wirklich „great“, mit atemberaubenden Landschaften, mitten in der Natur und sowohl Wander-Neulinge als auch leidenschaftliche Bergsteiger kommen hier auf ihre kosten.
  • Falls du überlegst, eine Drohne mit zu nehmen, weil die Natur so wahnsinnig schön ist in Neuseeland: lass es lieber! Vor wirklich jedem Nationalpark ist eines dieser gemeinen „No-Drone-Zone“-Schildern, die es ausdrücklich verbieten, dort zu fliegen…
  • Iss einen Burger/Brot/Weckerl bei Fergburger in Queenstown
  • und nochmal, plant genügend Zeit für Neuseeland ein, es ist am anderen Ende der Welt und gach durchzuhuschen, macht das Erlebnis nicht schöner.

Cook Islands

KIA ORANA!

sagt man auf Maori zur Begrüßung sowie zum Abschied und bedeutet: Mögest du lange leben!

Bevor wir die mitten im Pazifik gelegenen Trauminseln anfliegen konnten, mussten wir noch einen Zwischenstopp in Auckland machen. Dort wurden wir auch wieder mit Georg vereint, der ja direkt von Singapur anreiste, da ihm von den Australiern ein Visum für den verlängerten Zwischenstopp verwehrt wurde.

Es war kein Tag wie jeder andere: am Vorabend besorgten wir in Melbourne noch einen Geburtstagskarottenkuchen, da Maria hier in Auckland für ein paar Stunden ihren ersten 27. Geburtstag haben sollte. Wir verloren abermals aufgrund der überwundenen Zeitzonen ein paar Stunden (mit nur bedingt Schlaf) und landeten um 5 Uhr Früh Ortszeit des geschichtsträchtigen 11. Septembers. – Nach Melbourner Zeit war es jedoch noch 3 Uhr und nach Singapurer Zeit sogar 1 Uhr nachts. Wir hatten nun 7 Stunden Zeit bis zum nächsten Flug und so bekam Maria in den ersten 7 Stunden ihres Geburtstages bereits ihr erstes Geschenk. Falls ich mich zukünftig jemals in Marias Alter irren sollte, ist dies der Tatsache geschuldet, dass sie in diesem Jahr so „viele Geburtstage hatte“.

RAROTONGA

Nochmal vier Stunden quer übers Meer und schon befanden wir uns im Landeanflug auf Rarotonga. Die Hauptinsel der Cook Inseln, die auch dessen Hauptstadt inklusive Parlament & Brauerei – was man eben als souveräner Staat so alles benötigt – beheimatet. Aus der Vogelperspektive konnten wir die komplette Insel bestaunen, mitten im Pazifischen Ozean, rundherum weit und breit nur: Meer und nochmals mehr Meer. Die Datumsgrenze hatten wir bereits überflogen, das heißt es war wieder der 10. September – abends. Von der Landebahn schritten wir gemütlich in das nächstgelegene größere Gebäude, wo wir während der Immigration und des Wartens auf das Gepäck (ganz nach dem Motto „auf der Insel läuft alles locker ab“), bereits den Klängen einer Ukulele lauschen durften. Später erfuhren wir, dass genau dieser Ukulelenspieler, seit bereits 35 Jahren für fast jeden Ankommenden auf Rarotonga gespielt hat.

Den nächsten Morgen begannen wir mit einem Frühstück, das einer Frühstückskönigin, oder eben dem Geburtstagskind, Maria, würdig ist: ein großer Cappuccino, knackiges Brot mit pochiertem Ei, Salat, Avocado, Speck,… alles was sie mag.

Pünktlich nach Island Time (auf der/einer Insel gibt es keine genauen Uhrzeiten) wurden wir dann von William, dem Tourbusfahrer abgeholt, der gegen den Uhrzeigersinn alle Teilnehmer der Glassboat-BBQ-Snorkeling-Tour einsammelte. Das praktische an Rarotonga: die Insel ist kreisrund mit Bergen in der Mitte, also gibt es eigentlich nur eine Hauptstraße die entlang der Küste um die Insel geht. Noch praktischer, es gibt zwei Busse, einen der im und einen der gegen den Uhrzeigersinn fährt. Diese Tour war Marias nächstes Geschenk, bei der wir abermals mit Ukulelenklängen, Inselgesängen und rhythmischen Trommelschlägen begrüßt wurden. Dann ging’s mit Booten – deren Boden verglast war, um das kristallklare Meer und deren Bewohner unter uns bestaunen zu können – hinaus zum Korallenriff. Nach Herzenslust schnorchelten wir mit sehr großen und sehr kleinen Fischen in der Lagune mitten im Nirgendwo des Pazifischen Ozeans. Der saftig grüne Berg, das kristallklare, türkise Wasser, der strahlend blaue Himmel, die goldgelbe Sandbucht – das Farbenspiel war prächtig und wir befanden uns mittendrin!

Am frühen Nachmittag fuhren wir dann weiter zu einer winzigen, verlassenen Insel wo groß aufgegrillt wurde. Bevor es ans Essen ging, gab es noch das Tischgebet und dann durften – Ladies First – zuerst die Frauen das Buffet stürmen. Nach dem Festmahl wurde uns gezeigt wie wir auf einer verlassenen Insel überleben können, indem wir lernten, wie man Palmen hinaufklettert und Kokosnüsse knackt. Der Damenwelt wurden zudem 6 der 365 verschiedenen Varianten offenbart, wie ein Sarong gebunden werden kann und auch die Männer lernten, sich ein paar traditionelle Outfits zu binden. Als Models waren wir auch hier mitten drinnen im Geschehen.

Das war jedoch noch immer das komplette Geschenk: (Anm. Maria: jaaa ich konnte mich wirklich sehr glücklich schätzen <3) abends ging es noch hinauf ins Hochland der Insel, wo wir in die traditionellen Gepflogenheiten und Geheimnisse der Polynesier und deren Vaka (die Ur-Form der Katamarane) eingeweiht wurden. Es gab ein inseltypisches Abendmahl und im Anschluss wurden die verschiedensten Tänze der Insel und wie sie sich im Laufe der Jahrzehnte und Jahrhunderte verändert hatten, zum Besten gegeben. Wir waren in guter Gesellschaft: 3x Geburtstag, 4x Honeymoon, 3x Hochzeitstag wurde in unserer Runde gefeiert.

Laut Marias Aussagen, hat ihr dieser Geburtstag gut gefallen, auch wenn es nicht immer und überall Internet gab um die Geburtstagswünsche entgegenzunehmen. (Anm. Maria: ich habe mich über alle Glückwünsche gefreut, die mich irgendwie erreicht haben – egal nach welcher Zeitzone ;-))

Den Folgetag verbrachten wir gemütlich in unserem großartigen Hostel. Es bot eigentlich alles was man braucht: Küche, Pool, Sandstrand mit Meerzugang und dazwischen Bungalowhütten auf Stelzen, in denen wir zwar nicht untergebracht waren, man sich aber im darunter bietenden Schatten in den Hängematten, wunderbar niederlassen konnte. Klingt vielleicht übertrieben und es ist sicher ein anders Mal vielleicht ganz anders, aber das allerbeste an dem Hostel waren die Leute/die andern Gäste. Egal ob Kanada, UK, Neuseeland, Korea oder unsere Nachbarn aus Deutschland, jeder war gut gelaunt und man teilte mehr als nur die Küche (und oft auch das Essen) miteinander. Der große Tisch auf der Veranda war quasi rund um die Uhr besetzt und man plauschte dahin, tauschte sich aus und an diesem Abend machten wir auch ein Lagerfeuer am Strand miteinander. Wir steuerten Steckerlbrotteig bei (der rasch als „Bread on a Stick“ die Runde machte und von allen begeistert aufgenommen wurde), andere lieferten Marshmallows, wiederum andere Tequila und so ging es bis spät in die Nacht hinein, beleuchtet von Feuer, den Sternen und dem Mond der sich im Meer spiegelte.

Am nächsten Tag borgten wir uns Räder aus und wollten um die Insel radeln. Die Hauptstraße um die Insel kann man sich wie einen Kreis vorstellen, parallel dazu gibt es auch noch die alte Hauptstraße, einen etwas kleineren inneren Kreis. Diesen inneren Weg entlang, an dem man zwischen Ziegen, Schweinen und diversen Plantagen entlang fährt ging es dann im Uhrzeigersinn bis in den Norden der Insel – in die Hauptstadt, Avarua. Am Markt bekam Maria ihre ersehnte Blumenkrone und es gab allerhand selbst gefertigte Perlenketten, Muschelamulette und Essen. 

Als wir später nahe des Muri Beachs nach einem Badestrand suchten, stießen wir auf eine Hand voll Bauarbeiter, die uns aggrat überredeten, ihnen bei ihrem Feierabendbier/oder Samstagnachmittagsbier Gesellschaft zu leisten. Bei einem blieb, es weder bei ihnen noch bei uns, also suchten wir das nächste Wirtshaus auf um einen Snack zu uns zu nehmen. Auch hier stießen wir auf einen Koch, der es sich nicht nehmen lassen wollte, uns auf mehrerer Biere einzuladen, was damit endete, dass wir die Räder stehen ließen und uns die Besitzerin des Lokals mit dem Pickup heimkutschierte. 

Anekdote zu den Hunden und Hendln

Anfangs hatten wir noch Berührungsängste, wenig später schlossen wir sie in unser Herz: die Tiere der Insel vor allem die zahlreichen Hunde und Hendln. Weil in unserem Hostel anscheinend immer wieder hundeliebende Gäste abstiegen, hatten zahlreiche Hunde gelernt, dass es hier immer etwas zu Essen und Streicheleinheiten gab. So wichen sie dem Hostel und seinen Gästen nicht mehr von der Seite. Ein paar Dauerbewohner gaben ihnen sogar Namen. Und so begleiteten uns „Jimbo“, „George“ und „Georgina“ bei unseren Spaziergängen, am Lagerfeuer und kamen zu Martins Ukulele Open Air Konzerte am Strand. Aber nicht nur auf Hunde, auch auf Hühner trifft man in Rarotonga so gut wie hinter jedem Busch, jeder Palme, oder sogar am Gipfel des höchsten Berges.

Na, wie habt ihr’s mit der Religion?

Am darauf folgenden Sonntag fühlten wir uns ins Teenageralter bzw. 10 Jahre zurückversetzt: wir besuchten den Gottesdienst. Nicht nur, dass Rarotonga mehr Kirchen als Straßenlaternen besitzt, die Sonntagsmessen haben auch den Ruf mit besonders imposanter Gesangs/Gospel Untermalung abgehalten zu werden. So legten wir unser Sonntagsgewand an und marschierten, mit sieben weiteren Hostelbewohnern, Richtung Kirche. Die in jeder Familie bekannte Situation, dass einer immer etwas länger braucht, während die anderen schon draußen warten, spielten wir bravourös nach. Auch das energische „es is schon 10 vor!“ ließ sich Maria nicht nehmen zu sagen. In der Kirche trafen wir auf mehr Weiße als gedacht an, oftmals in Badehose und Hawaii Hemd. Die Einheimischen hingegen waren schick gekleidet in Sarong oder besticktem Kleid, trugen die typischen Blumenkronen und Hüte. Zu jedem der Gospel Lieder standen sie auf und gaben zum Besten, was ihre Stimme zu bieten hatte. Definitiv ein Erlebnis, auch für Nicht-Kirchengeher. Ein weiterer Grund (böse Zungen behaupten der Eigentliche) warum so viele unserer Hostel Mitbewohner (einige lebten hier für Monate und arbeiteten als Ärzte oder Tauchlehrer auf der Insel) die Kirche besuchten war, dass es im Anschluss an die 1,5 (!) Stunden lang dauernde Messe ein ordentliches und kostenfreies Mittagessen im Pfarrcafé gab. Nach einem Tischgebet des Pfarrers wurden abermals die Damen als erstes zum Buffet gelassen – eigentlich eine sehr nette Geste. Den weiteren Tag verbrachten wir gemütlich, mit Ukulele spielen, Lesen, ab und zu ins Meer plantschen und tratschen, also richtiges Inselleben. 

Am nächsten Tag mussten wir dann endlich unsere Leihräder abholen, die wir ja am Samstag stehen gelassen hatten. Außerdem überredete uns Veronica am Abend beim Partybus mitzufahren. Wir hatten zwar schon davon gehört, aber nicht wirklich eine Vorstellung. Es funktioniert ähnlich wie bei einem Faschingsumzug (Marias Herz schlug gleich mal höher!): es gab zwei LKWs, ausgestattet mit Musik, Beleuchtung und ein paar Stangen zum anhalten/tanzen auf der Ladefläche. Die Teilnehmer meldeten sich vorab an und wurden dann von ihren Hostels abgeholt und von Bar zu Bar chauffiert. Das Montagabend-Special war: es gab nur Musik aus den 70er, 80er und 90er Jahren – sprich zu DJ Ötzi und den Venga Boys wurde springend und tanzend um die Insel gefahren. Sowas ist auch nur möglich auf einer Insel mit nur einer Straße. 😉 

Für den kommenden Tag nahmen wir uns die Inselüberquerung vor. Diese Wanderung führte uns wieder an unzähligen Hunden, Ziegen und Schweinen vorbei ins Insel-Innere, wo wir dessen prachtvolle Landschaft in vollen Zügen genießen konnten. Als wir nach – selbst für Alpenkenner – steilen Wurzelpfaden bei der „Needle“, der Spitze der Wanderung, ankommen waren und mit Hilfe von Seilen noch ein Stück hinauf kraxelten, waren wir von der Aussicht überwältigt. Dieses Island-Crossing bietet echt alles, was man sich von der idealen Wanderung wünscht: es gibt Tiere zu sehen, Wurzel- sowie Steinkletterpassagen, Bachüberquerungen (teils mit Liane) einen tollen Ausblick – in diesem Fall sogar über die gesamte Insel und aufs Meer – und zum Schluss wird man noch mit einem Wasserfall belohnt.

Ausserdem wurde uns immer mehr bewusst, dass sich die Disney Produktion Vaiana/(auf deutsch „Moana“), Rarotonga wirklich als Vorbild genommen haben musste. Hier ein paar Indizien: Die Insel mit Berg wird durch ein Riff geschützt, die traditionellen Vakas/die Schiffe mit denen die Einwohner einst bis Neuseeland fuhren, die Hähne die auf der kompletten Insel verstreut waren (sogar am Berg) und auch einen treuen Gefährten der Protagonistin darstellt. Die „Needle“, der exponierte Häuptlingsberg im Film, und vor allem die Leute sehen 1:1 aus, wie im Film dargestellt, sowohl in ihrer Form als auch mit ihren schmucken Tattoos.

Nach dem ebenso anspruchsvollen Abstieg, jausneten wir noch beim nahegelegen Muri Night Market, einem Streetfood Markt, und fielen ins Bett.

Nach einer Woche hieß es vorerst Abschied nehmen von Rarotonga, denn wir stiegen wiedermal ins Flugzeug. Dieses Mal nach…..

Aitutaki

Der Flug auf Aitutaki gestaltete sich als weiteres Erlebnis für sich selbst. Da es ein Inlandsflug war, gab es nichtmal Sicherheitschecks und ein Mann mit Klemmbrett, hackerlte unsere Namen einfach ab und wir gingen durch die Türe aufs Flugfeld. 54 Plätze hat die kleine Propeller Maschine, die Stewardess sagte noch eigenständig die Sicherheitsanweisungen durch und schob dann 5 Minuten später ein Verpflegungs-Wagerl mit frischem (gratis) Kaffee und Wasser durch den Gang. Kurz vor der Landung drehten wir noch eine Runde um die gesamte Insel (was ja nicht viel war) und dann rollten wir auf dem kleinsten Flughafen, den wir bis jetzt gesehen haben.

Viele Besucher verbringen nur einen Tag auf Aitutaki. Es gibt von Rarotonga aus Tagesausflüge inkl Flug, Verpflegung und Lagoon-Tour für umgerechnet ca. 280 Euro. Da hat man zwar dieses „Aitutaki-Erlebnis“ mit der wunderschönen Lagune, den Inseln und dem kitschigen Meer dabei, aber kommt weder mit den Locals ins Gespräch noch ein paar wertvolle Insider-Tipps – und wenn du Pech hast, ist dein Ausflugstag verregnet (was seeeehr selten vorkommt, aber es passiert.) Aber egal. Wir haben uns gegen so einen Tagesausflug entschieden und beschlossen: wir machen die kleinere, untouristischere Insel gleich 10 Tage lang – und es war gut so!

Die ersten fünf Tage verbrachten wir am östlichen Arm der Hauptinsel, der noch einmal mehr „weg vom Schuss“ ist, da der „städtische“ Teil der Insel am westlichen Arm liegt. In Fußnähe unseres Bungalows befanden sich: ein Kaffee (welches unter der Woche bis 3 Uhr Nachmittags offen hat, Freitag & Samstag bis 23 Uhr und Sonntags gar nicht) und zwei Restaurants. Supermärkte gab’s auf der anderen Seite der Insel. So borgte sich Martin am nächsten Tag gleich mal ein Kajak aus, um die Lagune zu erkunden und Georg schnappte sich ein Moped um sich mal mit Lebensmitteln einzudecken.

Denn hier konnten wir auch wieder selber Kochen – und bei den Restaurantpreisen, die sich nur Flitterwochenpärchen (und Neuseeländer, die die Preise sowieso gewohnt sind) gönnen, war das auch dringend nötig. Einen Helm tragen braucht man hier beim Mopedfahren nicht. „That’s no must on Aitutaki.“ Und es tut auch keiner und es gibt auch keine Helme zum Ausborgen. Tja – Insel Lifestyle – Fahrt einfach Vorsichtig, dann braucht ihr auch keinen Helm.

Nach zwei Tagen im Paradies kam dann der Regen. Die Insel-Bewohner freuten sich, schließlich warteten sie seit gut einem Monat auf Regen, der ihre Wasservorräte u.a. zum Duschen und Kochen auffüllen sollte. Für uns (aus eher egoistischer Urlauber-Sicht) war das eher fad, weil recht viel bleibt einem auf einer kleinen Insel nicht zu tun übrig, wenn es den ganzen Tag regnet. Internet gibt es schließlich auch auf den gesamten Cook Islands nur gegen Vorverkaufs-Voucher und nur an bestimmten Stellen. Wir möchten uns aber nicht beschweren, schließlich hat es auch etwas Gutes, wenn man sich mal den ganzen Tag mit sich selber beschäftigen muss. Dieses „fad sein“ kennt man ja schon fast nimmer. So wurde viel geschrieben, gelesen, Ukulele gespielt, massenweise Kokosnüsse geknackt und zu Rum-Becher und Müsli-Toppings verarbeitet und und und.. es fällt einem ja eh immer was ein. Es folgt einen Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Öffnen einer Kokosnuss:

Etwas Verzweiflung schlich sich dann schon ein, als es am 5. Tag immer noch regnete und das Wetter auch nach unserem Unterkunftswechsel zur Halbzeit, auf die „belebtere“ West-Seite der Insel, nicht den gewünschten Umschwung lieferte. Schließlich hatten wir weder eine Boots-Fahrt durch die wunderschöne Lagune gemacht, die einiges an Highlights versprach, noch andere ToDo’s abgehakt, die auf unserer Aitutaki-Liste standen.

Achtung Spoiler: wir haben noch alles erledigt!

Whale watching

Gleich am ersten schönen Tag, nachdem alle Regenbehälter auf Aitutaki wieder aufgefüllt waren, bekamen wir noch drei Plätze auf einem Boot zum Wale ansehen und mit ihnen zu schwimmen. Ich finde ja, „Whale watching“ hört sich immer nach einem riesigen Boot an, welches mit vielen vielen Touris weit raus aufs Meer fährt und dort hofft auf ein paar Wale zu treffen. Nun, ich war in anderen Ländern noch nie „Whale watching“, aber auf den Cooks lief es anders ab, als in meiner unsympathischen Vorstellung.

Unser erfahrener Kapitän und ein genauso kompetenter Matrose fuhren mit uns insgesamt 9 Touristen außerhalb des Riffes, ins offene Meer hinaus. Wir mussten keineswegs recht weit hinaus aufs offene Meer raus schippern, die Wale halten sich in der High-Saison zwischen Juli und Oktober nämlich sehr gerne sehr nahe am Riff auf – zu unserem Glück. Nach ein paar mal auf und ab tuckern, entlang des Riffes ließ sich dann auch eine Walmutter mit ihrem Baby blicken – sobald wir aber ins Wasser sprangen tauchten sie tief hinab. Es dauerte ein paar Versuche bis wir endlich nahe genug dran waren, und in unserer Schnorchelausrüstung zu den zwei wunderbaren Riesen des Ozeans schwimmen konnten.

Lagoon Tour

Am Tag nach unserem Tauchgang mit den Walen stiegen wir gleich nochmal ein ein Boot. Die höchst angepriesene „Lagoon-Tour“ stand auf dem Plan. Da der Vermieter unseres Bungalows auch selbst solche Touren anbot, etwas billiger als die kommerziellen und ein bisserl früher startend, damit wir die Touristenmassen umgehen, saßen wir gemeinsam mit einem Paar aus Australien um halb 10 Uhr morgens startbereit in Byrons Boot (das Boot war jedoch noch nicht im Wasser und so fuhren wir im Boot, vom Pick-Up gezogen über die Straße bis zum Hafen).

Was dann kam, war der Blick auf das Paradies. Die Perspektive vom Boot auf die Insel Aitutaki und ihre Nebeninseln hat durchwegs Postkartenpotential. Palmen, weißer Sandstrand, alle möglichen Farbabstufungen von blau und grün offenbarten sich uns innerhalb des Riffes – türkis-blau, helltürkis, dunkelblau, grün…Farben, die man eben nur von Postkarten und unecht wirkenden Bildschirm-Hintergründen kennt. Hier war das alles echt!

Byron, unser Kapitän des Tages und gleichzeitig der Vermieter unseres Bungalows erzählte uns einiges über die Insel Aitutaki, das Riff rundherum, die ungefährlichen Wasserbewohner. Wir klapperten die kleinen Inseln rund um Aitutaki ab, von „One Foot Island“ wo man seinen Reisepass stempeln lassen kann, über „Honeymoon-Island“, die nur so bewachsen war, weil Paare dort immer wieder Kokosnüsse gepflanzt haben und so den natürlichen Entstehungsverlauf der Insel beschleunigt haben bis hin zu einer Sandanhäufung, die vielleicht in vielen vielen Jahren einmal eine bewachsene Insel werden wird.

Wir bekamen wieder eine Taucherbrille und Flossen geliehen und tauchten durch das bunteste Riff, das ich je gesehen habe. Blaue und rote Korallen, riesige lebendige (!) Muscheln, die laut Byron um die 20 Jahre alt waren und deren Muschel-Inneres bläulich und violett schillerte. Drei Schnorchelspots fuhren wir insgesamt an: einen Teil des Korallenriffs, welches die Insel umrahmt, eine Stelle, wo das Meer von ca. 50 cm Tiefe steil auf 4 m Tiefe abfällt und zum Schluss sprangen wir noch zu „Giant Trevelleys“ ins Wasser, die ihren Namen alle Ehre machen. Giant Trevelleys, oder kurz G.T.s, werden bis zu 170 cm lang und wiegen um die 80 kg – also ganz schön g’scheite Wascher! Es dauerte auch etwas bis ich mich zu ihnen ins Wasser traute, vor allem weil ihr grimmiger Blick und der riesige Mund mit den spitzen Zähnen nicht sehr menschenfreundlich aussah. Außerdem waren diese riesigen Fische überhaupt nicht scheu: sobald sie unser Boot bemerkten, hofften sie auf Futter und schwammen links und rechts, vorn und hinten an uns vorbei.

Ganz am Anfang und ganz zum Schluss unserer Tour durch die Lagune bekamen wir auch noch Schildkröten zu sehen. Leider waren sie nicht in Laune um mit uns zu schwimmen, aber wir sahen sie gemütlich durchs Meer plantschen.

Währen wir den Tag in der Lagune verbrachten, gingen unsere Bungalow-Nachbarn zum Hochseefischen und fingen dort einen Thunfisch, dessen köstliches Steak großzügiger Weise auch noch für Martin, Georg und mich als Abendessen ausreichte – es war herrlich!

Nach 2 Wochen auf Aitutaki flogen wir wieder zurück nach Rarotonga wo wir noch eine Nacht verbrachten, bevor es nach Neuseeland weiter ging. Wir hatten Zeit um noch einmal zum Rarotonga-Wochenmarkt zu schauen, dort köstlichste Burger zu essen, ein paar Souveniers zu kaufen und generell noch einmal die Freundlichkeit der Bewohner zu genießen.

Unser Flug nach Auckland startete erst am Abend und da z’Haus in Österreich gerade Wahlsonntag war starteten wir noch eine obligatorische Wahlsonntags-Wanderung auf das Bergerl neben unserem Hostel. Das Wetter war noch einmal herrlich und wir hatten einen wunderbaren Ausblick über die Insel, das Meer und das Riff. Die Suche nach einem Abschiedsbier (dem Insel-eigenen „Cook-Island Lager“) stellte sich als sehr schwer heraus, da am Sonntag strengstes Alkoholverbot auf der gesamten Insel herrscht. Zum Glück wurden wir fündig – die Touristen-Bar im Flughafen-Hotel war gnädig mit uns.

Schweren Herzens verließen wir das Paradies mitten im Pazifik, mit dem Gedanken im Kopf, dass wir ganz bestimmt einmal wieder hierher fliegen wollen…

MAGEMA Tipps Cook Islands:

  • Es ist zwar unglaublich schön dort, man kann wandern, Rad fahren, schnorcheln, mit Schildkröten schwimmen, das auf der Insel gebrautes Bier trinken, mit den Einheimischen scherzen, ABER BITTE FLIEGT NICHT HIN. Wir wollen nicht schuld sein, dass die Insel ihren Charme verliert, weil nun Touristenmassen hinströmen… 😉
  • Auf Rarotonga gibt es keine giftigen oder gefährlichen Tiere, weder im Wasser – da schützt das Riff – noch im landesinneren Dschungel. Dafür gibt es viele, viele Hendln und Hunde.
  • Die meisten Besucher verweilen die Hauptzeit ihres Aufenthaltes auf der Hauptinsel Rarotonga und besichtigen Aitutaki nur für einen (unserer Meinung nach viel zu teuren) Tagesausflug. Ein paar Tage mehr können auf dieser Insel aber sicher nicht schaden – mehr „herunterkommen“ kann man selten wo.
  • einfach die Seele baumeln lassen
  • mit den Einheimischen ins Gespräch kommen und sich direkt von ihnen Tipps für den Aufenthalt holen
  • einen der traditionellen Inselabende Besuchen, das köstliche Essen und die grandiose Show genießen und vielleicht sogar sich selber zum Mittanzen überreden lassen

Malaysia

Kuala Lumpur

Es war die erste, von später weiteren folgenden, Wiedervereinigungen mit Georg. Nach wenigen Tagen in der Hauptstadt Malaysiens, Kuala Lumpur (die alle nur „KL“ nennen) erfuhren wir, dass es Georg nach kurzem Aufenthalt wieder auf Sumatra zog – die Gründe dafür waren zu diesem Zeitpunkt auch für uns noch unbekannt. 

Nach dem monatelangen Reisen durch Asien fiel uns eines besonders auf: die Sauberkeit und die großzügig geräumige Bauweise der Innenstadt KL’s. Also genossen wir dies und bummelten gleich mal stundenlang durch die Innenstadt. 

Da z’Haus gerade Hauptreisezeit war, bereisten auch Marias Cousin, Fabian und seine bildhübsche Freundin Babsi zur gleichen Zeit KL, was zum gemeinsamen Stadtbummel, Abendessen und dem Anblick der Springbrunnen-Lichter-Show im Petrona-Towers Park führte.

In unserem Hostel, das uns von Marias Cousine (danke Helene!) empfohlen wurde, herrschte reges Treiben: kunterbunt, international und weltoffen, waren auch die anderen Hostelbewohner. Außerdem wurden regelmäßig Pub-Quizzes und Pub-Crawls angeboten, was das ganze noch näher an ein Studentenheim brachte – u.a. deshalb verlängerten wir gleich 2 Mal unseren Aufenthalt dort. Beim Frühstück lernten wir eines Morgens Renata kennen. Die Anwaltskanzleiassistentin aus Kanada wurde an diesem Morgen von ihrem Begleiter versetzt, deshalb erkundeten Maria und ich gemeinsam mit ihr den Urwald der Großtstadt, mit seinem Skywalk und machten einen abkühlenden Spaziergang durch eine der vielen, vielen Shopping-Malls (jede einzelne Mall in KL ist übrigens bei Weitem pompöser als unsere Plus-City, z’Haus in Linz-Land).

Am Abend stieß dann doch noch Renatas Begleiter, Cole dazu, ebenso Kanadier. Cole verbrachte schon einige Monate als Tourguide in KL und wusste deshalb am besten, in welchen Bars es Drinks zu günstigen Preisen mit überwältigenden Aussichten gab. So planschten wir an diesem Nachmittag gratis einen Rooftop-Pool mit Blick über alle möglichen superteuren Hotels und am Abend galt es die besten Rooftopbars der Stadt zu erkunden. Die erste, die unter Tags als Helikopterlandeplatz dient und somit ohne großer Absperrung beste Aussicht über die Skyline bietet und die zweite, direkt neben den Petronas-Towers. Die Towers sind mit ihrem markanten Aussehen nicht nur das Wahrzeichen von Kuala Lumpur, sondern mit ihren 88 Stockwerken und der 452 m Gesamthöhe auch die höchsten Zwillingstürme der Welt!!! Schon ein beeindruckendes Gefühl, direkt neben diesen Towers – die auch als Drehort für u.a. Mission Impossible genutzt wurden – im 57. Stock, einen Drink zu genießen!

Falls jemand eine Fotosammlung von den Petrona Towers benötigt, aus jedem Winkel, egal bei welcher Tages oder Nachtzeit, meldet euch bitte beim Martin 😉

iCity

In Malaysia wollte ich eigentlich für 1 bis 2 Wochen ein „Workaway“ machen. Nach 2 Tagen, vielen Bügelstunden und wenig Interaktion mit unseren Co-Arbeitern brachen wir dieses Projekt ab und beschlossen, dass wir nach dieser Reise um die Welt ja wohl noch genug arbeiten und bügeln werden müssen. Was Martin dazu noch unbedingt loswerden will: dieser fühlte sich zurückversetzt in die erste Klasse Bad Leonfelden, Wäschereiunterricht. Damals wie heute stundenlanges bügeln von Wäsche, mit dem einzigen Lichtblick, als Hahn im Korb mit lauter hübschen Mädels Zeit verbringen zu können.

Es entstand Plan B und Martin buchte uns für die kommenden Tage ein großzügiges Apartment in der „iCity“, einer Vorstadt KLs mit technologischer Vorreiterrolle. Im 27. Stock sollte unser Apartment sein mit einer Küche ausgestattet, um endlich wieder mal selbst kochen zu können (in Asien war das Essen gehen einfach so billig, bzw groß Lebensmittel ungekühlt herumzuschleppen, ist halt auch nicht das gelbe vom Ei). Wir nutzten diese Chance mit Euphorie und sehr enthusiastisch und tischten Kaiserschmarr’n mit karamellisierter Ananas und Drachenfrucht, Pasta mit frischem Gemüse und weitere Köstlichkeiten auf.

Was war sonst noch besonders an der iCity? So einiges: Wir wohnten in einem von insgesamt 7 Hochhäusern, die mit Pool und Parkgarage, Cafes und Wäschereien zu einem modernen Komplex verschmolzen. In diesem Komplex befanden sich ausserdem noch, wie es sich für KL gehört, eine eigene Mall und ein Minivergnügungspark mit Hochleitungsbahn, einem Riesenrad, ein Wachsfigurenkabinett, einer Winterwonderland-Halle – dem wohl einzige Ort in Malaysia, an dem man Schnee bestaunen kann – und viele dekorative Figuren und große Wand-Malerein. Wir wollten es unserem Grab-Fahrer bei der Anreise zur iCity zuerst ja gar nicht glauben, als er von beleuchteten Bäumen, riesigen Figuren von russischen Babuschkas, dem Schloss von Aladdin und ein paar Nimbus 2000 aus der Harry Potter Serie sprach – wurden aber nicht enttäuscht und so ließen wir unserem inneren Kind freien Lauf.

Neben Kochen und dem erkunden unseres Komplexes widmeten wir uns dem Kaffetrinken und Blogschreiben und genossen es, wiedermal eine richtige Wohnung für uns zu haben.

Georgetown

Nach der iCity ging es mit dem Bus hinauf in den Norden Malaysias, auf die Insel Penang in das Städtchen Georgetown, das uns gleich von mehreren Seiten empfohlen wurde. Georgetown ist vor allem für seine Streetart bekannt – ein paar dieser Malereien und Kunststücke kennt man auf der ganzen Welt.

So schlenderten wir viel durch die schönen Gassen und Straßen der Insel, spielten Karten und ließen uns von Bars mit Life-Musik verführen. Bei einem unserer gemütlichen Stadtbummel stießen wir auch auf ein Harry-Potter Pop-Up Cafe, wo es natürlich gleich mal ein wirklich richtig gutes Butterbier zu trinken gab. Martin kletterte in eine riesengroße, kunterbunte Kanone und kaufte sich, weil er Sehnsucht nach seiner Gitarre hatte kurzerhand eine Ukulele, die seither unsere Reise mit ihren wundervollen Klängen begleitet. Neben dem Ukulelen Klassiker „Over the Rainbow“, werden wir auch häufig mit „Hotel California“, „Über den Wolken“, aber auch „Weit, weit weg“ von Hubert von Goisern beglückt.

Auf Penang gibt es außerdem noch den Penang Hill, den man sowohl zu Fuß, als auch per Zahnradbahn erklimmen kann – wir entschieden uns für 5 km steil bergauf, auf einer asphaltierten Straße. Oben angelangt stießen wir gleich mal auf einen Erdbeben/Tsunami-Simulator (den wir dann aber nicht besuchten) und einen kitschigen Herzalpark. Eine romantische Wanderung ist was anderes, aber der Urwald rundherum, die Aussicht oben am Berg und die vielköpfige Affenfamilie beim Abstieg machten den Asphalt wieder wett.

Die Highlands

Nein, uns zog es dann nicht auf einmal in die schottischen Highlands. Auch Malaysia hat seine Cameron Highlands und diese waren ein kühler Balsam für unsere aufgeheizten Körper, die schon seit Monaten von der Dauer-Schwüle Asiens umgeben waren.

Die Highlands stellen die Korn-, Frucht- und Gemüsekammer Malaysias dar und bieten viele verschiedene Geh- und Wanderwege durch den malaysischen Dschungel, die wir auch gleich an 3 Tagen in Anspruch nahmen. Zwischen Dschungel mit Palmen und von Baum zu Baum springenden Affen ging es schöne Wurzelwege bergauf und bergab. Eine Liane versüßte uns bei einem weiteren Aufstieg den Tag und quer durch Gemüse- und Teeplantagen, wanderten wir wieder hinunter ins Tal. Ähnlich wie in China waren die Wanderwege sehr verlassen und wir trafen, wenn überhaupt, nur weiße Mitwanderer an. Malaiaen bzw Pakistani und Araber (welche die Haupttouristengruppe in Malaysien bilden) traf man nur bei den tiefer gelegenen und mit Reisebus erreichbaren Attraktionen an. Nachdem wir lange Zeit ganz alleine durch die Teefelder gingen und die endlose Weite, schöne Hügel und natürliche Stille genossen, endeten wir mitten in einem Tee-Haus mit angelegtem Tee-Garten, das von Touristen nur so überlaufen war. Das eigentlich verstörende war aber, dass sich die Menschen hier einen max. 15 Minuten Fußmarsch ersparten indem sie sich von großen Golfwägen herum chauffieren ließen…

Melakka

Seit unserer Aufteilung waren wir hier dem Georg so nahe wie lange nicht mehr – der Grund: anliegend an Malakka befindet sich auch die gleichnamige Meeresenge, die Straße von Malakka, über die mit einer kurzen Fährenüberfahrt die Insel Sumatra in wenigen Stunden erreichbar wäre.

Melakka wird als Hochburg für Foodies (Mischung aus Gourmets und Gorments die einen natürlichen Drang dazu verspüren ihr Essen mit dem Smartphone zu fotografieren) angepriesen. So fügten wir uns unserem Schicksal und ließen es uns auch richtig gut gehen.

Da wir weiter in den Süden, also immer näher ran an den Äquator kamen, wurde es immer heißer, schwüler und stickiger. Das hielt uns aber nicht davon ab, laufen zu gehen oder bis zur bildhübschen Moschee am Wasser zu spazieren, wo sich Maria dann auch noch ein Kopftuch überwerfen durfte, um die Mosche auch betreten zu dürfen – steht ihr oder?

Rückblickend ist Malakka eine wunderschöne Stadt um durch die Straßen zu schlendern, das Streetart zu begutachten und die Kirchen und Moschees zu bestaunen.

MAGEMA Reisetipps Malaysia

  • KL bietet viele kulinarische Verführungen, diese wollen genutzt werden!
  • Auf der Helibar in KL den Sonnenuntergang bestaunen und im 57. Stock neben den Petrona Towers auf einen Drink gehen
  • Klopapier eingesteckt haben – immer und überall und nicht davon ausgehen, dass Klos damit ausgestattet wären
  • in den Malaysischen Highlands wandern gehen und als Abschluss in eines der vielen Teehäuser auf eine Teejause gehen (the Smokehouse)
  • sich auf das offene, multikulturelle Miteinander des Landes einlassen – von Mini-Rock bis Burka, von Schawarma über Weißbier bis hin zu Burger und chinesische Hot-Pots, in Malaysia ist alles möglich

Indonesien / Bali

Unser eigentlicher Plan war ja, dass wir Südostasien mit so wenigen Flügen wie möglich durchreisen. Als wir dann im Frühjahr die frohe Botschaft erhielten, dass sowohl meine (Maria’s) Eltern, also auch unsere Freunde, Peter, Phips und Marlies, im Juli nach Bali fliegen werden, musste früher als geplant ein Flug her.

Was mir vor unserer Reise nach Indonesien nicht bewusst war, bzw ich eigentlich erst verstand als ich mir später das Buch INDONESIA etc von Elizabeth Pisani gekauft habe: Indonesien ist mit 240 Mio Einwohnern, das viertgrößte Land der Welt im Bezug auf die Einwohnerzahl. Indonesien ist somit auch das größte Land der Welt mit der Hauptreligion Islam. Indonesien besteht aus 13.466 Inseln, welche über 360 verschiedene ethnische Völker und Kulturen, mit 719 verschieden gesprochenen Sprachen, beheimaten.

So divers die verschiedenen Inseln von Sumatra über Java bis Flores sein mögen, Bali ist nochmals eine komplett andere Welt:

Aufgrund des späten Fluges und der andauernden Einreisebürokratie checkten wir erst um 3 in der Früh in unser Hostel in Ubud ein und verbrachten den darauffolgenden Tag demnach sehr gemütlich und voller Vorfreude auf den anstehenden Besuch. Ein kleiner Rundgang durch die Stadt, die in allen Reiseführern und auf allen Blogs so hoch angepriesen wurde, ließ unsere Freude dann kurz mal ernüchtern: Autos, Mopeds, viele, viele Touristen und an jeder Ecke will dir jemand seine Taxidienste verkaufen oder dir Touren anbieten. Selbst auf unsere bewährte „maybe later“, vielleicht-später Antwort, waren die Ubuder gewappnet, und drehten kurzerhand ihr handgezeichnete Schild um, auf dem dann zu lesen war „or tomorrow?“ oder „honestly, I am the cheapest“. Das Ubud, welches viele Bekannte die Bali bereits vor 20-30 Jahren bereisten, kennengelernt haben, hat sich zu einer veganen Yoga-Touri Hochburg gewandelt. Das Städtchen hatte sicher einmal richtig viel Charme, mit seinen kleinen Gässchen, vielen Cafes, Restaurants und Tempel,… Wir trafen auf massenweise Touristen und Verkaufsstände. Der ewige Stau von Autos und Mopeds in den viel zu engen Gassen erinnerte leider mehr an eine Autobahn, als an ein charmantes Dörflein.

Unterwegs mit Freunden

Am nächsten Tag trudelten auch schon Peter, Phips und Marlies ein. Die Freude war riesengroß, als wir nach 3,5 Monaten Dreisamkeit, endlich wieder einmal (andere als unsere) bekannte Gesichter um uns hatten. An unserem ersten gemeinsamen Abend gab’s also genug zum Austauschen, Geschichten zu erzählen und sich einfach zu freuen, dass wir die folgenden drei Tage miteinander verbringen würden. Und um das Erlebnis zu intensivieren hatten wir gleich mal ein 6-Bett Zimmer für uns alle gemeinsam gebucht.

Da Marlies bereits im Vorjahr schon einmal auf Bali war, schnappten wir uns am kommenden Tag drei Mopeds und klapperten die naheliegenden Sehenswürdigkeiten, nach Marlies’ Plan ab. Die Straßen waren vom Verkehr wieder komplett überlastet, was unsere drei Fahrer nur weiter ansporn, sich gekonnt zwischen Autos, Randstein und LKW’s durchzuschlängeln. Wir durchkämmten die Bali-typischen Reisfelder, erkundeten den Tempel Pura Tirta Empul, wo wir zum ersten Mal mit einem Sarong eingekleidet wurden, und endeten dann bei einer Kaffee-Farm. Dort gab es erstmal eine kostenfreie Führung, wo wir auch die spezielle „Luwak-Kaffeekatze“ zu Gesicht bekamen, die dafür bekannt ist, Kaffeebohnen zu essen und ohne der bitteren Schale wieder auszuscheiden, so wird in Asien der berühmte (und teure) Luwak-Kaffee hergestellt. Natürlich wurde nach der Führung auch noch kräftig Kaffee und Tee verkostet, von besagtem Luwak-Kaffee über welchen mit Kokosnuss- und Vanille-Extrakten bis hin zu Tee mit Kurkuma-Geschmack konnte es exotischer nicht mehr werden.

Vor dem Abendessen starteten wir noch Richtung Monkey-Forest, eine Art Zoo, in dem es aber nur Affen gibt, die in diesem Park frei herum laufen können und natürlich ein Muss für einen jeden Touristen sind. Leider (oder zum Glück?!) sperrte der Monkey-Forest kurz vor unserer Ankunft dort zu und es halfen nicht einmal Peters eindringliche und „nein-resistenten“ Überredungskünste, dass uns der Typ am Ticketschalter noch hineinließ. So spazierten wir unverrichteter Dinge in die Innenstadt, auf der Suche nach einem passenden Restaurant. Das Gute daran, wenn man gerade daran gehindert wurde einen Haufen wilder Affen zu besichtigen – man sieht auf einmal überall welche! Von Dach zu Dach hüpfend, auf Stromkabeln kletternd und in der Regenrinne sitzend, große und kleine, scheue und zutrauliche: Nachdem wir uns extra noch eine Banane aufgehoben hatten, kam ein besonders zutraulicher gleich mal die Laterne herunter geflitzt und so schnell konnten wir garnicht schauen, war die Banane auch schon geschält, in den kleinen Mund mit sehr spitzen Zähnen gestopft und der Affe wieder am Dach oben. Näher wäre er uns im Monkey-Forest wahrscheinlich auch nicht gekommen.

Am nächsten Tag wurden wir um 8 Uhr morgens aus den Betten gerüttelt. Ich hätte es wahrscheinlich überhaupt nicht mitbekommen, wäre Marlies nicht auf einmal aus ihrem Bett gesprungen und hätte „Erdbeben!! Erdbeben!“ gerufen. Dann spürte ich es auch: das komplette Bett vibrierte und der Boden erzitterte. Wir zwei Mädels stürmten sofort raus aus dem Zimmer – ich noch komplett verschlafen – und sahen rüber zu den Hostel-Eigentümern, die komplett ruhig im Garten standen. „It’s okay, it will be over soon. You can go back inside.“ Na gut, Indonesier erleben so ein Erdbeben auch ständig und sind daran gewöhnt – für uns war das dann doch etwas ganz Neues und es dauerte noch ein paar weitere Sekunden an, bis sich die Erde wieder beruhigte. Im Laufe des Tages erfuhren wir dann auch, dass das Erdbeben eine Stärke von 5,7 hatte und das Epizentrum ca. 100 km vor der Küste Balis lag. Den restlichen Tag hatten wir noch im Hinterkopf, ob das Beben auch eine Tsunami-Warnung für Bali mit sich bringen sollte – tat es zum Glück aber nicht.

Wir wurden für den Tag sogar um nochmals 2 Personen mehr. Auf Wochenendlagern und Pfadfinder-Seminaren kennengelernt, seit 8 Jahren nicht mehr gesehen, aber auf Social Media weiterhin vernetzt, meldete sich Magdalena bei Martin: sie und ihr Freund, Christoph, seien auch gerade auf Bali und vielleicht geht sich da mal ein gemeinsames (Outdoor-)Programm aus. Somit waren wir nun zu acht unterwegs und düsten im Moped Konvoi zur „Hidden Canyon“-Tour, wo uns eine zweistündige Kraxelei über rutschige Steine und durch den reißenden Fluss führte. Mit einem aufgeschlagenen Knie und blutigen Zehen meinerseits (wir spazierten Barfuß durch den Canyon) endete die Tour noch bei Bier und Kokosnuss von einem grinsenden Einheimischen.

Den Nachmittag verbrachten wir dann in einem Strandcafe, wo wir u.a. für die kommende Nacht eine geführte Sonnenaufgangs-Wanderung auf den Mount Batur planten, die ein ganz besonders aussergewöhnliches Bali Erlebnis bieten sollte. Für diese Wanderung mussten wir um 2 Uhr morgens aufstehen, wurden um halb 3 abgeholt und starteten um kurz vor 4 mit einer Wanderung im stockdunkeln, um dann den Sonnenaufgang vom Berg aus betrachten zu können.

Für die Wanderung zu motivieren waren Magdalena und Christoph, Marlies, Martin und ich. Um ein paar Stunden Schlaf im Vorhinein zu bekommen, kam das Sandmännchen für Marlies und mich bereits um halb 10, Martin wollte mit den anderen Männern noch auf ein Getränk mit schauen. Heimgekommen ist er dann um kurz vor zwei – komplett aus der Puste, weil er um 10 Minuten vor 2 von der Bar los gestartet ist, seine Flip-Flops in die Hand nahm um zur Unterkunft laufen zu können und uns Mädls pünktlichst aufzuwecken. Es folgte eine einstündige Autofahrt zum Fuße des Berges und eine eineinhalbstündiger Aufstieg mit „hunderttausend anderen Individualisten“ (wie meine Mama sagen würde..;-)). Ungelogen waren es wirklich unzählige Menschen, die diese hochgelobte Sonnenaufgangstour auf den Mount Batur buchten und sich mit einem Tourguide und einer Mini-Taschenlampe erst durch Wälder und danach über Lavagestein und Vulkan-Schotter-Wanderwege in der Dunkelheit zur Spitze des Vulkankraters aufmachten.

Ohne Frühstück und in einer (meiner Meinung nach) viel zu hohen Wandergeschwindigkeit – vor allem für diese Uhrzeit – ging es steil und rutschig bergauf. Martin hat sich da meinen größten Respekt verdient, da er ohne Schlaf, dafür mit den unzähligen Getränken der letzten Nacht gestärkt, ohne zu sudern und mit bemerkenswerter Ausdauer vor mir her stapfte (Anm. Martin: was wäre von einem ehemaligen Soldaten der 1. Gardekompanie anderes zu erwarten?!?). Während des Aufstiegs bekamen wir (sehr unerwartet) noch ein weiteres Naturschauspiel geliefert:  die Mondfinsternis, die unsere Freunde in Europa verfolgten, sahen wir auch von der Südhalbkugel aus.

Nach eineinhalb Stunden kamen wir am Krater an, es war also noch immer Stockfinster und wir hätten den Weg sicherlich auch etwas langsamer zurücklegen können (ja, mich hat das wirklich beschäftigt…) dafür hatten wir Plätze in vorderster Reihe, da wir alle anderen überholt hatten. So saßen wir auf vorgefertigten Bänken, ließen uns für etwas Geld noch warme Decken andrehen und bekamen von unserem Tourguide heißen Tee und in Schwefel-Dampf gekochte Eier serviert. Es fühlte sich irgendwie an, wie die Osternacht zu Hause: 5 Uhr morgens, es war eiskalt, es gab gekochte Eier. Und dann kam das, worauf wir eigentlich gewartet hatten: der Sonnenaufgang. Langsam dämmerte es im Osten, zuerst wurde der Berg auf der Nebeninsel Lombok beleuchtet, dann reichten die Sonnenstrahlen langsam durch den leichten Nebel zu uns herüber – es war wirklich unglaublich schön! Manch anderer Tourist konnte sich leider nicht zusammenreißen und musste unbedingt lautstark Musik aufdrehen, obwohl die einzige Nummer, die man in so einem Moment hören möchte nur „Here comes the sun“ von den Beatles ist (oder eben die österreichische Version von STS).

Nach dem Abstieg gab’s noch herrliches Frühstück, mit Blick auf den Vulkankrater und dann hieß es auch schon Abschied nehmen von unseren Freunden. Für Martin, Georg und mich ging es an dem Tag weiter in den Nord-Osten Balis, ins Tauchparadies Amed.

Amed

Die Entscheidung, die nächsten drei Tage in Amed zu verbringen, hing hauptsächlich davon ab, dass Martin und Georg dort den „Open Water“ Scuba Tauchschein machten. Zweieinhalb Tage lang waren sie also komplett dem Tauchkurs verpflichtet – was mir sehr viel Zeit für mich brachte. In der Früh ging es zum Guten-Morgen Yoga mit traumhafter Sicht auf einen Vulkankrater, den schwarzen Strand und überhaupt über ganz Amed. Nach herrlichem Frühstück und dem gleichen Ausblick auf das kleine Dorf spazierte ich wieder zurück zu unserer Unterkunft, wo der Pool und die Hängematten mein Hauptaugenmerk für den Tag waren. Es wurde ein sehr gemütlicher Aufenthalt, mit gutem Essen und den sehr ruhigen und müden Reisekumpanen, die durch das Tauchen unter Tags und das Lernen für die Prüfung am Abend eher weniger von sich gaben.

Vorweg, dass es solch eine Schönheit Unterwasser überhaupt noch gibt – es war tatsächlich so wie man es aus Universum auf ORF2 kennt – hätte ich mir echt nicht gedacht. Aber beginnen wir von vorne: In der französisch geführten Tauchschule, was vor allem wegen der Lockerheit und dem Schmäh des Chefs positiv auf fiel, tat am Vormittag unser indonesischer Tauchlehrer „Yogi“ sein bestes, um uns in die Kunst des Tauchens einzuweihen. Schnell kam uns die Erkenntnis, dass die Tauch-, genauso wie die Surflehrer, wohl die Skilehrer des Meeres sein müssen. „Hey Bro, take it easy“ – sie verkörperten die Leichtigkeit die sie unter Wasser gewannen und das steckte sofort an. Ohne ins Detail zu gehen, am ersten Tauchtag aber bereits Nemos, Muränen und Schildkröten zu sehen sowie in einem versunkenen Wrack zu tauchen, hätte ich mir nichtmal im Traum erhofft. Trotzdem gingen wir mit dem nötigen Respekt an die Sache ran. Dass wir obgleich der an den Tag gelegten Lockerheit, abends – obwohl wir echt saumüde waren – noch die 5 Kapitel durch ackerten um für die Prüfung am nächsten Tag gewappnet zu sein. Wer Taucherfahrung hat, kennt das schwer beschreibbare Gefühl, in der Stille Unterwasser zu schweben, wer dieser Welt noch fremd ist und wenn sich die Möglichkeit bietet, dem würde ich es wärmstens empfehlen! 

Nach der bestandenen Tauchprüfung (Gratulation!) hatten wir noch einen ganzen Tag Zeit und schnappten uns wiedermal ein Moped und erkundeten die Gegend. Auf kurvigen Küstenstraßen, vorbei am dunkelblauen Meer und steilen Klippen ging es am Vormittag hauptsächlich bergauf bis wir bei dem Tempel mit dem berühmtesten Instagram-Fotospot überhaupt ankamen. Und wie sollte es anders sein: die Realität erschreckte uns! Beim sogenannten „Gates of Heaven“ standen hunderte Menschen Schlange, um „dieses eine besondere Foto“ machen zu lassen. Wer das Motiv nicht kennt, kann es gleich mal googeln und findet folgendes: jemand steht zwischen zwei Säulen und davor liegt ein See, in dem sich dieser jemand und die Säulen perfekt spiegeln, die meisten Personen machen dann noch eine aufregende (Yoga-)Pose – ein wundervolles Motiv. Das, was viele gar nicht wissen: diesen „See“ vor den Säulen gibt es gar nicht. Es sitzt einfach ein Mensch vor diesen Säulen, mit einem Spiegel in der Hand, der dir dein Foto genau so schießt, dass sich das Motiv perfekt spiegelt. Und das eigentlich perverse: Menschen stellen sich dafür bis zu 3 Stunden an um an dieses – eigentlich schon gefälschte – Bild zu kommen. Ich bemühe mich auch oft, ein richtig schönes Bild zu schießen – um zu posten oder auszudrucken – aber wenn es einmal so weit kommt, dass man sich für ein Motiv Stunden (!!) anstellt, dann frage ich mich, was mit dieser Welt verkehrt ist. Aber ja. Sei’s wie’s sei.

Wir besichtigten an diesem Tag auch noch einen Wassertempel, wo wir dann selber zu Posern wurden, und sahen wunderschöne Reisfelder, die so grün leuchteten, dass es fast kitschig war. Anfangs wunderten wir uns noch, dass wir neben den Straßen immer wieder kleine Käfige, teils befüllt mit Hähnen teils leer vorfanden. Später erfuhren wir, das auf Bali und besonders im Norden, Hahenkämpfe zu den beliebtesten Freizeitaktivitäten der Einheimischen zählen. Leider raubte uns die Aufgewecktheit der Hähne auch einige Stunden Schlaf.

Jimbaran

Wie bereits erwähnt wurde Bali eines unserer Reiseziele, weil uns meine Eltern dort besuchen kamen und weil wir nach fast 4 Monaten des Reisens und ständigem Ein- und Auschecken auch mal ein paar gemütliche Tage am Stück, am Strand verbringen wollten. (Jaaa zwischen Urlaub und Reisen liegt ein Unterschied, auch wenn wir dafür jetzt schief angesehen werden. 😉 Das Bereisen und Erkunden unbekannter Orte und Kulturen kann und darf auch richtig anstrengend sein.) So buchten wir eine schöne Unterkunft am Jimbaran Beach, nicht weit von der Unterkunft meiner Eltern entfernt. Und ich muss sagen: für 22€ pro Nacht in einem Dreibettzimmer, inkl. grandiosem Frühstück und nur 2 Minuten zum Strand lässt’s sich schon aushalten! Wir checkten ein und Martin und ich nahmen uns dann auch gleich noch einen Roller, um nach Ewigkeiten wieder einmal ins Kino zu gehen (ein echter König der Löwen-Fan setzt sich auch mal in Indonesien ins Kino!!) um danach meine Eltern vom Flughafen abzuholen. Wir haben zwar gut 2 Stunden gewartet (das Einreisen und das aufs-Gepäck-warten ist in der Touristenhochburg Bali nicht immer einfach) aber was soll ich sagen? Mama und Papa nach so langer Zeit wiedermal zu umarmen und sie selber abzuholen war mir einfach wichtig. Danke, Martin, dass du so lange mit mir gewartet hast! :-*

Wiedersehen nach 3,5 Monaten! ❤

Die kommende Woche war dann die chilligste, die wir bis dahin auf unserer Reise verbracht hatten: wir lagen täglich bei den Eltern im luxuriösen Intercontinental Resort am Strand (wenn die 2 schon mal quer um die Welt fliegen und die Südhalbkugel besichtigen, dann gönnen sie sich auch richtig!;-)) Wir schlürften Cocktails, genossen jeden Tag wunderbare Sonnenuntergänge und Abendessen am Strand und wurden mit gewünschten Produkten aus der Heimat ( a g’scheite Sonnencreme, Mannerwafferl, Linzer Torte (danke Oma!), Monatslinsen….) ausgestattet.

Weil Bali auch für seine Surfer-Strände bekannt ist und der Jimbaran Beach für Anfänger sehr gut geeignet ist, buchten Papa und ich nach ein paar Tagen extrem-chillens einen Surflehrer und 2 Boards und ließen uns die richtige Aufsteh-Technik erklären. Danach wurden wir 1 Stunde lange zum richtigen Zeitpunkt in die aufkommende Welle geschubst und wenn wir dann auch noch zum richtigen Zeitpunkt aufstanden, sahen wir schon fast wir Profis aus! 😉 Das schwierige ist nur, die Welle selber zum richtigen Zeitpunkt zu erwischen – und das machte zum Glück noch unser Surflehrer für uns.

Uluwatu Erkundungstour

Wir wollten natürlich auch die Gegend etwas kennenlernen, drum schnappten wir uns wieder einmal einen Roller – die Eltern auf dem einen, Martin und ich auf dem anderen (Georg genoss einen Tag für sich) – und düsten Richtung Uluwatu. Bali hat eine ähnliche Form (und sogar glaube ich Fläche) wie Oberösterreich, wenn man alles überhalb der Donau wegschneidet, als ohne dem schönen Mühlviertel sozusagen. Wenn man sich Bali also so vorstellt, dann ist Uluwatu das Salzkammergut – der Zipf, der schon ins Salzburgerland reinragt. Nur so zum Verständnis. Dieser Teil der Insel hat unglaublich viele schöne und auch noch teilweise versteckte, „unüberlaufene“ Strände, wie z.B. der Nyang Nyang Beach, wo man zuerst ca. 15 Minuten eine steile Schotterstraße hinunter spazieren muss, um die Schönheit des Strandes und das Meer selber erleben zu können. Die Wellen werden hier so wahnsinnig hoch, das hätte ich mir zuvor nicht vorstellen können. 

Noch höher – und ideal für richtige Profi-Surfer, die verstehen, wie sie das Brett verwenden müssen – sind die Wellen am Uluwatu Beach. Findet man den engen Durchgang durch Stein und Sand, so kommt man auf einen größeren Teil des Strandes, wo man sich wunderbar in der Sonne baden kann und einen romantisch-kitschigen Sonnenuntergang erleben kann.

Ein Ausflug auf Bali wäre nicht komplett, wenn man nicht mindestens über einen Tempel stolpert. Wir stolperten gleich über zwei: den Pura Segara Tegalwangi, ein kleinerer Tempel, mit einem weiteren sehr schönen Strand nebenbei, bei dem man aufpassen muss, dass einen die tosenden Wellen nicht selber ins Meer spülen. Folglich sind auch sehr wenige Menschen an diesem Strand und er ist nicht zum Baden geeignet.

Den zweiten besichtigten wir dann mit vielen vielen anderen Touristen: den Uluwatu-Tempel. Spaziert man an den Mauern des Tempels entlang, hat man einen wunderschönen Ausblick über das Meer, die Wellen und auf die imposanten Klippen. Ein weiterer Grund, warum es sich auszahlt, diesen sehr touristischen Tempel zu besuchen sind die vielen Affen, die sich auf den Wegen, im Wald, auf der Statue und im Brunnen(wasser) tummeln und sich auch mal in Pose werfen.

Martin wurde die Standliegerei dann doch etwas zu viel und so erkundete er den Mount Batur nochmal per MTB und feierte mit Georg im Uluwatu Cliffhouse zu den Beats des DJ’s ab.

Nusa Lembongan

Am letzten Tag unseres Jimbaran Aufenthalts verließ uns Georg frühmorgens, um sich Richtung Sumatra aufzumachen, wo er unsere letzten zwei Wochen auf Indonesien verbringen wollte. Martin und ich machten uns an diesem Tag mit den Eltern auf den Weg nach Nusa Lembongan, einer von drei kleineren Inseln, die noch zu Bali gehören und süd-östlich der Hauptinsel liegen. Jetzt stand uns erst das richtige Abenteuer bevor. Eine halbstündige Überfuhr mit einem der vielen Speedboat-Anbieter brachte uns auf die gewünschte kleine Insel und ein Mini-Lastwagen, dessen Ablagefläche mit Sitzbänken ausgestattet war, zu unserer Unterkunft – zwei einfachen, aber schönen Bungalows. Vier Nächte, würden wir auf dieser Insel verbringen, die per Brücke auch mit der zweiten kleinen Insel Nusa Ceningan verbunden ist.

Den ersten Tag wollte Martin gleich für einen weiteren Tauchgang nutzen – schließlich gehört der Open Water-Schein ja ausgenutzt! Bei der Buchung waren wir alle mit dabei und so schnell konnten wir garnicht schauen, hat die Tauchlehrerin Silvie meinen Papa um den Finger gewickelt gehabt und er meldete sich für einen Schnuppertauchgang an.

Die beste Vorbereitung, die man tätigen kann, wenn man vorhat Bali (oder irgendein anderes Südost asiatisches Land) zu besuchen: sich zu Hause noch einen internationalen Führerschein beim ÖAMTC ausstellen zu lassen. Weil dann steht einem nix mehr im Weg, ein Moped auszuborgen/zu fahren. Und das ist einfach auch das beste, um die Inseln zu erkunden und kennenzulernen (danke an meine Schulfreundin Kathi für diesen Tipp!) – anders (mit Bus oder Taxi) kommst du entweder nicht recht weit, oder nur sehr langsam voran.

Auch Nusa Lembongan und Ceningan haben bei einer Rundfahrt einiges zu bieten: Strände, Klippen, die „Devil’s Tear“, wo die Wassermassen brutalst gegen die Klippen schlagen, sowie die Blue Lagoon, in welcher das Wasser einen unnatürlichen, aber wunderschöne türkise Farbe annimmt. Außerdem die Mangroven-Bäume, die direkt im Meer wachsen und einen schaurig-faszinierendes Wasser-Labyrinth bilden.

Ein Nebenprotagonist, der auf Bali (bzw in ganz Asien) immer wieder eine Rolle spielt, der aber von Besuchern (seien es Instagramer, Blogger oder normale Touristen) immer in den Hintergrund gerückt wird, ist der Müll. Bei unserer Erkundungstour auf Lembongan blieben uns die Müllberge wieder einmal nicht erspart – abseits von Touristenströmen und Hauptstraßen türmen sich die Müllberge nur so.

wenn was nicht passt, wird´s passend gemacht

Lombok

Nach 3 Nächten Lembongan ging es wieder auf die Fähre – 2 Stunden Überfahrt nach Lombok standen an, die wir dann auch nach zweistündiger Verspätung aufnehmen konnten – aber wir hatten ja Zeit. In Lombok angekommen brachte uns dann auch noch ein Private Driver direkt zum Hotel. Das muss man den Asiaten schon hoch anrechnen: hat man mal eine Strecke zu einer neuen Unterkunft gebucht, wird man meistens vom Startpunkt bis zum Endpunkt chauffiert und irgendjemand wusste auch immer, wo wir als nächstes hin mussten oder bei wem wir uns zu melden hatten.

Am ersten Tag ging es in den Süden der Insel, wo wir uns einen idyllischen Strand und surfbare Wellen erhofften. Wir fanden beides – aber bereits die zweistündige Hinfahrt zum Strand ließ sich sehen: die Landschaft änderte sich vom satten Grün und den intensiven Reisfeldern, die wir aus Bali so gewohnt waren, in eine trockenere und farblich braunere Vegetation. Was wir immer wieder vergaßen: Australien war nicht mehr weit entfernt und die Landschaft war hier definitiv schon eher australisch, als asiatisch.  Am Strand angekommen stürmten gleich ein paar Surf-Lehrer auf uns zu, die uns nicht nur ihre Lehr-Künste sonder auch ihre Liegen verkaufen wollten und so bekamen wir Liegen direkt am Wasser und Mama und Martin auch noch in den Genuss einer Surf-Stunde. Die Wellen waren im Süden Lomboks zwar etwas kleiner, aber trotzdem ideal für uns Anfänger.

Am Abend gab’s Cordon Bleu und Bratwurst mit Sauerkraut zu Essen.  Warum? Weil es auf Lombok ein Restaurant gibt, das von einem Österreicher betrieben wird. Und weil Martin und ich schon etwas Sehnsucht nach heimischen Essen hatten, schleppten wir meine Eltern kurzer Hand dort hin.

Tags darauf stand endlich ein Schnorchel-Ausflug am Plan. Wir fuhren wieder in den Süden, wo es auch „Gilis“ (kleine Inseln) gab, die aber weniger berühmt und noch naturbelassener sind, als die Gilis im Norden. In einem der typischen indonesischen Fischerboote (sehr lang und schmal, mit links und rechts je einem Balance-Teil) ging es dann raus zur äußersten der drei Gili-Inseln. Mit einer Plastikflasche voller Brotstückchen und einem Loch im Schraubverschluss sprangen wir rein ins erfrischende Nass – und schon waren wir von Fischen aller Art umgeben. Große, kleine, blaue, gelbe, gestreifte, welche mit langen Nasen, welche mit grimmigen Blick. Die „trainierten“ Fische wussten: wenn da ein paar mehr Leute mit Plastikflaschen die Unterwasserwelt erkunden gibt’s auch was zu knabbern. Das Wasser, das durch das Loch im Deckel in die Flasche floss, machte das Brot schön patzig und man brauchte die Flasche nur etwas zu zerquetschen und schon schoss Brot aus der Öffnung und man war von Fischen nur so umzingelt.

Mit Papas Schnorchel-Erfahrung trauten wir uns gleich mal um einiges weiter hinaus als die anderen Schnorchel-Touris, was uns in tieferes Gewässer und zu noch bunteren Korallen und Fischen führte – und dann sahen wir auch zum allerersten Mal einen blauen Seestern. Wahnsinn! Zu toppen war dies nurmehr mit meinem persönlichen Highlight des Schnorchelns: Clownfische, die aus ihrer Anemone raus und wieder rein schwammen. Diese „Nemos“ einmal in ihrem ursprünglichem Lebensraum zu sehen war wiedermal ein Punkt auf meiner Bucket-Liste, der erst während des Erlebnisses selbst entstand und dann gleich darauf abgehackt werden konnte. (Wie so vieles auf dieser Reise.) Nach einem Mittagsstopp auf der mittleren Gili-Insel endete die Tour auf der kleinsten der drei Inseln mit der letzten Möglichkeit noch einmal die Schnorchel-Ausrüstung anzulegen und ab zu tauchen.

Nachdem ich bereits am ersten Tag bei der Heimfahrt von der Klimaanlage im Auto attackiert wurde, hütete ich am Abend und am nächsten Tag das Bett, pumpte mich mit Mamas Wundermittel voll und ruhte mich einmal so richtig aus. Martin, Mama und Papa schnappten sich am nächsten Tag zwei Mopeds und erforschten Lomboks Wasserfälle, Dschungel und Reisfelder.

Am letzten Abend unseres Lombok Aufenthalts speisten wir noch bei einem Italiener. Pizza und Pasta – so wie es sich das Herz und der Magen erwartet. Gute Speisen tun auch dem Gemüt gut und das brauchten wir auch für den kommenden Tag, der einer der anstrengendsten unserer bisherigen Reise sein sollte….

Es wurde halb eins mittags am Abfahrtstag und (pünktliche Österreicher wie wir sind) saßen wir fix und fertig bei der Rezeption. Aber wir warteten vergeblich. Es wurde 1 und kein Fahrer kam. Unser häufiges Nachfragen brachte auch wenig, da der Rezeptionist wenig Englisch sprach – irgendwann (und nach häufigem bereits energischem Auffordern, er solle doch beim Fahrer anrufen, wass denn da los sei) rückte er damit heraus, dass auch das Speedboat sich verspäten würde und deshalb noch  kein Fahrer da war. Na, wenigstens etwas… Irgendwann kam dann doch jemand, der uns abholte und zum neuen Hafen brachte. Nach kurzem Check-in und nachdem wir wiedermal Sticker mit unserer Zieldestination auf unsere T-Shirts geklebt bekamen, erfuhren wir, dass es jetzt wieder retour zu Autos und Taxis ging, die uns zu dem Hafen brachten, wo unser Speedboat ablegte. Dazu kurz eine Erklärung: Lombok hat vor kurzem einen neuen, wunderschönen Hafen gebaut, wo sich nun zwar die Büros der Speedboat-Anbieter befinden, die Anlegekosten aber so teuer sind, dass kein Boot anlegen will und man erst recht wieder den alten Hafen anfährt.

Gut, wir luden unser Gepäck wieder in genau dasselbe Auto ein, mit dem wir bereits her chauffiert wurden und weiter ging es noch eine gute dreiviertel Stunde zum „echten“ Hafen und gleich darauf ging die Fahrt los.

…kurz vor der Überfahrt von Lombok zurück nach Bali war die Welt noch in Ordnung 😉

Zwei Stunden lang schipperten wir über das raue, wellige Meer – und diese zwei Stunden waren welche der schlimmsten, die ich je durchgemacht habe. Ich stehe ja eigentlich gar nicht auf Achterbahnen, Simulatoren und wildes herumgerüttle. Aber dies alles wollte uns das Meer zu diesem Zeitpunkt anscheinend bieten. Die Wellen waren drei bis vier Meter hoch, immer wieder knallte das Boot mit einem Karacho auf die Wellen, dass man glaubte zwei Bretter stoßen aneinander. In der ersten Reihe kotzte sich eine Frau die Seele aus dem Leib. Die Mannschaft ging mit Kotztüten durch. Neben mir saß ein Mann, der bei jedem Aufschlag sein Gesicht verkrampfte und sich irgendwie komisch auf seinem Sitz positionierte, oder gar ganz am Boden hockte – er wurde von Kreuzweh geplagt. Ob dir Speiübel ist, oder ob du Kreuzweh hast – diese Bootsfahrt war nicht einmal für uns, die von diesen Problemen verschont wurden, lustig. Und sie hörte nicht auf. Irgendwann packte mich ein wütender Heulkrampf, weil ich einfach wollte, dass es aufhörte. Dass es ruhiger wurde. Dass sich der Horizont nicht in steilstem Winkel auf und ab bewegte und dass es nicht ständig einen lauten Knall gab. Zwei Stunden dauerte diese Horrorfahrt an. Vor Nusa Lembongans Hafen kamen wir dann zum stehen, Gäste wurden mit einem Beiboot an Land gebracht und neue Gäste stiegen ins Boot ein. Kotztüten wurden ausgetauscht und alle Passagiere atmeten einmal auf. Bis auf einmal ein weiterer Knall ertönte – ich saß gerade auf dem Schiffsklo (ganz normal, mir war nicht schlecht oder so..) aber mich konnte auch nichts mehr erschrecken zu diesem Zeitpunkt. Ich ging zurück zum Platz, Martin und meine Eltern schauten mich etwas gebannt an. „Was ist los?“ fragte ich. „Das Beiboot ist uns gerade seitlich rein gekracht, deshalb hat es diesen Knall gegeben.“, war die Antwort. Noch immer sahen sie mich unsicher an. „Ja was und jetzt sinken wir oder wie?!“ Wie gesagt, mich konnte zu diesem Zeitpunkt nix mehr aus der Ruhe bringen. Nein. das Boot sank natürlich nicht. Aber die Mannschaft konnten wir dann auch nicht mehr ernst nehmen. Das letzte Stück von Lembongan nach Bali war ein bisserl ruhiger und ging auch schneller vorüber.

Angekommen am Hafen in Sanur, Bali – wohlgemerkt drei Stunden später als ursprünglich geplant – wurden wir wieder von einem Fahrer abgeholt. Die Fahrt begann erstmal mit einem massiven Stau und unser Wunsch, doch über die Stadtautobahn zu fahren (die zwar etwas kostet, aber das würden wir sogar übernehmen) wurde mit einer Handbewegung des Fahrer abgetan. 

Da meine Eltern während der Tage auf Lembongan und Lombok einen Teil ihres Gepäcks im Intercontinental Resort gelassen hatten, wir die letzte gemeinsame Nacht aber in einem anderen Hotel am Jimbaran Beach verbrachten, stand auf unserem Ticket erstmal nur „Jimbaran Central“ – den Rest sollten wir uns mit dem Fahrer ausmachen, hieß es noch in Lombok. Tja da hatten wir die Rechnung leider ohne den Fahrer gemacht. Drei Stopps hatte er auf seinem Zettel geschrieben. Zwei Hotels (für zwei Pärchen, die auch in unserem Mini-Bus saßen) und einmal „Jimbaran Central“. Ich erklärte ihm, was ausgemacht war und dass drei von uns bitte zum Fox Hotel und einer zum Intercontinental musste und dass diese Hotels ja eh auf dem Weg Richtung Uluwatu (wo die dritte Adresse lag) lagen. Englisch sprach er sehr wenig und zurück kam immer nur der Deut auf das Zettelchen, diese drei Adresse fuhr er ab, nicht mehr und nicht weniger. Bei der ersten Adresse angekommen probierte ich es nochmal (und da wir uns in der Gegend schon auskannten, wusste ich genau, dass die Weg über unsere Hotels wirklich kein Umweg war): er solle bitte hier nicht umdrehen sondern einfach die Straße entlang fahren. Er ignorierte mich und setzte seinen Umdreh-Vorgang fort. Da riss mir der Geduldsfaden: er solle jetzt bitte sofort aufhören umzudrehen, wir haben einen ewig langen Tag hinter uns, eine Scheiß-Bootsfahrt und es war mit der Boots-Gesellschaft ausgemacht, dass wir einen direkten Taxidienst zu unserer Unterkunft hatten und nicht einfach irgendwo hinein nach Jimbaran. Wer mich kennt, kann sich diesen Wutausbruch ganz gut vorstellen. Martin spielte einen auf „Good-Cop“, probierte mich zu beruhigen und die Sache diplomatischer zu lösen und meine Eltern hielten sich aus der Sache eher raus. Der einzige Kommentar meines Papas war nur (zu den anderen Mitfahrern gerichtet): „Yes, that’s my daughter!“ Und es klang fast ein bisserl stolz. 😉 Diese Tochter schaffte es nämlich, dass der werte Herr Taxler wirklich über unsere zwei gewünschten Hotels fuhr und wir komplett fertig um halb 8 Uhr abends (statt wie geplant um 4 Uhr Nachmittags) in unserem Hotel einchecken konnten.

Canggu

Ich hatte mir bereits, bevor wir nach Bali reisten, eine Unterkunft in Canggu gesichert. In dieser wurden auch täglich verschiedenste Yoga-Stunden angeboten. Martin war sich zu diesem Zeitpunkt noch nicht sicher, ob er in unserer letzten Woche eventuell noch Balis Westen oder sogar Java noch besichtigen wollte. Schließlich ist Bali nicht Indonesien und auf Java bekommt man sicher noch einiges mehr vom „eigentlichen“ indonesischen Lifestyle mit. Im Endeffekt buchte er für die ersten drei Nächte auch ein Hostel in Canggu, und wollte dann weiter überlegen.

Canggu ist bekannt für Yoga, Surfen (von Kite- und Windsurfen bis hin zum Wellenreiten), Partys und in der weiteren Umgebung für ein paar Reisfelder und einem Tempel, der auf einem Stein im Wasser gebaut wurde. Hier traf mich dieser „Yoga-Vegan-Raw“ Lifestyle ziemlich hart: meine Unterkunft beinhaltete ein paar Schlafsäle, Yoga-Räume, einen Pool und auch ein Veganes-Restaurant. Nur Vegan. Keine einzigen tierischen Produkte auf der Speisekarte. Was für die meisten Besucher(innen) wahrscheinlich ein Traum war, ich konnte mir jedenfalls in dieser Zeit, in der mich auch etwas Heimweh plagte und Martin auch nicht in direkter Nähe war, besseres vorstellen, als mich von veganen, meistens auch noch rohen Speisen, zu ernähren. (Anm.: Jeder soll sich bitte so ernähren wie er/sie möchte – mir persönlich ist vegan auf Dauer einfach zu „wenig“, is so.)

Veganes Frühstück

Der erste Abend in Canggu endete dann letztendlich in der Old Man’s Bar, wo sich ziemlich viel abspielt. Die Tage darauf verbrachten wir viel mit Schreiben für den Blog und gute Cafés suchen, wo es zumindest nicht nur vegane Speisen gab, sondern der Cappuccino auch mal mit echter Kuhmilch getoppt war und im Salat ein Ei drinnen sein durfte. Mmhh – guad! Ich probierte allerlei lustige Yoga-Stunden aus, wobei ich während dieser Woche draufkam, dass mir diese Sportart einfach zu einseitig ist. Schnell fand ich ein Tanzstudio und tanzte mir bei einer Stunde Hip-Hop und zwei Tage später bei Beyoncé alles Heimweh aus dem Leib – Tanzen ist einfach Balsam für meine Seele, und es tat extrem gut nach so langer Zeit wieder einmal eine Choreographie einzustudieren. 

Martin wechselte nach den ersten drei Tagen in seinem Hostel auch in meins, wo wir uns dann gemeinsam in der Früh das vegane Frühstück (an das wir uns dann doch irgendwann gewöhnten) zu Gemüte führten.

Highlights des Aufenthalts in Canggu waren auf jeden Fall:

…die Bier-Pong Meisterschaften im Old Man’s. Bei der Martin mit zwei deutschen Jung-Fußballern antrat und von den Aussies (die glaub ich nix anderes machen als Trink-Spiele zu spielen) ziemlich rasch rausgespielt wurden.

…wir trafen einige Österreicher (es war ja schließlich Haupturlaubszeit). Unter anderem eine Freundin von Andrea aus dem Mühlviertel, die wir in der Mongolei und China kennenlernten, was soll ich sagen, die Welt ist ein Dorf!

…Martin borgte sich noch einmal ein Surfbrett aus und beschloss dann, dass Radfahren trotzdem weiterhin sein Lieblingssport bleiben wird.

…Martin und ich probierten „Aerial Yoga“ aus, bei dem man mit speziellen Yoga-Hängematten Yoga macht. Man hängt hier sehr oft Kopfüber und nach der Stunde war mir etwas übel. Witzig ist diese Art des Yogas aber auf jeden Fall!

…am vorletzten Tag borgten wir uns noch einmal ein Moped aus, mit dem wir durch wunderschöne Reisfelder fuhren, beschlossen, den Wassertempel nicht mehr zu besichtigen, nach Kuta-Beach fuhren um diesen berühmten Strand auch noch gesehen zu haben und am Schluss bei einem Art Dorf-Fest inkl Streed Food Market endeten, wo wir seit Ewigkeiten wieder einmal köstlichstes vietnamesisches Ban Mih aßen.

Bali hat einiges zu bieten- gut Essen gehen zu können, gehört auf jeden Fall dazu!

MAGEMA Tips für Bali:

  • Gleich vorweg: wer auf der Suche nach dem Bali von vor 25 bis 30 Jahren ist, nach dem unberührten Fleckchen, ist hier auf der falschen Insel gelandet. Vor allem in der Hauptreisezeit (in der auch wir unterwegs waren) ist diese Insel komplett überlaufen.
  • Am Jimbaran Beach unbedingt in einem der vielen Strandrestaurants Abendessen – hier ist es günstig und es gehen auch immer wieder Live-Musiker durch, die dir einen Song aus der Heimat spielen (oder einen von den deutschen Nachbarn, wenn sie keinen österreichischen Song kennen). Außerdem ist das Essen günstig, die Portionen groß und die Variationen von Meeresfrüchten und Fischen gibt’s hald z’Haus sicher nicht.
  • Eine Surfstunde nehmen (Jimbaran Beach hat ideale Wellen dafür) – eine Stunde inkl. Neoprenshirt, Surfbrett und Lehrer kostete uns umgerechnet 14€ pro Person und wir standen gleich beim ersten Versuch in der Welle – das Gefühl ist einfach ein Wahnsinn!
  • Schöne Plätze, wie (fast) verlassene Strände oder untouristische Reisfelder muss man meistens etwas länger suchen – es lohnt sich aber auf jeden Fall.
  • Um diese „geheimen“ Plätze zu finden eignet es sich am Besten einfach ein Moped auszuborgen und die Insel zu erkunden.
  • Die Plätze, Strände, Tempel etc. die von Bloggern und Instagramern so sehr beworben wurden, und die Bali eigentlich zu diesem Must-Sees vieler Menschen gemacht haben, sind weniger erstrebenswert an zu peilen, da eben alle anderen auch dort hin pilgern.
  • Fans von Yoga und veganem Essen, die sich mit anderen Fans von Yoga und veganem Essen austauschen möchten sind hier Goldrichtig! Meistens sprechen die anderen auch noch die gleiche Sprache!
PS: Nasi Goreng zum Frühstück schmeckt gar nicht schlecht

Kambodscha

Alles Roger in Kambodscha?

Irgendjemand mal irgendwann.
Welcome to Cambodia!

Unsere Mekong Delta Tour (siehe Vietnam-Beitrag) endete also mit einer Speedboat-Überfahrt nach Kambodscha. Die Grenze überquerten wir am Fluss, was wiedermal eine Premiere war, nachdem wir bereits per Flugzeug, Auto und Zug in neue Länder einreisten. Direkt an der Grenze konnten wir unsere restlichen vietnamesischen Dong noch in Dollar umwechseln – und nein, keine kambodschanischen Dollar sondern ganz echte US-Dollar! Wir fanden das extrem cool, vor allem ich – liegt vielleicht daran, dass ich noch nie in den USA war… – jetzt war das umrechnen zum Euro nicht mehr so kompliziert. Dafür waren aber die Millionen vorerst wieder weg. Welcome to Cambodia!!

Money, money, money…

Phnom Penh – oder Karaoke auf asiatisch

Unsere Endstation per Boot war dann schließlich Phnom Penh, Kambodschas Hauptstadt, von der ich vor unserer Ankunft noch überhaupt nie etwas gehört habe. Eingecheckt in unser Hostel mit Pool und sehr gutem Restaurant, machten wir gleich mal die Nacht zum Tag: Nach Passionfruit-Mojitos vor dem Abendessen, wahnsinnig gutem Dinner auf einer Dachterrasse mit toller Aussicht auf die abendliche Kulisse der Stadt und als Draufgabe noch einer Hidden-Cocktailbar, in die man durch einen Cola-Automaten eintritt, machten wir uns auf die Suche nach einer Karaoke-Bar, die wir dann auch ziemlich schnell fanden.

Karaokesingen in Phnom Penh war übrigens auch unsere Challenge für dieses Land. Wir bekamen ja von Martins Studienkollegen (Danke an Vicky, Bene, Fabian & Andi) für jedes Land eine andere Challenge gestellt – nach den unzähligen Intercultural Management Kursen an der FH Steyr, ging’s nun also ans Eingemachte.

Auf den ersten Blick kamen wir uns jedoch nicht vor wie in einer Karaoke-Bar, sondern eher wie in einem ganz anderen Etablissement: gleich vier bildhübsche, uns umwerbende, junge Frauen in roten Kostümchen öffneten uns die Türe und beim Empfang stand eine weitere Dame, die uns fragend anlächelte. Kurz dachten wir, wir seien irgendwo falsch gelandet und fragten vorsichtig und wiederholt nach dem Karaoke, woraufhin wir einen Stock höher in ein eigenes Zimmer mit Fernseher, Plüschcouch, Tischchen, 2 Mikrofonen und Liederbüchern geleitet wurden. Tja, das ist anscheinend Karaoke, wie es in Asien abläuft. Die nächsten zwei Stunden verbrachten wir damit, uns die Seele aus dem Leib zu singen, nur wir drei mit 2 Mitarbeiterinnen, die uns die Lieder einstellten, höflicherweise nur selten bei nicht getroffenen Tönen die Mine verzogen und uns auf Bestellung neue Getränke brachten. Von „My Heart will go on“, über „Total Eclipse of the Heart“ und „The Boxer“ bis hin zu „Can you feel the Love tonight“ gab’s alle Klassiker, die das Karaoke-Herz begehrt. So gab es Non-Stop Karaoke für uns und am nächsten Tag kratzigere Stimmen als die Strickpullies der Ur-Großmutter.

Ob von der wilden Party-Nacht, vom Essen oder was auch immer, ich war die nächsten Tage in Phnom Penh etwas ausgeknockt. Die zwei Männer machten sich dann auf eigene Faust auf den Weg und erkundeten die Hauptstadt Kambodschas, gaben ein paar Karten und Packerl bei der Post auf und cruisten mit Tuk-Tuks durch die Straßen.

Do you wanna tuk-tuk?

In Kambodscha machten wir unsere erste Bekanntschaft mit dem Tuk-tuk. Dass diese Tuk-Tuks in Asien sehr beliebt sind war uns bewusst, jedoch hätten wir uns zuvor in keinster Weise erträumen mögen, wie praktisch dieses Fortbewegungsmittel sein kann – wir haben sie jedenfalls unglaublich lieb gewonnen. Die Tuk-Tuk-Fahrer warten an jeder Ecke (nicht selten einfach in deren, im Tuk-Tuk aufgespannten, Hängematte) und sind somit in der Innenstadt omnipräsent und schnell zur Stelle. Sie bieten perfekt Platz für uns 3 inkl unserer 3 Rucksäcke, schl/dr-ängeln sich durch jeglichen Großstadtverkehr und sind noch dazu preiswert. Egal ob Asphalt, Gehsteig oder Schotterstraße, sind sie für jedes Terrain geeignet, quasi die motorisierten Lasten-Gravelbikes Asiens.

Natürlich stellten wir zwei Männer allerhand mehr an, als nur Postgeschäfte zu erledigen, als Maria im Zimmer blieb und das Bett hütete. Wir zogen durch die Straßen, erkundeten die dunkelsten Gassen und hoben hoch die Tassen (die Straßen waren wirklich dunkel, da unserem Viertel ein Stromausfall war – die Tassen waren Biergläser, die reimen sich aber nicht). Zudem gingen wir ins Museum:

Eine traurige Geschichte

Es war jedoch leider nicht immer alles roger in Kambodscha. Im selben Monat als im Nachbarland Vietnam, der Krieg endete, kamen die Roten Khmer in Kambodscha an die Macht, die unter allen Umständen das Land zu einem Agrarstaat zurückführen wollten. Wir besuchten das Gefängnis S-21, welche die Hochburg, des Massenmordes darstellte und heute in eine Gedenkstätte bzw ein Museum umgewandelt wurde. In den weniger als 4 Jahren der Schreckensherrschaft wurden, geschätzt mehr als 1,7 Mio Menschen getötet, darunter angebliche politische Gegner, genauso wie Intellektuelle, sowie jeder der sich den irrwitzigen Regeln widersetzte (u.a. Vertreibung aller Stadtbewohner aufs Land und deren Isolierung, Verbot von persönlicher Anrede wie „Mama“, „Papa“ zulässig war nur noch „Kamerad“, Zerstörung aller technischen Geräte mit Ausnahme von militärisch nutzbaren Geräten, auch medizinische Geräte wurden vernichtet).

Es liegt auch in unserer Verantwortung, diese Geschichte weiterzuerzählen, dass so etwas nie wieder passieren kann.

einst Schule, dann Foltergefängnis S-21, heute Museum und Gedenkstätte

Kampong Cham

Nach der Hauptstadt ging’s raus aufs Land, nach Kampong Cham, in ein Bungalow, welches von einer NGO (Non Profit Organisation) geführt wird und eine schulische Grundausbildung für die Kinder des Dorfes ermöglicht. Als wir ankamen – natürlich in einem Tuk-Tuk – sahen wir, dass sich neben dem OBT Homestay Chiro (so nennt sich diese Unterkunft) bereits eine weitere Holzhütte im Aufbau befand, da die Schule gerade durch die Nächtigungs-Einkünfte des letzten Jahres, um ein weiteres Klassenzimmer sowie eine Bibliothek erweitert wird. Als wir die kommenden Tage durch das Dorf spazierten und wir mit Einheimischen in ein, wenn auch nur kurzes, Gespräch kamen, erfuhren wir auch aus erster Hand, dass diese Initiative von den Einheimischen, sehr positiv honoriert und gut angenommen wird.

Die Volonteers/Freiwilligen Mitarbeiter aus Frankreich begrüßten uns hingegen gleich mit einer eher unschönen Botschaft: in ganz Kambodscha gibt es gerade erhöhtes Vorkommen des Dengue-Fiebers. Das von infizierten Mücken weitergegebene Virus verbreitet sich rasend schnell und auch im OBT Homestay hat es schon ein paar Fälle gegeben, wenn auch nicht in den Bungalows in welchen wir untergebracht wurden. Dem folgte der Hinweis, uns unter Tags langärmelig zu kleiden und freie Hautstellen zu verdecken – und das bei 35°C und einer Schwüle, dass d’Hälfte a g’reicht hätt‘. Nachdem es mir gesundheitlich immer noch nicht 100% gut ging, packte ich mich in langes Gewand ein und sprühte mich von oben bis unten (Anm Martin: und dann nochmals von unten nach oben und das Ganze wiederholte sie min. 3x) auch wieder mit No-Bite ein, um dem Dengue-Fieber zu entgehen.

Die Tage in unserem Bungalow waren gemütlich: lesen, schreiben, zeichnen und zum Strand spazieren, wobei man im nahegelegenen Mekong River lieber nicht baden wollte, standen am Programm. Das hauseigene Restaurant (ein Ausbildungsbetrieb) bzw das Aufenthaltsareal bot nicht nur frisch gekochtes und gutes Essen, sondern hatte auch einen hauseigenen Hund, der uns gleich in sein Herz schloss und von Georg kurzerhand auf Oskar getauft wurde und uns bei unseren Strandspaziergängen beschützte (wobei wir uns nicht sicher sind ob es nicht doch eine Frau Oskar war).

Ich würde sagen, dass wir in dieser Bungalow-Unterkunft das erste Mal „so richtig“ mit dem einfachen, asiatischen Landleben konfrontiert wurden. Keine Klima-Anlage, „nur“ einen Ventilator beim Schlafen, Käfer und Spinnen, die im Bad, auf den Holzbalken und am Mückennetz auf einen warteten und typisch-ursprüngliche asiatische Kost, ohne auf europäisches Essen hinflüchten zu können. Kurz: hier kam man mal richtig runter.

Einfach aber fein: unser Bungalow.

Da sich Maria noch etwas ausruhen wollte, machten die Männer einen längeren Spaziergang durch die Dörfer bis hinein in die Stadt. Was echt auffiel: die einfachen Verhältnisse. Die Kinder spielen miteinander auf der Straße, die Schaukel ist ein alter Autoreifen und kaum eine Wohnung besteht als mehr als 2 Räumen. Die Hütten, oftmals ein einfacher Blechverschlag, stehen alle auf Stelzen, um nicht vom austretenden Mekong weggespült zu werden und bieten dadurch auch Platz und Schatten, der gerne und gut für Hängematten genutzt wird.

Ein Highlight während unseres Aufenthaltes in Kampong Cham war mit Sicherheit die Ausräucherung der Mücken. Das ganze Dorf war auf den Beinen und verfolgte den Pick-up, der riesige Rauchwolken versprühte und quer durch die gesamte OTB-Anlage fuhr. Ob die Kinder es einfach lustig fanden, dass die Schule, das Restaurant und alle Bungalows voll mit weißem Rauch waren oder ob sie sich genau so wie wir freuten, dass die Mücken weg sein werden – keine Ahnung, aber das Spektakel war auf jeden Fall Aufsehen erregend.

Kambodschanischer Freudentanz

Als dritte und letzte Station in Kambodscha ging’s für uns in die wohl bekannteste Stadt des Landes, Siem Reap – und wenn euch der Name jetzt nix sagt: dies ist die Stadt von der aus man sich die vielen Tempel, wie Angkor Wat oder den „Tombraider“-Tempel erkunden kann.

Abholung per Tuk-Tuk vom Eco-Bungalow zum Bus nach Siem Reap.

Siem Reap

Aufgrund von Georgs Geburtstag (und weil die Unterkünfte in Kambodscha an sich nicht sehr teuer sind) gönnten wir uns hier wiedermal ein Hotel mit Pool im Innenhof – was bei der Hitze und Schwüle ja wirklich nötig ist! – Welcome to Geburtstagsvilla numero due!

Georgs Geburtstag startete mit einem ausführlichen Frühstück, inkl. personalisiertem Geburtstagskuchen und einem Ständchen des gesamten Teams der Bäckerei. Den restlichen Tag verbrachten wir gemütlich am Pool und am Abend ging es auf Wunsch des Geburtstagskindes zum Mexikaner Abendessen und danach in einen Akrobaten-Zirkus, der wirklich beindruckend war! In einer einfachen Love-Story verpackt, die man auch ohne der Englischen Untertitel verstanden hätte, weil der Ausdruck und die Emotionen für sich sprachen, lieferten sich die Akrobaten 1 Stunde lang volles Programm. Auf der kleinen, runden Bühne, die Platz für die Live-Band, Akrobaten und eine Bar-Kulisse bot, wusste man gar nicht, wo man zuerst hinsehen sollte, so beeindruckend waren die kleinen und großen Stunts.

Nach dem Zirkus ging es noch auf einen Absacker in die Pub-Street, die – wie der Name schon sagt – voll mit Pubs, Lokalen und Diskos war.

Es folgte, das Geburtstagsgeschenk. Da uns einer der berühmtesten Tempel der Welt in unmittelbarer Nähe zur Verfügung stand, hatten die Schenker leichtes Spiel… wir organisierten bzw buchten eine Tagestour in die Angkor Tempel und zwar in Begleitung und mit der Führung eines preisgekrönten Tourguides.

Zeit der Aufnahme: 5 Uhr 36 – jedoch gefühlt wie 3 Uhr 36

Früh morgens starteten wir, genauer gesagt war sogar noch ein Vierer an erster Stelle, wir wollten ja auch die Ersten sein. Und das waren wir auch, über das unbekanntere Westtor gelangten wir in die Anlage und da spielte schon unser Tourguide seinen zweiten Joker aus: er stellte sich für die Stiege der Könige gleich mal für uns an, während wir noch den Tempel weiter erkunden konnten und dann zum Sonnenaufgang tatsächlich die Ersten waren, die auf die Spitze durften. Das brachte schon eine sehr mystische Stimmung mit sich, auch wenn es die Sonne erst später am Tag zur Gänze durch die Wolkendecke schaffte.

Es folgte der Tomb Raider Tempel, der aufgrund seiner Verwildertheit mehrmals von Angelina Jolie als Filmkulisse genutzt wurde.